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17.02.2012

Insolvenz nach Produktionsstopp: Dr. Beck & Partner verwaltet Müller-Brot

Gut zwei Wochen nach dem Bekanntwerden von erheblichen Hygienemängeln und einem Produktionsstopp durch die Aufsichtsbehörden hat die Großbäckerei Müller-Brot gestern beim Amtsgericht Landshut Insolvenz angemeldet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. Hubert Ampferl bestellt, Partner der Nürnberger Insolvenzkanzlei Dr. Beck & Partner.

Hubert Ampferl

Hubert Ampferl

Von der Insolvenz sind bis zu 1.300 Mitarbeiter betroffen. Ende Januar hatte die Lebensmittelaufsicht die Produktionsstätte der Bäckerei in Neufahrn geschlossen. Schon seit Langem war immer wieder die Hygiene im Betrieb bemängelt worden. Nach dem Eingreifen der Kontrolleure zogen sich Großabnehmer wie Aldi Süd und Lidl zurück und der Umsatz des Unternehmens brach ein. Trotz des Insolvenzantrags solle die Produktion jedoch kurzfristig wieder aufgenommen werden, so das Unternehmen. Ein erneuter Kontrolltermin ist für heute vorgesehen.

Insolvenzverwalter Ampferl hat nach Auskunft von Müller-Brot die nötigen Gelder für die Weiterführung bereits freigegeben. Müller-Brot betreibt weit über 200 Filialen, beliefert aber auch in großem Umfang Handelsketten an insgesamt mehr als 3.000 Verkaufsstellen. Der Jahresumsatz liegt laut Unternehmen bei mehr als 100 Millionen Euro.

Dr. Beck & Partner gilt vom Ansatz her als sanierungsorientiert und ist in Süddeutschland eine der ersten Adressen für Großinsolvenzen. Ampferl verwaltete unter anderem Schmack Biogas (mehr…). Zuletzt verwaltete er die Wittenbauer-Gruppe und den Tank- und Behälterhersteller Raum Inox. In beiden Fällen gelang es, große Teile der Unternehmen zu retten. (Astrid Jatzkowski)

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