Modekette

Orsay geht mit K&L Gates und White & Case in ein Schutzschirmverfahren

Die Textilhandelskette Orsay ist die nächste Leidtragende der Corona-Pandemie. Das Unternehmen aus dem badischen Willstätt hat Ende der vergangenen Woche ein insolvenzrechtliches Schutzschirmverfahren beantragt. Das Amtsgericht Offenburg bestellte daraufhin den White & Case-Partner Dr. Felix Höpker zum Sachwalter. Als Verfahrensbevollmächtigte für Orsay ist K&L Gates im Einsatz.

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Felix Höpker

Höpker, der im Januar 2022 bei White & Case Equity-Partner wird, ist nicht zum ersten Mal in der Modebranche aktiv. Von September 2020 an war er Sachwalter von Pimkie (Framode), die ihr Eigenverwaltungsverfahren Ende März 2021 erfolgreich abschließen konnte. Zu seinem Team gehörte damals wie heute der Associate Dr. Moritz Kriegs. An der Pimkie-Sanierung waren außerdem Kilian Haus von Buchalik Brömmekamp sowie Katrin Schröder von Osborne Clarke beteiligt.

Georg Bernsau

Schröder ist seit September als Senior Associate bei K&L Gates in Frankfurt tätig. Sie führt jetzt das Verfahren als Generalbevollmächtigte für die Orsay GmbH. Partner Dr. Georg Bernsau sowie Senior Associate Nicole Stephan und Finanzexperte Stefan Zahn beraten im Insolvenzrecht, unterstützt von Corporate-Partner Volker Gattringer sowie den Arbeitsrechtlerinnen Dr. Simone Wernicke und Leonie Abendroth. Neben Schröder und Höpker ist bei Orsay auch Buchalik-Brömmekamp-Anwalt Kilian Haus wieder mit an Bord.

Leichtes Wachstum in der Landeshauptstadt

Mit der erneuten Sachwalter-Bestellung in Baden-Württemberg wächst allmählich auch das Gewicht des kleinen Stuttgarter Büros von White & Case. Der Standort wird seit rund anderthalb Jahren von Düsseldorf aus aufgebaut. Nach den Sanierungsverfahren bei Gardeur, Pimkie, Esprit oder Appelrath Cüpper ist die Branchenkenntnis im Bereich Mode ein wichtiger Pluspunkt.

Sowohl Pimkie als auch Orsay gehören zur französischen Mulliez-Holding. Zählt man die gesamten Aktivitäten von Orsay und seinen Franchisepartnern zusammen, so kommt man auf 740 Shops in 34 Ländern sowie über 5.000 Beschäftigte. Die zentrale deutsche Gesellschaft, die jetzt den Schutzschirmantrag gestellt hat, beschäftigt 1.190 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von 257 Millionen Euro. 2019, also im Jahr vor Beginn der Covid-19-Pandemie, lag der Umsatz noch bei 373 Millionen Euro.

Im August 2021 war bekannt geworden, dass Orsay über den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesregierung einen 33 Millionen-Euro-Kredit erhalten hat. Laut dem Beschluss des Insolvenzgerichts Offenburg soll bis Ende Februar 2022 ein Insolvenzplan vorliegen.

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