Juve Plus Verfahren gegen Strauß

Politiker-Sohn mit Redekers Unterstützung zum Freispruch

Max Strauß ist vom Vorwurf der Steuerhinterziehung freigesprochen worden. Das hat das Landgericht Augsburg Anfang dieser Woche entschieden. Dem Sohn des früheren bayrischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß war vorgeworfen worden, von dem Rüstungslobbyisten Karheinz Schreiber Geld entgegengenommen und nicht versteuert zu haben. In einem ersten Prozess war Strauß 2004 zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil 2005 auf und verwies den Fall mit dezidierten Vorgaben zurück.

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Auch in der Neuauflage hatte die Staatsanwaltschaft, die allerdings einen Teil der Vorwürfe fallen gelassen hatte, um eine Verurteilung gekämpft und eine Freiheitsstrafe beantragt. Das Gericht sah es jedoch nicht als erwiesen an, dass Strauß je Geld von Schreiber bekommen hatte.

Vertreter Strauß

REDEKER SELLNER DAHS & WIDMAIER (Bonn): Prof. Dr. Heiko Lesch, Dr. Bernd Müßig

@KSP KRAUTKRÄMER DR. STRIEGEL & PARTNER (Krumbach): Manfred Krautkrämer (WP/StB)

PROF. HERRMANN & KOLLEGEN (Augsburg): Dr. Michael Fürst

Anklagevertretung

Staatsanwaltschaft Augsburg: Wolfgang Natale, Simone Bader

Landgericht Augsburg, 9. Strafkammer

Manfred Prexl (Vorsitzender Richter)

Redeker kam nach Anklageerhebung ins Mandat. Zunächst betreuten Lesch und Namenspartner Prof. Dr. Hans Dahs das Verfahren, Müßig kam mit der Vorbereitung der Revision dazu. Das Verfahren war vor rund zwölf Jahren eingeleitet worden, circa zehn Jahre davon stand Strauß auch der Münchner Strafverteidiger Wolfgang Dingfelder (von Dingfelder Eysell von Máriássy Dr. v. Stetten) zur Seite. Er vertrat ihn nicht nur im ersten Verfahren vor dem Landgericht Augsburg, sondern auch im so genannten Wabag-Prozess in München. Dort wurde Strauß wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Geldstrafe verurteilt.

Im vergangenen Jahr trennten sich Strauß und Dingfelder. Während Dingfelder dies gegenüber der Presse mit offenstehenden Rechnungen in Höhe von mehr als 100.000 Euro begründete, führte Strauß taktische Erwägungen an. Er habe einen Steuerexperten gebraucht. So kam der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Krautkrämer, auch parteipolitisch in der CSU aktiv, in das Mandat. Fürst war Pflichtverteidiger.

Der erste Prozess in Augsburg war 2004 unter dem Vorsitz des Richters am Landgericht Maximilian Hofmeister vor der 10. Strafkammer geführt worden. Hofmeister verurteilte erstinstanzlich nicht nur Strauß sondern auch den ebenfalls im Zusammenhang mit Zahlungen Schreibers angeklagten ehemaligen CSU-Politiker Ludwig-Holger Pfahls und zwei Thyssen-Manager. Hofmeister, Vizepräsident des Landgerichts Augsburg, sitzt jetzt einer Zivilkammer vor.

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