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28.09.2017

Neue Schiedsboutique: Gründer kommen von Wach + Meckes und Heuking

Der Reigen von Boutique-Gründungen im Schiedswesen setzt sich fort. In München haben Mitte September zwei erfahrene Associates die Kanzlei Seven Summits Arbitration Bücheler Flecke-Giammarco gegründet. Dr. Gebhard Bücheler (39) kam von der Münchner Kanzlei Wach + Meckes, Gustav Flecke-Giammarco (37) hatte bis vor Kurzem bei Heuking Kühn Lüer Wojtek in Düsseldorf gearbeitet. Erst kürzlich war auch in Hamburg eine neue Schiedsboutique an den Start gegangen.

Bücheler_Gebhard

Gebhard Bücheler

Beide Gründungspartner von Seven Summits sind Teil der internationalen Schiedsszene und haben sich in Paris kennengelernt. Flecke-Giammarco war dort von 2009 bis 2015 Counsel beim Internationalen Schiedsgerichtshof (ICC), zuletzt als Leiter des Fall-Management-Teams für die deutschsprachigen Länder, die Benelux-Staaten und Skandinavien. Bücheler hatte seit 2010 für knapp drei Jahre als Associate im Pariser Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer gearbeitet.

2013 kehrte Bücheler nach Deutschland zurück und wechselte zu der Münchner Konfliktlösungsboutique Wach + Meckes. Dort war er auch an Verfahren vor staatlichen Gerichten beteiligt, etwa bei Organhaftungsfällen und Post-M&A-Streitigkeiten. Flecke-Giammarco war bei Heuking ab 2015 vor allem in Parteivertreter-Mandate der Düsseldorfer Schiedsrechtspartner Dr. Wolfgang Kühn und Ulrike Gantenberg eingebunden. Im Frühjahr 2017 machte er sich selbstständig. Daneben ist Flecke-Giammarco als Teil des zwölfköpfigen Redaktionsausschusses stark in die Reform der DIS-Schiedsordnung eingebunden, die im kommenden Jahr in Kraft treten soll.

Konflikte und Kosten treiben den Trend zur Schiedsboutique

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Gustav Flecke-Giammarco

Gemeinsam wollen Bücheler und Flecke-Giammarco künftig von München aus internationale Schiedsverfahren begleiten, als Schiedsrichter wie auch als Parteivertreter. Mit der Gründung einer spezialisierten Einheit liegen sie im Trend. Erst kürzlich ist in Hamburg Manner Spangenberg an den Start gegangen, Gründungspartner sind der Latham-Associate Dr. Jan Spangenberg und der Inhousejurist Dr. Simon Manner von Nordex. In Düsseldorf hat sich im Sommer zudem der frühere Clifford Chance-Counsel Dr. Stefan Kirsten selbstständig gemacht. Weitere Beispiele für junge Konfliktlösungsboutiquen sind etwa Wagner Arbitration in Berlin und JM Legal in München.

Häufig kommen die Gründer der Boutiquen aus internationalen Großkanzleien, da dort oft Mandatskonflikte vor allem die Schiedsrichtertätigkeit von Anwälten hemmen. Zudem schrecken die mit Großkanzleistrukturen verbundenen hohen Kosten viele Mandanten ab. Da die meisten Schiedsverfahren ohnehin von überschaubaren Kernteams geführt werden, können sie auch unabhängige kleine Einheiten anbieten. (Marc Chmielewski)

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