Millionenschwere Forderungen

Deutsche Bank und Fondsgesellschaft bei Schiffs-KapMuG erneut erfolgreich

Der Bundesgerichtshof hat in einem KapMuG-Verfahren über Prospektfehler bei Schiffsfonds erneut zugunsten der Deutschen Bank entschieden. Soweit bekannt betrifft der Fall mehrere Hundert weitere anhängige Verfahren vor deutschen Gerichten.

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Der Bundesgerichtshof hält den Verkaufsprospekt für einen geschlossenen Fonds der Hamburger Emittentin Nordcapital nicht für fehlerhaft. Die Deutsche Bank hatte 2008 den Fonds vermittelt (Az. XI ZB 33/19). Vor dem BGH hatte bereits das Oberlandesgericht Frankfurt (II ZB 29/19) die Musterklage abgewiesen.

Über den Fonds hatte eine hohe vierstellige Anzahl von Privatanlegern einen dreistelligen Millionenbetrag in bis zu 12 Massengutfrachtschiffe, sogenannte Bulker, investiert. Im Zuge der Finanzkrise 2008 verloren die Investoren nahezu ihr gesamtes eingesetztes Kapital. Daraufhin fochten die Musterklägerin sowie zahlreiche weitere Anleger den Prospekt an.

Nach JUVE-Informationen hingen für die Deutsche Bank von der Klageabweisung des Bundesgerichtshof weit über 25 Millionen Euro ab. Ferner soll das nun abgeschlossene Verfahren mehrere Hundert derzeit ausgesetzte Ausgangsverfahren an Gerichten bundesweit betreffen, die nun erneut aufgenommen werden. 

Matthias Siegmann

Vertreter Musterklägerin und Musterrechtsbeschwerdeführerin
Dr. Matthias Siegmann (Karlsruhe; BGH-Vertretung)
Von Ferber Langer (Hamburg): Karl-Georg von Ferber (Bank- und Kapitalmarktrecht)

Vertreter Beigeladener und Rechtsbeschwerdeführer
Scheuch & Lindner (Karlsruhe): Richard Lindner (BGH-Vertretung)
Schirp & Partner (Berlin) – keine Nennung

Karl-Georg von Ferber

Vertreter Deutsche Bank AG
Dr. Reiner Hall (Karlsruhe; BGH-Vertretung)
Noerr (Frankfurt): Dr. Dieter Hettenbach (Frankfurt), Christian Kirchner (beide Konfliktlösung; Berlin), Dr. Madlen Kotte (Prozessrecht)
Inhouse Recht: Michael Strauch (Düsseldorf), Dr. Claudio Müssig (Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Dieter Hettenbach

Vertreter Nordcapital Emissionshaus/Nordcapital Treuhand
Rohnke Winter (Karlsruhe): Dr. Thomas Winter (BGH-Vertretung)
Lebuhn & Puchta (Hamburg): Dr. Ulrich Stahl (maritimes Wirtschaftsrecht)

Bundesgerichtshof, XI. Zivilsenat
Dr. Jürgen Ellenberger (Vorsitzender Richter), Dr. Christian Grüneberg, Dr. Desirée Dauber, Dr. Michael Schild von Spannenberg, Julia Ettl (alle Richter)

Reiner Hall

Hintergrund: Die Musterklägerin wurde erstinstanzlich von Namenspartner von Ferber aus der Hamburger Kanzlei Langer von Ferber vertreten. Die BGH-Vertretung übernahm Siegmann, ein Spezialist für Sammel- und Musterklagen, der auch am kürzlich abgeschlossenen KapMuG-Verfahren zum ‚Lloyd Fonds Schiffsportfolio II‘ beteiligt war, allerdings auf Beklagtenseite.

Die Deutsche Bank ist Stammmandantin des Noerr-Partnergespanns, bestehend aus Hettenbach und Kirchner. Sie begleiteten ihre Mandantin zum vierten Mal in Folge in einem komplexen Massenverfahren erfolgreich durch alle Instanzen und waren ebenfalls am ‚Lloyd Fonds Schiffsportfolio II‘-Verfahren beteiligt. Auch BGH-Anwalt Hall ist ein Experte für diese Themen und wurde schon des Öfteren von der Deutschen Bank mandatiert.

Ulrich Stahl

Lebuhn & Puchta ist auf maritimes Wirtschaftsrecht spezialisiert. Das Hamburger Unternehmen Erck Rickmers und seine Gesellschaften – zu denen auch das Emissionshaus Nordcapital zählt – greift regelmäßig auf die Hamburger Kanzlei zurück. 

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