In Deutschland sind rund 4.600 Mitarbeiter von der Pleite betroffen. Allein in Dresden sind rund 3.200 Mitarbeiter in der Produktion von Speicherchips tätig, am Standort München arbeiten 1.400 Menschen. Weltweit beschäftigt das Unternehmen rund 12.200 Mitarbeiter. Auf Unternehmensseite berät Dr. Burkhardt Göpfert (Gleiss Lutz) arbeitsrechtlich, Seebacher Fleischmann Müller (München) und Schindele Eisele Gerstner & Collegen (Dresden) betreuen die Arbeitnehmerseite.
Seit der Ausgliederung aus der früheren Siemens-Tochter Infineon im Jahr 2006 hatte Qimonda mit erheblichen Ertragsproblemen zu kämpfen. Es gelang nicht, die Speicherbausteine zu wettbewerbsfähigen Kosten zu produzieren. Quartalsverluste in dreistelliger Millionenhöhe verursachten bis zum Sommer 2008 einen Fehlbetrag von knapp 1,5 Milliarden Euro.
Ende 2008 rief die Geschäftsleitung schließlich nach staatlicher Hilfe, dem sowohl der Freistaat Sachsen als auch die portugiesische Regierung nach intensiven Verhandlungen entsprachen. Infineon lehnte aufgrund eigener Schwierigkeiten umfassende Hilfen ab. Offensichtlich war auch dieses Hilfspaket für eine Rettung zu klein. Die sächsische Landesregierung hat unterdessen ihr Angebot bekräftigt, für eine Rettung Geld bereitzustellen.
Selbst für den in großen und komplexen Insolvenzfällen erfahrenen Jaffé stellt die Qimonda-Pleite eine Herausforderung dar. Bundesweit bekannt ist Jaffé als Verwalter der Mediengruppe Kirch sowie des Geschenkartikelherstellers Nici.
Angesichts der Dimension dieser Verfahren ist Jaffés Kanzlei mit rund 15 Anwälten relativ klein. Seit Jahren unterstützt ihn deshalb ein eingespieltes Team der Kanzleien Nörr Stiefenhofer Lutz und Görg Rechtsanwälte bei der Bewältigung von Großinsolvenzen. Marktbeobachtern zufolge sind für Nörr zur Zeit Dr. Christian Pleister (Berlin), Dr. Laurenz Wieneke (Frankfurt) sowie Dr. Florian Becker (München) in Sachen Qimonda im Einsatz, ebenso wie Dr. Martin Stockhausen von Görg.
Ebenfalls mit Unterstützung dieser beiden Kanzleien konnte Jaffé pünktlich zur Qimonda-Insolvenz zwei Insolvenzverfahren zu einem vorläufigen Abschluss führen: Den Wohnwagen-Hersteller Knaus-Tabbert, der zum Jahreswechsel an den niederländischen Investor HTP verkauft wurde, und den Flugzeugbauer Grob Aerospace, dessen Geschäftsbetrieb zum Februar von der Fortius Mittelstandskapital AG übernommen wird.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 23. Januar 2008