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24.01.2013

Bank- und Finanzrecht: Jones Day gewinnt anerkanntes Trio von White & Case

Jones Day setzt ihren Ausbaukurs mit Quereinsteigern von White & Case fort. In Frankfurt und München kommen zum Februar mit Annica Lindegren (51) und Ulf Kreppel (46) zwei sehr erfahrene Equity-Partner im Bank- und Finanzrecht hinzu, zudem wechselt Local-Partner Dr. Nick Wittek (39) am Main die Seiten. Auch er wird Equity-Partner. Lindegren war bis vor Kurzem Co-Leiterin der deutschen Bank- und Finanzpraxis von White & Case, Kreppel leitete das Team für Strukturierte Finanzierungen.

Annica Lindegren

Annica Lindegren

Lindegren kam 2001 von Clifford Chance (damals noch Clifford Chance Pünder) in das Frankfurter Büro von White & Case. Seitdem prägte die Schwedin die Entwicklung der Kanzlei in Fragen zu Akquisitionsfinanzierungen entscheidend mit und begleitete auf Seiten finanzierender Banken und Darlehensnehmer zahlreiche Transaktionen. So gehörte sie zum Beraterteam, das die Banken bei der Celanese-Übernahme durch Blackstone beriet (mehr…) oder beim Verkauf der Messtechniksparte von E.on an den Investor CVC (mehr…). Zudem war sie lange für die Leitung der deutschen Bank- und Finanzpraxis mitverantwortlich. Allerdings übernahm zum Beginn dieses Jahres die junge, aufstrebende Münchner Partnerin Leila Röder diese Führungsposition. Sie steht damit künftig zusammen mit Dr. Tom Schorling aus Frankfurt an der Spitze des Teams.

Ulf Kreppel

Jones Day setzt Wachstumskurs fort

Ulf Kreppel kam 2003 von Allen & Overy zu White & Case (mehr…) und leitete seitdem das Team für Strukturierte Finanzierungen, das unter anderem Verbriefungen und Derivate-Transaktionen begleitet, ebenso wie Restrukturierungen im Finanzsektor. Im Frankfurter Markt erwarb sich Kreppel schnell einen guten Ruf bei der Beratung deutscher und europäischer Banken und Investoren. Gute Kontakte hat er beispielsweise zur UniCredit und zur BayernLB. Im Zuge der strategischen Stärkung des Münchner White & Case-Büros war Kreppel im Sommer 2010 an die Isar gewechselt. Seine Leitungsfunktion übernehmen künftig der Frankfurter Equity-Partner Dr. Dennis Heuer und der Local-Partner Michel Rützel.

Der dritte Neuzugang für Jones Day, Nick Wittek, arbeitete seit 2003 für White & Case. 2007 ernannte ihn die Kanzlei zum Local-Partner. Der junge Finanz- und Kapitalmarktrechtler arbeitete eng mit Kreppel zusammen und war an diversen größeren Transaktionen beteiligt, unter anderem dem Umbau der WestLB (mehr…). Marktbeobachtern fiel er zuletzt zunehmend mit dem Ausbau seiner Derivate-Praxis positiv auf.

„Der Zugang des starken Teams um Annica Lindegren ist ein großer Erfolg, der erneut beweist, dass wir für hochkarätige Quereinsteiger inzwischen zu einer der besten Adressen geworden sind“, sagt Ansgar Rempp, der seit Kurzem als Partner-in-Charge Deutschland für alle drei Jones Day-Standorte zuständig ist. „Dies wird unsere deutsche Praxis ein weiteres großes Stück voranbringen.“

Bei Jones Day treffen die Quereinsteiger auf eine zuletzt personell sehr expansive Bank- und Kapitalmarktpraxis, die sich immer mehr auf das noch junge Düsseldorfer Büro verlagert hat. Erst zum Jahresbeginn kam dort ein Team von Bankrechtlern um die anerkannte Luther-Partnerin Claudia Leyendecker hinzu (mehr…). Im Zuge der neuen Managementausrichtung bei Jones Day verlagerte unlängst zudem die Münchner Finanzrechtlerin Sandra Kamper ihren Schwerpunkt nach Düsseldorf (mehr…).

White & Case erhöht Druck

Im Gegensatz zum zügigen Aufbau der lange Jahre lediglich kleinen Bank- und Finanzpraxis bei Jones Day schrumpfte die Praxis bei White & Case zuletzt sichtbar. So verließ beispielsweise im Sommer vergangenen Jahres in Frankfurt Julia Müller das Finanzteam in Richtung K&L Gates (mehr…), zuletzt ging ein Team um Sabine Schomaker zu SJ Berwin (mehr…). Marktbeobachter führen diese Entwicklung und den Weggang zum Teil sehr anerkannter Anwälte auf verschiedene Ursachen zurück. Noch während der Finanzkrise hatte White & Case ihre Finanzrechtspraxis in Frankfurt und München personell stark ausgebaut und dabei auch viele jüngere Anwälte zu Partnern ernannt.

Vor allem aber seit der Finanzkrise ab 2008 stand die Kanzlei, wie viele Wettbewerber auch, unter erhöhtem Druck. Sie musste mit ihrem Team auf zum Teil abnehmendes Geschäft reagieren, was insbesondere für die Praxis für Kredite und Akquisitionsfinanzierungen, aber auch bei Strukturierten Finanzierungen galt. Zuletzt zog der Markt zwar wieder an, dennoch gelingt es vielen Bank- und Finanzpraxen nicht mehr, die höheren Stundensätze früherer Jahre bei ihren Mandanten abzurufen.

Zudem erhöhte White & Case bundesweit und über alle Fachbereiche hinweg zuletzt die Erwartungen an ihre Partner – nicht nur – aber maßgeblich auch hinsichtlich deren Profitabilität. Dem konnten und wollten einige Partner nicht folgen. So verließen im vergangenen Jahr so viele Partner wie lange nicht die Sozietät, zum Teil wie nun auch sehr bekannte und anerkannte Größen. Erst zum Jahreswechsel waren beispielsweise in Hamburg der sehr bekannte Öffentlichrechtler Kersten Wagner-Cardenal sowie die M&A-Experten Dr. Frank Evers und Dr. Christian Jacobs (mehr…) gegangen. (Marcus Jung, René Bender)

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