Legal Tech & Legal Ops
Wer und was bewegt den Rechtsmarkt von morgen? Aktuelle Entwicklungen zu Legal Tech und Legal Operations – im übersichtlichen Newsticker!
März 2026
K&L Gates erhält ISO-Zertifizierung für KI-Governance
K&L Gates hat die ISO/IEC 42001:2023-Zertifizierung für ihr KI-Managementsystem erhalten. Die Zertifizierung ist einer der ersten globalen Standard für KI-Managementsysteme. Sie bestätigt nach einem unabhängigen Audit robuste Kontrollmechanismen in den Bereichen Risikomanagement, Ethik, Transparenz und Datenschutz. K&L Gates nutzt KI unter anderem für Rechtsrecherche, Dokumentenerstellung und Due Diligence und setzt dafür auf Plattformen wie Legora, Relativity Analytics, CoCounsel oder Copilot. Sollte sich die Zertifizierung als Wettbewerbsvorteil bei der Mandantengewinnung erweisen, könnten weitere Kanzleien nachziehen und sich ebenfalls zertifizieren lassen.
SKW Schwarz baut Innovationsteam weiter aus
Die Mittelstandskanzlei SKW Schwarz hat sich Verstärkung für ihr sogenanntes Innovation Lab besorgt: Seit März gehört Annkathrin Wiltz als Legal Tech & Innovation Managerin zum Team. Die Wirtschaftsjuristin war zuletzt bei PXR in Berlin tätig und hat dort und bei ihrer vorherigen Station als Transaction Lawyer bei Freshfields umfassende Erfahrung in Legal Tech und Prozessoptimierung gesammelt. Sie soll helfen, juristische Workflows durch KI-gestützte Tools effizienter gestalten.
Legora sammelt 550 Millionen US-Dollar für US-Expansion ein
Die KI-Plattform Legora hat in einer Serie-D-Finanzierungsrunde 550 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 5,55 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Die Runde wurde von Accel angeführt, mit Beteiligung von Benchmark, Bessemer Venture Partners, General Catalyst sowie neuen Investoren wie Alkeon Capital, Bain Capital und Salesforce Ventures. Das Unternehmen baut seine US-Präsenz mit neuen Büros in Houston und Chicago aus und plant, die Mitarbeiterzahl in den USA bis Ende 2026 auf über 300 zu steigern. Zu den Kunden zählen unter anderem White & Case, Cleary Gottlieb und Goodwin. Weltweit nutzen bereits 800 Kunden die Plattform.
Neue Legal Engineer bei Capgemini kommt von der Arag
Anfang März ist Daniella Domokos als Strategy & Transformation Managing Consultant (Legal Engineer) zu der Strategieberatung Capgemini Invent gewechselt. Dort arbeitet die 31-Jährige im Team von Oliver Stuke (Enterprise Data & Analytics) an Datenökosystemen, rechtskonformer Datennutzung und Datenpolitik für den öffentlichen Sektor. Ein Fokusthema dabei ist KI im Rechtsbereich. Zuvor war Domokos bei dem Versicherer Arag tätig, wo sie den internationalen Rechtsmarkt mit Schwerpunkt Legal Tech und Legal AI analysierte und die Vorstände zur Umsetzung neuer Legal-Tech-Projekte beriet.
KI-Patentplattform DeepIP sammelt 25 Millionen US-Dollar ein
Das in New York und Paris ansässige Start-up DeepIP hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 25 Millionen US-Dollar eingesammelt und erreicht damit eine Gesamtfinanzierung von 40 Millionen US-Dollar. Die Runde wurde von Korelya Capital und Serena angeführt, mit Beteiligung von Headline und Balderton. Die KI-Plattform integriert sich in bestehende Workflows wie Microsoft Word und IP-Management-Systeme und wird laut DeepIP bereits von über 400 Patentrechtskanzleien und IP-Teams genutzt, darunter Greenberg Traurig oder Philips. DeepIP wurde 2024 von François-Xavier Leduc und Edouard d’Archimbaud gegründet, die zuvor bereits das KI-Unternehmen Kili Technology aufgebaut hatten.
Februar 2026
PwC und Legalian kooperieren bei Geldwäscheprävention
Das Legal-Tech-Unternehmen Legalian und PricewaterhouseCoopers Deutschland haben eine strategische Kooperation vereinbart. Ziel ist es, datenbasierte Effizienz in der Geldwäscheprävention zu erreichen. Die Zusammenarbeit soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Compliance-Prozesse zu optimieren und regulatorische Anforderungen effektiver zu erfüllen. Durch die Kombination von PwCs Beratungs-Know-how und Legalians technologischen Lösungen wollen die Partner innovative Ansätze entwickeln.
Legalian ermöglicht die automatisierte Einholung von validen Primärdaten aus weltweiten Quellen. Dadurch soll sich die Datengrundlage spürbar verbessern und in der Folge lassen sich Risikoprofile von Kunden und Geschäftspartnern präziser und schneller einschätzen. Der hohe Automatisierungsgrad bei Standard- und Massenfällen soll den notwendigen Freiraum für komplizierte Fälle schaffen. Ressourcen, die bisher in der Datenbeschaffung und Routineprüfung gebunden waren, stünden nun für Fälle zur Verfügung, die aufgrund ihrer Struktur oder Auffälligkeiten eine gesonderte, menschliche Aufmerksamkeit erfordern, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Unternehmen.
Legalian ist ein spezialisierter Technologieanbieter, der die Durchführung von Know-Your-Customer- (KYC) und Compliance-Prozessen durch einen hohen Automatisierungsgrad transformieren will.
