Stuttgart

Insolvenzrechtsteam wechselt von Menold Bezler zu Grub Brugger

Im Laufe des Jahres wird das Insolvenzverwalterteam von Menold Bezler zu Grub Brugger wechseln. Zusammen mit den drei bekannten Partnern Jochen Sedlitz, Dr. Jasmin Urlaub und Dr. Frank Schäffler wechseln fünf weitere Berufsträger. Die Zugänge sind für Grub Brugger auch strategisch interessant. Die Gruppe erreicht mit ihnen eine kritische Größe, die sie auch für die attraktiven überregionalen Großverfahren interessant macht.

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Frank Schäffler
Frank Schäffler

Das Menold-Team war zuletzt regelmäßig in Insolvenzverfahren zu sehen. Sedlitz etwa nahm als Generalbevollmächtiger die Goerlich Kunststofftechnik in der Nähe von Dresden unter die Fittiche und wurde in Stuttgart als Insolvenzverwalter der Interspa-Holdinggesellschaft sowie von fünf Betriebsgesellschaften bestellt. Schäffler und Urlaub wiederum hatten im Frühjahr für Aufsehen gesorgt, als sie für den Automobilzulieferer MGG das erste Verfahren in Baden-Württemberg nach dem neuen Unternehmensstabilisierungs- und Restrukturierungsgesetz (StaRUG) abschlossen. Schäffler hatte zuletzt auch den 1. FC Kaiserslautern bei dessen erfolgreicher Sanierung beraten.

Mit den drei Partnern wechselt auch der Insolvenzverwalter Sebastian Schottmüller (46), der erst im vergangenen Jahr von Rüdisühli als Associate zu Menold Bezler gestoßen war sowie die beiden Anfang des Jahres zu Salary-Partnern ernannten Dr. Sebastian Mielke (38) und Felix Rebel (39). Während Rebel seinen Fokus auf Distressed-M&A-Transaktionen legt, wird Mielke auch für Verwaltungsverfahren bestellt. Zu dem Team gehören die beiden Associates Dr. Ulrich Lägler (32) und Dr. Philipp Schwarz (30). Alle bleiben bei Grub Brugger vorerst ihren Statusgruppen treu, allein Lägler wird Junior-Partner.

Jochen Sedlitz
Jochen Sedlitz

Mit den Zugängen wächst das Stuttgarter Team von Grub Brugger auf 17 Partner und 20 Associates. Vor Ort sind die Grub Brugger-Partner Dr. Volker Muschalle und Martin Mucha zuletzt beispielsweise bei Tadano Demag sichtbar gewesen, der deutschen Tochter des japanischen Kranherstellers. Aber auch im Schutzschirmverfahren von Peter Kaisers Schuhfabrik in Rheinland Pfalz waren sie aktiv. Die neue Teamgröße könnte die Einheit für deutlich größere Insolvenzverwaltermandate infrage kommen lassen. Die vertrauen die Gerichte bislang eher den marktführenden Einheiten wie Schultze & Braun an. 

Gemeinsame Sanierungsprojekte

Für Menold Bezler ist der Teamweggang ein spürbarer Verlust, schließlich befinden sich unter den Abgängen einige Eigengewächse, die in den vergangenen Jahren auch Kanzleifunktionen inne hatten, darunter Schäffler, der bis Anfang 2020 Co-Managing-Partner der Sozietät war. Im klassischen Insolvenzverwalterbereich hat die Stuttgarter Sozietät mit dem Ausscheiden des Teams keine Partner mehr. Lediglich in der Restrukturierungs- und Sanierungsberatung sowie für das sogenannte Distressed M&A verbleiben noch Berufsträger. Hier war vor allem Jost Rudersdorf zuletzt auf Investorenseite sehr visibel.

Jasmin Urlaub
Jasmin Urlaub

Co-Managing-Partner Lars Kuchenbecker betont gegenüber JUVE die Bedeutung des Themas Restrukturierung und Sanierung insbesondere für viele Mandanten aus dem Mittelstand: „Als Full-Service-Anbieter werden wir uns hier mit den verbleibenden Partnern aus dem Insolvenzbereich neu aufstellen“, sagt er. Nach JUVE-Informationen wird die Counsel Dr. Alexandra Kierner, die 2014 zusammen mit Sedlitz zu Menold Bezler kam die insolvenzrechtliche Beratung fortsetzen. Partner Steffen Follner ist regelmäßig mit Finanzierungsfragen auch im insolvenznahen Bereich befasst. Und Dr. Roland Haberstroh führt Haftungsverfahren im Insolvenzumfeld und ist gut vernetzt mit D&O-Versicherern.

Auch eine Fortsetzung der etablierten Zusammenarbeit mit Grub Brugger bietet sich an. Menold, die zu den größten Ein-Standort-Kanzleien der Republik zählt, unterstützt Grub Brugger bereits im Arbeits- und Immobilienrecht sowie für Due-Diligence-Prozesse und beim zeitkritischen Abverkauf von Assets etwa bei Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. In Stuttgart beschäftigt die Sozietät über hundert Berufsträger. Nach dem Teamwechsel verbleiben 20 Equity-Partner im Legal-Bereich.  

 

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