Strategiewechsel

Einschnitte bei Luther

In mehreren Büros von Luther gab es zum Ende des abgelaufenen Jahres größere strategische Veränderungen. Betroffen sind die Standorte in Mannheim, der Türkei und in Ungarn.

Teilen Sie unseren Beitrag

Ihr Mannheimer Büro schloss die Kanzlei zum Jahreswechsel, nachdem es durch Abgänge der jüngeren Vergangenheit bereits seit über einem Jahr nicht mehr fest besetzt war. 2007 war der damalige Standortleiter Dr. André Große Vorholt ins Münchner Büro gewechselt. Er hat jedoch auch von der Isar aus bis zuletzt weiter Mannheimer Mandanten betreut. Ende 2010 verließen dann mit der Gesellschaftsrechtspartnerin und letzten Standortleiterin Dr. Claudia Pleßke und einer Associate die letzten beiden fest in dem Büro tätigen Anwälte die Kanzlei. Sie wechselten zur örtlichen Konkurrenz Rittershaus (mehr…).

In der Folge versuchte Luther zwar noch, den Standort wieder aufzubauen, doch gelang es nicht, ein geeignetes Team zu finden – während zugleich aber örtliche Wettbewerber wie Rittershaus oder SZA weiterhin auf Wachstumskurs blieben. „Da wir kurzfristig angesichts des allgemeinen wirtschaftlichen Umfeldes nicht die Chance sehen, unser Büro bei diesen hohen Anforderungen in eine kritische Größe zu führen, haben wir uns entschieden, keinen Standort mehr in Mannheim zu unterhalten,“ sagte Prof. Dr. Hans-Georg Hahn, einer der beiden Managing-Partner von Luther.

Die Mandanten in der Region betreut Luther künftig standortübergreifend. In Deutschland ist die Kanzlei mit noch elf Büros vertreten, darunter im süd- und südwestdeutschen Raum in München, Stuttgart und Frankfurt. Zuletzt hatte Luther im Sommer 2009 in Nürnberg ein deutsches Büro geschlossen (mehr…).

Rückschlag in der Türkei

Beendet hat die Kanzlei auch ihre Präsenz in der Türkei. „Wir haben uns entschlossen, die Zusammenarbeit mit Köksal Avukatlik Ortakligi nach vier Jahren zu beenden“, sagt Dr. Markus Sengpiel, ebenfalls Managing-Partner von Luther. „Unsere Erwartungen an die Zusammenarbeit haben sich leider nicht erfüllt. Zudem hatten die Partner unterschiedliche Vorstellungen von der strategischen Ausrichtung der Kanzlei vor Ort.“ In Istanbul und Ankara hatte Luther 2007 gemeinsam mit ihrem Verbundpartner KWR Karasek Wietrzyk und der türkischen Kanzlei Köksal Büros gegründet (mehr…). Sengpiel sagte aber auch, dass die Kanzlei ihre Mandanten in der Türkei künftig zusammen in bester Qualität mit einer renommierten türkischen Großkanzlei in Istanbul beraten werde.

Mit dem damaligen, frühen Schritt auf den türkischen Markt war Luther vielen ihrer Wettbewerber einen Schritt voraus gewesen: Das Land erreicht mittlerweile regelmäßig hohe Wachstumsraten und ein Ende des Booms scheint vorerst nicht in Sicht. Die Türkei steht daher heute im Fokus vieler anderer Kanzleien, die mit Vehemenz auf den Markt drängen: So wird zum Beispiel Allen & Overy im Frühjahr am Bosporus starten (mehr…). Auch Baker McKenzie (mehr…), Graf von Westphalen (mehr…) und Clifford Chance (mehr…) sind seit Kurzem in der Türkei präsent.

Etwas weniger ins Gewicht fällt demgegenüber der Strategiewechsel von Luther in Ungarn. Hier war Luther bis vor Kurzem ebenfalls mit einem eigenen Büro präsent. Attila Fest, einer der bisherigen örtlichen Namenspartner, gründete dann mit einigen Mitarbeitern die neue Kanzlei Walde Fest & Partner. Mit dieser Einheit arbeitet Luther nun seit Dezember in Kooperation zusammen.

Artikel teilen