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10.03.2021

Stiftehersteller in der Krise: Faber-Castell stellt sich mit Beiten Burkhardt neu auf

Das fränkische Traditionsunternehmen Faber-Castell durchläuft einen Restrukturierungsprozess, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dazu gehört auch der Abbau von 110 Arbeitsplätzen an den beiden Hauptstandorten Stein und Geroldsgrün. 

Wolfgang Lipinski

Wolfgang Lipinski

Als Stiftehersteller mit der Zeit zu gehen, ist kein leichtes Unterfangen. Faber-Castell setzt auf Kreativität und Nachhaltigkeit, so sorgt das Unternehmen etwa für die Wiederaufforstung des für seine Stifte verbrauchten Holzes. Doch das allein reichte nicht mehr, um dem strukturellen Wandel im Handel und den nicht zuletzt durch die Digitalisierung veränderten Gewohnheiten der Konsumenten erfolgreich zu begegnen. Die coronabedingten Schließungen von Produktionsstätten, Schulen und Einzelhandel zwangen das Unternehmen schließlich zum Handeln. 

Nun haben Vorstand und Geschäftsführung einen Transformationsprozess in Gang gebracht, um effizienter zu produzieren. Neben dem Stellenabbau gehört dazu die Zusammenlegung von Abteilungen. Auch auf Vorstandsebene stehen Veränderungen an: Zum April übernimmt Constantin Neubeck als neuer Finanzchef. Der 44-Jährige löst André Werhahn ab, dessen Vorstandsmandat ausläuft. Seine Aufgabe ist klar gesteckt: Sparen.

1761 gegründet, ist Faber-Castell eines der ältesten Unternehmen weltweit. Heute ist es in mehr als 120 Ländern vertreten und verfügt über eigene Produktionsstätten in 10 sowie Vertriebsgesellschaften in 22 Ländern. Im Geschäftsjahr 2019/20 setzte die Gruppe 555 Millionen Euro um. Weltweit arbeiten knapp 8.000 Mitarbeiter bei Faber-Castell, davon mehr als 1.100 in Deutschland. Vom Stellenabbau betroffen sind Angestellte und gewerbliche Mitarbeiter der Hauptgesellschaften Faber-Castell AG, Faber-Castell Vertrieb und Faber-Castell Cosmetics. 

Berater Faber-Castell
Beiten Burkhardt (München): Dr. Wolfgang Lipinski, Dr. Daniel Hund (beide Federführung), Gerd Kaindl; Associates: Dr. Olga Morasch, Jana Halbhuber (alle Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Nürnberg): René Günzel (Director Corporate Human Resources) – aus dem Markt bekannt

Andreas Bartelmeß

Andreas Bartelmeß

Berater Betriebsräte/Gesamtbetriebsrat
Manske & Partner (Ansbach): Andreas Bartelmeß

Hintergrund: Beiten ist erstmals für Faber-Castell tätig und konnte sich in einem Pitch durchsetzen. Neben der aktuellen Restrukturierung berät das Team um die beiden Arbeitsrechtspartner Lipinski und Hund das Unternehmen auch zu betriebsverfassungsrechtlichen und tarifrechtlichen Fragestellungen. Restrukturierungen gehören zu den Schwerpunkten der deutschlandweit angesehenen Arbeitsrechtspraxis. Im vergangenen Jahr machte sie zudem einen weiteren Schritt in Richtung Internationalität und löste Buse Heberer Fromm als deutsches Mitglied des globalen Netzwerks Employment Law Alliance (ELA) ab.

Die auf Arbeitnehmervertretung spezialisierte Nürnberger Kanzlei Manske & Partner vertritt den Faber-Castell-Betriebsrat seit Langem. Partner Bartelmeß, der die Ansbacher Zweigstelle der Kanzlei betreut, stand in den Verhandlungen sowohl den lokalen Betriebsräten in Stein und Geroldsgrün zur Seite als auch standortübergreifend dem Gesamtbetriebsrat. 

Arbeitnehmerseitig war zudem die IG Metall an den Sozialplan- und Interessensausgleichsverhandlungen beteiligt. (Annette Kamps)

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