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20.11.2012

Investitionsschutz: McDermott baut Praxis mit zwei Schiedsexperten von K&L Gates aus

McDermottt Will & Emery setzt den Ausbaukurs in ihrem jungen Frankfurter Büro fort. Mit Dr. Sabine Konrad (38), bislang Partnerin bei K&L Gates, gewann die US-Kanzlei Mitte November eine aufstrebende Schiedsrechtlerin hinzu. Mit ihr wechselte ihre Mitarbeiterin Lisa Richman (35) und wurde Partnerin in Washington.

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Sabine Konrad

Der Schwerpunkt von Konrad liegt bei Investitionsstreitigkeiten, regelmäßig vertritt sie Staaten und Investoren. 2007 wurde sie von der Bundesregierung als eine von nur vier deutschen Schiedsexperten für die Liste des International Centre of Settlement of Investment Disputes (ICSID) benannt. Das Schiedsgericht der Weltbankorganisation hat seinen Sitz in Washington, wo McDermott neben Konrad nun auch auf die austro-amerikanische Richman als Partnerin setzt.

Zusammen begleiteten die beiden in den vergangenen Jahren einige große Streitigkeiten, die für eine deutliche Visibilität von K&L Gates in der internationalen Schiedsszene sorgten. In Deutschland verstärkt McDermott damit ihre Prozess- und Schiedspraxis erheblich. Bislang sind ihre Düsseldorfer Anwälte in Düsseldorf und München in gesellschaftsrechtlichen Streitigkeiten, Post-M&A-Fällen und Produkthaftung tätig.

In Frankfurt ist McDermott erst seit wenigen Monaten mit einem dritten deutschen Büro am Start, wo man ein Team von Dewey & LeBoeuf um die beiden Partner Philip von Ilberg und Joseph Marx gewinnen konnte (mehr…). Am Main soll Konrad nun eine Praxis mit einem klar internationalen Fokus aufbauen.

Konrad gab als Motiv für ihren Wechsel vor allem die stärkere Vernetzung ihrer Schiedsaktivitäten mit der US-Praxis und dem Pariser Standort an. Dort hat McDermott im Vorjahr mit Quereinsteigern von Herbert Smith eröffnet (mehr…), zudem hat im Frühjahr ein international anerkannter Partner seinen Schwerpunkt von London in die französische Hauptstadt verlagert.

Anerkannte Expertin für internationales Schiedsrecht

Auf grenzüberschreitende Streitigkeiten hat sich Konrad seit Beginn ihrer Karriere konzentriert. Sie begann als Associate in der Frankfurter Schiedspraxis und wechselte 2007 in das Pariser Büro von Dewey & LeBoeuf. Aus dieser Zeit resultieren nicht nur zahlreichen Kontakte in Paris, sondern auch die enge Zusammenarbeit mit den deutschen Dewey-Anwälten, auf die sie nun wieder bei McDermott trifft.

Zu K&L Gates kam Konrad im Sommer 2009 (mehr…). Zunächst führte sie ihre Praxis von Paris, später teilte sie sich ihre Zeit zwischen den Büros in Frankfurt und Washington auf. Seitdem vertrat Konrad die Interessen der Bundesrepublik in der ersten Investitionsklage von Vattenfall (mehr…). Auch in der erneuten Milliardenklage des schwedischen Energiekonzerns im Nachgang zum Atomausstieg steht sie dem Bund zur Seite (mehr…).

Für die deutsche Prozess- und Schiedspraxis von K&L Gates ist der Weggang von Konrad ein Rückschlag. Die Kanzlei wollte den Fachbereich weiter ausbauen und hatte dafür zum Jahresbeginn 2012 den erfahrenen Prozess- und Schiedsrechtler Dr. Johann von Pachebel von Mannheimer Swartling gewonnen (mehr…), der zukünftig für die Frankfurter Praxis steht. Wie bekannt ist, wechselten jüngst zwei Associates von K&L Gates zu Hengeler Mueller beziehungsweise zu Orrick Hölters & Elsing. (Marcus Jung)

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