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Kempf erreicht Einstellung des Untreueverfahrens für Ex-WestLB-Chef

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Das Untreueverfahren gegen Hans-Jürgen Sengera, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der WestLB, ist eingestellt worden. Das Landgericht Düsseldorf gab seine Verfügung Anfang dieser Woche bekannt, wonach der Ex-Manager 100.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlt.

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Das Gericht traf seine Entscheidung mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft und des Angeklagten. Sengera wurde beschuldigt, 1999 als Vorstandsmitglied der WestLB einen Kredit in Höhe von über eine Milliarde Euro an die britische Leasinggesellschaft Boxclever bewilligt zu haben, ohne eine sorgfältige Bonitätsprüfung vorzunehmen. Boxclever meldete später Insolvenz an. Daraus entstand der WestLB ein Schaden von 427 Millionen Euro. Sengera war von 2001 an Vorstandschef der WestLB und trat Mitte 2003 im Zusammenhang mit dieser Affäre zurück.

Im Ausgangsverfahren vor dem Düsseldorfer Landgericht (mehr…) hatte Sengera noch einen Freispruch erreicht. Die seinerzeit zuständige Strafkammer sah den Tatvorwurf einer schweren Untreue als nicht erwiesen an, weil es an der erforderlichen vorsätzlichen Vermögensschädigung durch den Bankvorstand gefehlt habe. Diesen Freispruch kassierte der Bundesgerichtshof jedoch 2009 ein und verwies das Strafverfahren erneut an das LG Düsseldorf zurück. Insbesondere sollte die Strafkammer die Risikobewertung bei der Kreditvergabe beleuchten.

Bei der jetzigen Einstellung berücksichtige das Gericht das Alter von Sengera sowie seine fehlenden Vorstrafen. Zudem handele es sich um ein einmaliges Fehlverhalten, bei dem sich der Angeklagte nicht persönlich bereichert habe. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Vertreter Hans-Jürgen Sengera
Kempf & Dannenfeldt (Frankfurt): Eberhard Kempf – aus dem Markt bekannt

Staatsanwaltschaft Düsseldorf
Keine Nennungen

Landgericht Düsseldorf, 10. Strafkammer
Markus Fuchs (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Im ursprünglichen Verfahren setzte Sengera zunächst auf den bekannten Kölner Strafverteidiger Christian Richter. Richter verstarb jedoch 2009 (mehr…), jedoch trat bereits zuvor als Verteidiger  Eberhard Kempf, Namenspartner von Kempf & Dannenfeldt, in Erscheinung. Er begleitete neben der Hauptversammlung auch die Revisionsverhandlung vor dem BGH. Der Frankfurter Strafverteidiger vertrat unter anderen Josef Ackermann (mehr…) im Zusammenhang mit möglichen Falschaussagen im Kirch-Prozess sowie den ehemaligen Conergy-Vorstand Hans-Martin Rüter im Ermittlungsverfahren.

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