Das sagt JUVE
Wer in Düsseldorf ein Kölsch bestellt, braucht gute Argumente. Sebastian Wülbeck hat sie parat – nach eigener Auskunft kann er darüber jederzeit eine 30-minütige Präsentation halten. Ohne Vorbereitung. Genauso wie über die Vor- und Nachteile von Gerichtsstandsvereinbarungen gegenüber Schiedsklauseln, was sein eigentlicher Job ist.
Schon bevor er vor einem halben Jahr als Partner bei Dentons einstieg, verlief Wülbecks Karriere in schnellen Schritten. Nachdem er bei Clifford Chance sechs Jahre Schiedsverfahren und Prozesse vor allem im Handelsrecht und Anlagenbau führte, wurde er 2023 Inhouse-Jurist bei Uniper, im Jahr darauf Partner der aufstrebenden Düsseldorfer Kartell-Disputes-Boutique Dietrich Graf Zedtwitz. Seit Dezember sitzt Wülbeck im Düsseldorfer Büro von Dentons. Sein Spielfeld sind Anlagenbau- und Energy-Streitigkeiten, zunehmend auch Auseinandersetzungen rund um große Softwareverträge.
Auf seinem Nachttisch liegt selten ein Roman, dafür „635 Tage im Eis“, die Geschichte der gescheiterten Antarktisexpedition von Ernest Shackleton im Jahr 1915. An das Durchhaltevermögen der Crew denkt Wülbeck, wenn er eine Situation als hart empfindet. Also womöglich auch, wenn er sein Kölsch in der Düsseldorfer Altstadt bestellt.
Das sagen andere
„Ein exzellenter Prozessanwalt mit besonderer Expertise in Anlagenbau- sowie Energy-Streitigkeiten. Er hat ein sehr gutes Verständnis für die Belange der Mandanten, und seine Schriftsätze sind von extrem hoher Qualität.“ (Wettbewerber)
Das sagt Sebastian Wülbeck selbst
Was wird in den nächsten zwölf Monaten der wichtigste Markttrend in Ihrem Tätigkeitsbereich sein?
In Commercial Disputes werden neue Projekte – etwa BESS Anlagen oder Data Center – zwar zwangsläufig neue Streitigkeiten auslösen, das ist aber eher Reflex als Trend. Der wirklich nachhaltige Markttrend ist der Einsatz von KI in der Konfliktlösung: Sie wird Fallaufbereitung, Beweisführung, Vergleichsszenarien und Prozessstrategien grundlegend verändern und unsere Arbeit in den nächsten Jahren prägen.
Welchen Trend in der Branche halten Sie für überschätzt?
Commercial Courts. Für bestimmte Konstellationen können sie sinnvoll sein, aber aus meiner Sicht wird ihr tatsächlicher Mehrwert – insbesondere im Vergleich zu gut aufgesetzten Schiedsverfahren oder spezialisierten Spruchkörpern – oft übertrieben dargestellt.
Worüber können Sie sich verlässlich aufregen?
Die Bahn – aber wirklich.
Greatest Hits
- Ein umfangreicher Post-M&A-Konflikt im Tech-Sektor, in dem Wülbeck erstmals ein größeres Team geführt und die Gesamtstrategie verantwortet hat. „Dieses Mandat hat mein Verständnis von Führung in komplexen Commercial Disputes entscheidend geprägt.“