Kommentar

Her mit den männlichen Vorbildern!

Wie lässt sich der Frauenanteil in der Partnerschaft von Wirtschaftskanzleien erhöhen? Weibliche Role Models sind bei der Frauenförderung wichtig – männliche allerdings auch.

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Die Kanzlei K&L Gates hat 2022 fünf neue Partnerinnen in Deutschland ernannt: Zwei Equity- und drei Non-Equity-Partnerinnen. Damit wir uns richtig verstehen, Männer waren in dieser Beförderungsrunde nicht dabei. Das kann Zufall sein, oder die Kanzlei hat selbst Nachholbedarf gesehen, denn schließlich bestand die Beförderungsrunde 2021 aus drei Männern, die Non-Equity-Partner wurden. Und to be fair – auch andere Wirtschaftskanzleien haben im Verhältnis zu ihrer Größe viele Frauen befördert.

Trotzdem: Fünf von fünf. Das ist ein starkes Signal im Markt, in dem die durchschnittliche Kanzlei der JUVE Top 50 weiterhin nur knapp 33 Prozent der Neuernennungen mit Anwältinnen besetzt. Und in dieser Zahl sind sogar die weiblichen Counsel noch enthalten.

Vor allem aber ist die Ernennungsrunde bei K&L Gates ein Signal nach innen. An den eigenen Nachwuchs, der bei mittlerweile 45 Berufsträgern 25 Frauen zählt. Und damit hat K&L Gates, Zufall oder nicht, einen der wichtigsten Bausteine für mehr Diversität gelegt: Sichtbarkeit und (weibliche) Vorbilder.

Genauso wichtig für eine Kanzleikultur, in der weibliche Führungskräfte keine Exotinnen mehr sind, sondern Selbstverständlichkeit, sind allerdings männliche Role Models. Und zwar nicht im ‚Wer macht die dicksten Deals‘-Style. Sondern auf die moderne Weise, die zeigt, dass ein Familienleben nicht notwendigerweise nur Frauenbusiness ist. Dazu gehören unbedingt Partnerschaften mit (gelebten) Teilzeitmodellen und einer angemessenen Work-Life-Verteilung.

Der Kommentar stammt aus der aktuellen Ausgabe 01/2023 des JUVE Rechtsmarkt.

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