Legal AI Network knackt 30-Mitglieder-Marke
Das Legal AI Network hat seine deutschlandweite Expansion mit der Aufnahme neuer strategischer Partner fortgesetzt. Jüngstes Mitglied ist die in Essen ansässige Kanzlei Kümmerlein als neuer strategischer Kanzleipartner. Gleichzeitig verstärken sieben mittelständische Unternehmen als Corporate Partner das Netzwerk: Balluff, Dekra Georg von Holtzbrinck, Roto Frank Holding, TeamViewer Germany, Trumpf sowie MVV Energie. Das Anfang 2023 gegründete strategische Innovationsnetzwerk zählt nach dem jüngsten Wachstumsschub nun 35 Mitglieder, bestehend aus Full-Service-Wirtschaftskanzleien und mittelständischen Unternehmen. Für 2026 plant das Legal AI Network ein verstärktes Benchmarking für Wirtschaftskanzleien und will sich verstärkt mit den Herausforderungen für mittelständische Unternehmen befassen, die aus steigenden regulatorischen Komplexitäten entstehen. Beide Gruppen arbeiten zudem an der Kuratierung geeigneter Lösungsanbieter in den Bereichen Legal Tech, Trust Tech und Reg Tech mit. Das Legal Ai Network ist ein Netzwerk für den Mittelstand, das branchenübergreifend Kanzleien und Unternehmen zusammenbringt, um die digitale Transformation zu gestalten und mandantenzentrierte Problemlösungen zu finden und zu entwickeln.
Legal Tech Verband wählt neue Doppelspitze
Die Mitglieder des Legal Tech Verbands Deutschland haben einen neuen Vorstand gewählt. Maraja Fistanić, CRO und Co-Managing Director von Lexemo, sowie Stefan Schicker, CEO von Inspiring Pioneers, übernehmen gemeinsam den Vorstandsvorsitz. Beide waren bereits zuvor Vorstandsmitglieder und wurden in ihren Positionen bestätigt. Zu den neu gewählten Vorstandsmitgliedern gehören Mareike Petrowitsch, General Counsel bei Urban Sports Club, und Dr. Jan Wildhirth, Managing Director von Fieldfisher X. Wiedergewählt wurden neben den beiden Vorsitzenden auch Alisha Andert von This is Legal Design, Sebastian von Glahn von C.H.Beck, Dr. Philipp Hammerich von rightmart und Philippa Peters von Fides Technology. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Dr. Sven-Alexander von Normann, Deputy Group General Counsel von Bauer Media, und Mariam El-Ahmad, Co-Founder von Rotwang Law. Parallel zur Vorstandswahl gab es Veränderungen im Beirat des Verbands. Valerie Keilhau wechselt aus der Geschäftsführung in das Beratungsgremium, sie ist nun Geschäftsführerin der Handwerkskammer Hamburg. Als prominente Neuzugang konnte der Verband die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries für den Beirat gewinnen. Mit ihrer Erfahrung soll sie die rechtspolitische Expertise des Gremiums stärken und den Dialog zur Digitalisierung der Justiz vorantreiben.
Anthropic stellt KI-Plugin für Rechtsbranche vor
Das KI-Unternehmen Anthropic, Entwickler von Claude AI, hat ein neues Tool für die Rechtsbranche vorgestellt. Das Plugin für ‚Claude Cowork‘ soll bei der Automatisierung der juristischen Recherche und Dokumentenerstellung unterstützen. Nach der Ankündigung brachen die Aktienkurse großer Anbieter von Legal Tech und juristischen Datenbanken ein, darunter etwa Thomson Reuters oder Wolters Kluwer. Auch die Kurse von Softwareunternehmen wie Adobe oder Salesforce waren in der Folge betroffen. Experten sehen disruptives Potenzial für den Markt. Denn zum ersten Mal integriert ein Foundation Model ein Produkt für Workflows im Rechtsbereich direkt in seine Plattform, anstatt lediglich eine Schnittstelle für Legal-Tech-Anbieter bereitzustellen.
Januar 2026
Neuer Gesellschafter bei Legalian kommt von der Deutschen Bank
Das Münchener Tech-Start-up Legalian, das auf Compliance-Lösungen im Bereich Geldwäscheprävention und Geldwäschegesetzes fokussiert ist, hat Dr. Jan-Gerrit Iken in den Gesellschafterkreis aufgenommen. Der Experte für regulatorische Praxis soll die strategische Ausrichtung des inhabergeführten Unternehmens stärken. Iken bringt langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Regulatorik und Technologie ein. Zuvor war Iken als Global Head of Monitoring & Screening bei der Deutschen Bank und als Global Head of Financial Crime bei der Commerzbank tätig. Seine Expertise soll besonders in die fachliche Fundierung und Qualitätskontrolle der Compliance-Lösungen einfließen.
Libra ernennt neue Head of Legal Engineering Benelux
Seit Anfang des Jahres ist Anna Posthumus Meyjes neue Head of Legal Engineering Benelux bei Libra. Die Anwältin war zuvor seit knapp einem Jahr Lead Project Innovation bei Wolters Kluwer, die Libra Ende 2025 übernommen hat und ihren Stammsitz in den Niederlanden hat. Posthumus Meyjes bringt Erfahrung aus verschiedenen Kanzleien in den Niederlanden mit, insbesondere in Litigation. Zusätzlich ist sie seit mehreren Jahren im Bereich Legal Tech und Legal Design tätig, 2019 gründete sie Aclara Legal Design. Bei Libra unterstützt die Anwältin Rechtsteams beim Einsatz von KI und arbeitet an der Entwicklung benutzerfreundlicher Lösungen.