Juve Plus Kirch-Prozess

Ex-Vorstand Fitschen wappnet sich mit renommiertem Revisionsrechtler

Autor/en
  • Ludger Steckelbach

Die Bundesanwaltschaft hat sich in das Revisionsverfahren im sogenannten Kirch-Prozess eingeschaltet. Knapp zwei Jahre nach den Freisprüchen für frühere Vorstände der Deutschen Bank verlangen nun auch die Karlsruher Strafverfolger eine Überprüfung des Urteils. Direkt nach der Entscheidung hatte schon die Staatsanwaltschaft München Rechtsmittel eingelegt.

Teilen Sie unseren Beitrag
Ali Norouzi
Ali Norouzi

Die „Neue Juristische Wochenschrift“ (NJW) berichtete zuerst vom Engagement der Bundesanwälte. Das Landgericht München hatte im April 2016 fünf frühere Vorstände der Bank vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs freigesprochen: den damals aktiven Co-Chef Jürgen Fitschen, die früheren Chefs Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie die ehemaligen Vorstände Clemens Börsig und Tessen von Heydebreck. Sie waren angeklagt, weil sie in dem Prozess des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch gegen die Bank das Oberlandesgericht München angelogen haben sollten. Dieser eigentliche Kirch-Prozess endete 2014 mit einem Vergleich über 925 Millionen Euro.

Gegen die Freisprüche für Fitschen, Ackermann und Breuer hatte zunächst die Münchner Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Wie die NJW berichtet, begründen die bayerischen Staatsanwälte ihre Revisionsforderung auf rund 3.500 Seiten. Nun übernimmt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe und verlangt, dass die obersten Strafrichter den Freispruch in einer mündlichen Verhandlung überprüfen.

Vertreter Jürgen Fitschen
Widmaier Norouzi (Berlin): Dr. Ali Norouzi
Feigen Graf (Frankfurt): Hanns Feigen, Dr. Tilman Reichling
Livonius (Frankfurt): Dr. Barbara Livonius

Vertreter Josef Ackermann
Kempf Schilling (Frankfurt): Eberhard Kempf, Dr. Hellen Schilling
Trüg Habetha (Freiburg): Prof. Dr. Gerson Trüg

Vertreter Rolf Breuer
Grub Brugger & Partner (München): Dr. Norbert Scharf; Associate: Dr. Andreas Weitzell
Heiß & Leppla (München): Dr. Maximilian Heiß

Bundesanwaltschaft Karlsruhe
nicht bekannt

Bundesgerichtshof Karlsruhe, 1. Strafsenat
Rolf Raum (Vorsitzender Richter)

Hintergrund: Die Vertreter sind aus dem Markt bekannt. Norouzi, der lange mit dem über Jahre führenden und inzwischen verstorbenen Straf- und Verfassungsrechtler Gunter Widmaier zusammengearbeitet hat, gehört inzwischen selbst zu den angesehensten Revisionsverteidigern. Die übrigen Ex-Vorstände vertrauen weiter auf ihre Instanzverteidiger. Trüg, der zur Zeit der Freisprüche noch bei Bender Harrer Krevet tätig war, gründete 2017 seine eigene Kanzlei.

Artikel teilen

Gerne dürfen Sie unseren Artikel auf Ihrer Website und/oder auf Social Media zitieren und mit unserem Originaltext verlinken. Der Teaser auf Ihrer Seite darf die Überschrift und einen Absatz des Haupttextes enthalten. Weitere Rahmenbedingungen der Nutzung unserer Inhalte auf Ihrer Website entnehmen Sie bitte unseren Bedingungen für Nachdrucke und Lizenzierung.

Für die Übernahme von Artikeln in Pressespiegel erhalten Sie die erforderlichen Nutzungsrechte über die PMG Presse-Monitor GmbH, Berlin.
www.pressemonitor.de

Lesen sie mehr zum Thema