Umsatz 2019

Wachstumspause bei Noerr

Nach einem kräftigen Umsatzsprung im Vorjahr verzeichnet Noerr für 2019 keine wesentlichen Veränderungen ihrer wirtschaftlichen Kennzahlen. Der Umsatz der deutschen Praxis stieg minimal auf 231,5 Millionen Euro, die Produktivität ging sogar leicht zurück. Zum Ergebnis trugen das Corporate-Geschäft sowie die Beratung zu Regulierungs- und Digitalthemen besonders stark bei.

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Alexander Ritvay
Alexander Ritvay

Insgesamt erwirtschaftete Noerr im vergangenen Jahr 252,4 Millionen Euro, was einem Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Davon steuerten die Büros in Mittel- und Osteuropa 21 Millionen Euro bei. Die deutsche Praxis setzte 231,5 Millionen Euro um – ein Plus von 0,9 Prozent.

Vergleichsweise kräftig stieg die Zahl der Anwälte: Gut 378 Vollzeit tätige Berufsträger (FTE) waren es 2019, was im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 12 Köpfe oder 3,2 Prozent bedeutet. Weil die FTE-Zahl stärker zunahm als der Umsatz, sank der Umsaz pro Berufsträger (UBT) leicht um 2,4 Prozent von 627.000 auf 612.000 Euro.

Mehrere Wettbewerber konnten damit zuletzt bei Umsatz und Produktivität deutlichere Fortschritte verbuchen: Bei Gleiss Lutz etwa stieg der Umsatz um 8 Prozent und die Produktivität um knapp 3 Prozent. CMS Hasche Sigle verzeichnete 2019 ein Umsatzplus von 6,5 Prozent und steigerte ihren UBT um 5,2 Prozent auf 618.000 Euro, womit sie dabei nun vor Noerr liegt. 

Umsatz hat sich in zehn Jahren verdoppelt

Torsten Fett
Torsten Fett

Über einen längeren Zeitraum betrachtet verzeichnet Noerr aber wie viele Wettbewerber deutliche Zuwächse. „Entlang unserer Strategie, insbesondere in strategische Wachstumsbereiche zu investieren, haben wir unsere Umsätze seit 2010 verdoppelt“, sagte Co-Managing-Partner Dr. Alexander Ritvay. Dr. Torsten Fett, ebenfalls Co-Managing-Partner, nannte die Treiber des Geschäfts 2019: „Sehr starkes Corporate-Geschäft, die Beratung von Unternehmen in regulierten Branchen und die digitale Transformation der Wirtschaft.“

Zuletzt gelang es Noerr, die Beziehung zu Private-Equity-Häusern auszubauen. Die Kanzlei beriet etwa Apollo beim Verkauf eines großes Immobilienportfolios an Singapurs Staatsfonds GIC sowie den Investor KKR bei mehreren großen Transaktionen zur Bildung der Medienplattform Leonine. Im Bieterverfahren um die Aufzugssparte von Thyssenkrupp vertrat Noerr den Bieter 3G Capital. Zudem begleitete die Kapitalmarktpraxis zwei von vier deutschen Börsengängen des Jahres 2019.

Leuchtturmmandate aus den Wachstumsfeldern Regulierungs- und Technologieberatung waren etwa die Arbeit für die Deutsche Bahn und das Bundeswirtschaftsministerium sowie ein Großprojekt für Bayer: Noerr berät den Konzern beim Outsourcing von Teilen der IT im Zuge der digitalen Transformation.

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