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19.12.2013

E.on Mitte komplett kommunal: Landkreise vertrauen bei Zukauf auf Clifford Chance

Der Energiekonzern E.on hat sich vollständig von seiner Tochter E.on Mitte getrennt. Zwölf Landkreise in Hessen, Westfalen, Niedersachsen und Thüringen sowie die Stadt Göttingen übernahmen einen Anteil von 73,3 Prozent an dem Strom- und Gasnetzbetreiber. Damit ist das Unternehmen komplett in kommunaler Hand. E.on nimmt durch den Deal netto rund 610 Millionen Euro ein.

Christoph Witte

Christoph Witte

Zugleich kaufte E.on einige Beteiligungen von E.on Mitte zurück, beispielsweise die E.on Mitte Vertrieb GmbH. Als finanzierende Banken agierten für die Kommunen die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Deutsche Kreditbank (DKB). Über 100 Kommunen, die Konzessionen an E.on Mitte erteilen, sind daran interessiert, sich künftig ebenfalls an E.on Mitte zu beteiligen.

E.on Mitte betreibt rund 45.000 Kilometer Strom- und 4.800 Kilometer Gasnetze in weiten Teilen Hessens, in Ostwestfalen und Westthüringen sowie in Südniedersachsen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Kassel und beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter.

E.on schließt durch den Verkauf die Neuordnung seines deutschen Regionalversorgergeschäfts ab. In diesem Jahr hatte der Konzern schon Anteile an E.on Westfalen Weser und E.on Thüringer Energie an Kommunen abgegeben. Zudem verkaufte E.on kürzlich die Tochter Ferngas Nordbayern an den europäischen Infrastrukturfonds der First State Investments.

Berater Landkreise-Konsortium
Clifford Chance: Christoph Witte (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Peter Rosin (Energierecht; beide Federführung), Dr. Joachim Schütze (Kartellrecht), Dr. Florian Mahler (Bank-/Kapitalmarktrecht), Thomas Burmeister (Energierecht; alle Düsseldorf), Thorsten Sauerhering (Steuern), Dr. Bernd Meyer-Witting (Gesellschaftsrecht), Dr. Björn Heinlein (Energierecht), Jörg Futter (Corporate), Steffen Amelung (Vergaberecht; alle Frankfurt); Associates: Cosima Preiss, Dr. Dominik Kruse (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Guido Hermeier (Energierecht), Dr. Axel Schlieter, Bahar Rahimyar (beide Bank-/Kapitalmarktrecht), Nadia Esken, Miriam Kammer (beide Kartellrecht; alle Düsseldorf), Dr. Dominik Engl (Steuern), Jan Wittrodt (Corporate; beide Frankfurt)

Berater E.on
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Prof. Dr. Stefan Simon, Dr. Jens Eggenberger (beide Corporate/M&A), Prof. Dr. Matthias Rogall (Steuern); Associates: Dr. Michael Kautzsch, Dr. Thomas Curdt
Inhouse Recht (Düsseldorf): Agnieszka Mögelin-Zinger

Berater Helaba, LBBW und DKB
Latham & Watkins (München): Dr. Andreas Diem (Finanzierung), Dr. Marco Núñez Müller (Wettbewerbs-/Kartellrecht; Brüssel/Hamburg), Dr. Martin Neuhaus (Corporate/M&A; Düsseldorf), Stefan Süß (Steuern), Dr. Jörn Kassow (Öffentliches Recht; Hamburg), Dr. Stefan Mayer (Steuern), Ludwig Zesch, Paulina Zulawski (beide Finanzierung)

Berater E.on Mitte
Inhouse Recht (Kassel): Hans-Hinrich Schriever, Jenny-Katrin Stolze

Berater konzessionsgebende Kommunen
Becker Büttner Held (München): Wolfram von Blumenthal, Rudolf Böck, Oliver Eifertinger, Dr. Christian de Wyl

Hintergrund: Clifford kam über einen Pitch für das Käuferkonsortium ins Mandat. Dabei war Christian Engelhardt, Geschäftsführender Direktor des Hessischen Landkreistages, intern für die Koordination der Berater aufseiten der Kommunen zuständig, so Marktinformationen.

Clifford ist regelmäßig in hochvolumigen Energietransaktionen dabei. Häufig war die Kanzlei aufseiten von Finanzinvestoren, finanzierenden Banken und Energiekonzernen positioniert, etwa beim Verkauf des Höchstspannungsnetzes von RWE (mehr…) und beim Verkauf des Erdgasnetzes Open Grid Europe von E.on (mehr…). 2009 war Clifford allerdings auch für ein kommunales Konsortium tätig, das die Stadtwerke-Holding Thüga für knapp drei Milliarden Euro von E.on erwarb (mehr…).

Bei der Rekommunalisierung von E.on Westfalen Weser steuerte Becker Büttner Held den Zukauf auf kommunaler Seite (mehr…). Als E.on einen wesentlichen Anteil von E.on Thüringer Energie veräußerte, kam Gleiss Lutz für die kaufenden Kommunen zum Einsatz (mehr…).

Wie jetzt auch, war Flick Gocke Schaumburg bei diesen beiden Deals jeweils für E.on tätig. Beim Verkauf von Ferngas Nordbayern kam hingegen Hengeler Mueller bei dem Energiekonzern zum Zuge, genauso wie einst beim Verkauf von Thüga.

Latham & Watkins unterhält insbesondere zur LBBW seit Jahren gute Kontakte und kam nun für das gesamte finanzierende Bankenkonsortium ins Mandat. (Parissa Kerkhoff)

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