Damit sind diverse Restrukturierungen und Refinanzierungen der vergangenen Jahre gescheitert.
2001 hatte das Private-Equity-Haus Montagu das Unternehmen erworben, 2006 aber aufgrund von Finanzierungsproblemen an mehrere Hedgefonds abgegeben, die im Rahmen dessen dem Unternehmen Schulden aufbürdeten. Auch danach gab es weitere Restrukturierungsbemühungen, unter anderem wurden Teile der Produktion nach Rumänien ausgelagert.
Der jetzt vom Amtsgericht Köln bestellte Insolvenzverwalter will versuchen, einen Käufer für den namhaften Kfz-Zulieferer zu finden. Die Produktion läuft zunächst weiter. In Deutschland beschäftigt TMD Friction rund 2.000 Mitarbeiter, weltweit sind es an die 4.500. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen 690 Millionen Euro Umsatz. Die Verbindlichkeiten bewegen sich ebenfalls im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die erstrangig besicherten Kreditforderungen belaufen sich auf immerhin 215 Millionen Euro. Weiterhin bestehen zweitrangig besicherte Kredite über 55 Millionen Euro sowie mezzanine Kreditverbindlichkeiten über 105 Millionen Euro.
Vorläufiger Insolvenzverwalter
KEBEKUS & ZIMMERMANN (Düsseldorf): Dr. Frank Kebekus
Berater Hauptgläubiger
FRESHFIELDS BRUCKHAUS DERINGER : Richard Tett, Peter Hall (beide London), Dr. Lars Westpfahl (Hamburg); Associates: Jochen Wilkens (Hamburg), Kati Beckmann (London; alle Bank- und Finanzrecht/Restrukturierung)
Frank Kebekus ist einer der angesehensten deutschen Insolvenzverwalter und einer der wenigen, denen im Markt die nötige internationale Erfahrung im Umgang mit Restrukturierungsfällen aus Private-Equity-Transaktionen zugeschrieben wird. Zuvor hatten in diesem Jahr noch Münchner Kirkland & Ellis-Partner mehrere Anteilseigner im Rahmen eines möglichen Verkaufs betreut.
Bis zu der jetzigen Insolvenz wurde TMD Friction bei den diversen Restrukturierungsverhandlungen durch Corporate-Anwälte aus dem Frankfurter Büro von Linklaters betreut. Tätig wurden die Partner Jochen Laufersweiler und Sven Schelo sowie Managing Associate Clemens Taupitz. 2006 hatte die Kanzlei das Unternehmen auch bei einer größeren Refinanzierung durch ein internationales Team beraten.
Freshfields Bruckhaus Deringer berät die Hauptkreditgeber ebenfalls schon über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Für die Geldgeber der Mezzanine-Finanzierung traten 2006 Anwälte von Weil Gotshal & Manges auf.
Clifford Chance beriet seinerzeit die Credit Suisse, die die Debt Facilities arrangierte, sowie Montagu als größten Anteilseigner.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 09. Dezember 2008