Umsatz 2020

Clifford Chance verbucht deutliches Umsatzplus

Über ein ordentliches Umsatzplus kann sich Clifford Chance in diesem Jahr freuen. Die Kanzlei verbuchte im abgelaufenen Geschäftsjahr 190 Millionen Euro, was einem Umsatzplus von 7,6 Prozent entspricht. Den Umsatz pro Berufsträger (UBT) steigerte sie wie schon im Vorjahr erneut um rund vier Prozent auf nun 765.000 Euro.

Teilen Sie unseren Beitrag
Peter Dieners
Peter Dieners

Das Ergebnis ist damit beinahe wieder so hoch wie im Jahr 2013/14, als Clifford Chance 196 Millionen Euro Umsatz meldete. Danach gingen die Zahlen schrittweise zurück bis auf 173 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017/18.

Doch die Kanzlei ist heute eine andere als zu ihren Umsatzhoch-Zeiten. 2015 ging das Minus einher mit einer radikalen Verkleinerung der Partnerschaft. Die Kanzlei verfolgte mit dem Schritt das Ziel, sich stärker auf hochvolumiges Geschäft zu konzentrieren, um so langfristig produktiver zu werden. Aussagekräftiger ist deswegen der Blick auf die Entwicklung des UBT. Der lag 2013/14 noch bei 608.000 Euro. Clifford ist mit aktuell 765.000 Euro also deutlich produktiver geworden.

Personell war es bei Clifford Chance im vergangenen Jahr ruhig. Zurzeit beschäftigt sie rechnerisch 248,4 Vollzeitkräfte (FTE), davon 65,9 Vollzeit-Partner. Die Zahl ihrer Berufsträger stieg um rund vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die letzte Quereinsteigerin war Litigation-Expertin Christine Gärtner, die im Juni 2019 von Latham & Watkins gewechselt war.

Vergleichsweise gute Geschäfte

Zu verdanken hat Clifford das positive Gesamtergebnis einer Reihe von lohnenden Mandaten: Dies ist etwa die Beratung von Macquarie beim Kauf des Chemiepark-Betreibers Currenta – einer der größten Infrastruktur-Deals in Deutschland – oder die Beratung von Neumandantin Tesla bei der Expansion in Deutschland. Außerdem stand Clifford einem Bankenkonsortium zur Seite beim zweitgrößten IPO des vergangenen Jahres, Traton SE. Die Konjunktur hält auch an, nachdem Corona viele Deals auf Eis gelegt hat: Die KfW setzte bei der Umsetzung des Corona-Sonderprogramms auf Clifford, ebenso wie das Bundesministerium für Gesundheit bei der Corona-Warn-App.

Im Vergleich mit den Magic-Circle-Wettbewerberinnen Linklaters und Allen & Overy hat Clifford deutlich die Nase vorn. Linklaters steigerte ihren Umsatz um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 221,1 Millionen Euro, der UBT kletterte um 2,2 Prozent auf 730.000 Euro. Allen & Overy, die im Vorjahr noch ein moderates Umsatzplus von zwei Prozent verkündet hatte, meldete für das vergangene Geschäftsjahr nun gleichbleibende Umsätze, der UBT stagnierte bei 729.000 Euro. Die Zahlen von Freshfields Bruckhaus Deringer liegen noch nicht vor. Mit zuletzt 869.000 Euro dürfte sie ihre Wettbewerber aber wieder um Längen schlagen. (Eva Flick)

Artikel teilen

Lesen sie mehr zum Thema

Markt und Management Clifford, Linklaters, Allen & Overy

Wachstumspause beim Umsatz, UBT steigt nur bei Clifford