Nach Eyemaxx-Insolvenz

VST geht mit Preslmayr und Engelhart in Sanierungsverfahren

Nur zwei Wochen nach der Insolvenz von Eyemaxx Real Estate hat das Landgericht Korneuburg ein weiteres Verfahren in diesem Zusammenhang eröffnet: Auch die VST Building Technologies durchläuft ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Zum Masseverwalter bestellte das Gericht Dr. Matthias Schmidt von der Kanzlei Preslmayr.

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Bei der insolventen VST Building Technologies handelt es sich um einen Bauzulieferer mit Sitz in Leopoldsdorf. Die Schwestergesellschaft von Eyemaxx ist geschäftlich und personell mit dem Projektentwickler verbunden und wurde so von deren Insolvenz mitgerissen. Es handelt sich um ein Hauptverfahren im Sinne der Europäischen Insolvenzverordnung (EuInsVO). Die Passiva belaufen sich auf rund 22 Millionen Euro. Das Unternehmen hat 55 Gläubiger und neun Angestellte.

Ebenfalls Anleihegläubiger in Deutschland betroffen

Matthias Schmidt

Zudem hat VST wie Eyemaxx auch eine Anleihe begeben. Bei der Insolvenz des Projektentwicklers leisten die Anleihegläubiger bereits Widerstand. Das Volumen beträgt im Fall von VST 15 Millionen Euro. Die nicht nachrangige Anleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis 2024 ist an der Frankfurter Börse notiert. Die Anleihegläubiger unterfallen dem österreichischen Kuratorengesetz, weil die Schuldnerin im österreichischen Firmenbuch eingetragen ist. Demnach werden die Rechte der Anleihegläubiger in diesem Insolvenzverfahren durch den Kurator wahrgenommen.

Der Sanierungsplan sieht für die Gläubiger eine Quote von 20 Prozent zu zahlen binnen drei Jahren vor. Bei diesem Vorschlag der Schuldnerin handelt es sich um die derzeit gültige Mindestquote und Maximalfrist sowie die langfristigste Fälligkeit der ersten Sanierungsplanquote. Der Insolvenzverwalter prüft, ob bessere Optionen möglich sind.

Das Unternehmen soll während der Sanierung weitergeführt werden. Es hat Tochtergesellschaften in Österreich, Deutschland, Polen und Dänemark.

Masseverwalter
Preslmayr (Wien): Dr. Matthias Schmidt, Christian Podoschek (Masseverwalterstellvertreter)

Kurator Anleihegläubiger
Vogt Witzmann (Wien): Nikolaus Vogt

Schuldnervertreter
Dr. Engelhart & Partner (Wien): Clemens Richter (Insolvenzrecht)

Hintergrund: Preslmayr-Partner Schmidt ist einer der renommiertesten Insolvenzrechtler Österreichs. Sein Stellvertreter, Partner Podoschek, ist als Vertreter der Einlagensicherung Austria (ESA) bekannt und aktuell für sie im Zusammenhang mit den Pleiten der Banken Commerzialbank Mattersburg, AAB und Autobank im Einsatz.

Die Wiener Kanzlei Engelhart gehört wie Preslmayr zur erweiterten Marktspitze im Insolvenzrecht in Österreich. Für die Schuldnerin kommt die Einheit erstmals zum Zug. Das Mandat entstand aufgrund diverser Empfehlungen.

Vogt war bis 2004 Anwalt bei Dorda und ist seither selbstständig. Die Kooperation mit Anneliese Witzmann besteht seit 2015. Da das Unternehmen seinen Hauptsitz in Österreich hat, sieht das österreichische Gesetz die Bestellung eines Kurators für die Anleihegläubiger vor. Das ist unabhängig davon, ob die Anleihe nach österreichischem oder wie in diesem Fall nach deutschen Recht begeben wurde.

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