Absicherung

Generali verschlankt sich weiter mithilfe von Hogan Lovells

Die Restrukturierung des Versicherungskonzerns Generali schreitet weiter voran. Der Kölner Konzern stellte den Vermögensverwalter Generali Investments Europe neu auf. Im Juli hatte Generali Deutschland schon ihre Lebensversicherungsbestände an den Abwickler Viridium verkauft. Zusätzlich trennte sie sich von ihrem Exklusivvertrieb.

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Lars Mohnke
Lars Mohnke

Rund 90 Prozent der fast 2.800 Mitarbeiter des Exklusivvertriebs (EVG) vermitteln nun unter der Fahne der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) Versicherungen und Vermögensanlagen. Die meisten sind selbstständige Handelsvertreter. Für die angestellten Vertriebsmitarbeiter konnte sich das Unternehmen mit dem Konzernbetriebsrat ebenfalls auf einen Übergang einigen.

Im Zuge des Verkaufs von rund vier Millionen Lebensversicherungsverträgen an den Abwickler Viridium wechseln 300 Mitarbeiter, die bei Generali Leben bisher die geschlossenen Lebensversicherungsbestände managen, in eine neue Gesellschaft unter dem Dach von Viridium. Ihre Arbeitsbedingungen sollten unverändert bleiben, versicherten beide Seiten. Generali befindet sich, wie R+V und andere Versicherungen auch, seit Jahren in einem umfangreichen Restrukturierungsprozess.

Auch die unmittelbar an den italienischen Mutterkonzern angedockte Generali Investments Europe hat sich neu aufgestellt, um künftig effizienter agieren zu können. Zum Oktober wurde der Vermögensverwalter der internationalen Generali-Gruppe in drei spezialisierte Gesellschaften aufgesplittet: Die Generali Insurance Asset Management (GIAM) ist künftig für den Versicherungsbereich zuständig. Die neu gegründete Generali Investments Partners (GIP) legt ihren Schwerpunkt auf die Vermögensbildung. Eine dritte Gesellschaft stellt den technischen Support und das Backoffice für beide. Die 150 in Deutschland betroffenen Mitarbeiter wurden den neuen Einheiten zugeordnet, es gab keine Entlassungen.

Berater Generali Deutschland
Hogan Lovells (München): Dr. Hendrik Kornbichler, Dr. Lars Mohnke (Federführung); Associates: Dr. Angelika Hafenmayer, Dr. Philipp Lammers (alle Arbeitsrecht)
Inhouse Recht (Köln): Dr. Martin Kock (Leiter Arbeits- und Wirtschaftsrecht), Alexandra Handwerk (Gruppenleiterin Arbeitsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Viridium
Freshfields Bruckhaus Deringer (Hamburg): Dr. Boris Dzida, Dr. René Döring (Frankfurt; beide Arbeitsrecht)

Berater Konzernbetriebsrat
Arbeitsrechtskanzlei Hamburg (Hamburg): Carola Greiner-Mai

Berater Generali Investments Europe
Dechert (München): Angelo Lercara (Federführung; Financial Services), Dr. Olaf Fasshauer (Arbeitsrecht), Giovanni Russo (Gesellschaftsrecht), Associates: Dr. Oliver Kittner (Frankfurt), Dr. Denise Blessing (beide Financial Services)

Berater Betriebsrat
Weber & Partner (Köln): Dr. Martin Pröpper (Arbeitsrecht)

Hintergrund: Hogan Lovells-Partner Kornbichler und Counsel Mohnke beraten Generali in Deutschland bereits seit Jahren. Sie unterstützen die groß angelegte Restrukturierung der Versicherungsgruppe 2015  und zuletzt die Zusammenführung von Holding, Sach- und Lebensversicherung in der Generali Deutschland AG und der damit verbundenen Einführung einer Matrixorganisation. Bei der jetzigen arbeitsrechtlichen Beratung des Verkaufs an Viridium und der Übernahme des Vertriebs durch die DVAG übernahm Mohnke erstmals die Federführung. Die Arbeitsrechtspraxis von Hogan Lovells ist im Markt bekannt für ihre starke Präsenz bei Versicherern. Zu den Mandanten zählen unter anderem Ergo, Axa oder die Basler Versicherungen.

Ebenfalls schon an der Restrukturierung 2015 beteiligt war die bekannte Hamburger Arbeitnehmervertreterin Carola Greiner-Mai. Sie hatte bereits 2008, damals noch unter der Flagge der Arbeitnehmerkanzlei Bertelsmann & Gäbert, bei der Fusion von Generali, Volksfürsorge und Ampas den Gesamtbetriebsrat der Ampas beraten. 2013 schloss sie sich der Arbeitsrechtskanzlei Hamburg an, unter deren Dach sich einige renommierte Hamburger Betriebsratsanwälte zusammengefunden haben.

Freshfields begleitete Viridium beim Kauf der Lebensversicherungen in allen rechtlichen Fragen, so auch arbeitsrechtlich. Insbesondere Boris Dzida begleitet regelmäßig Fusionen und Übernahmen sowie die sich hieran anschließende Integration. Zuletzt war er Teil des großen Freshfields-Teams, das die HSH Nordbank beim Verkauf an eine Gruppe von Investoren um Cerberus und JC Flowers beriet.

Bis 2015 hatte die Versicherung ihren Hauptsitz in Köln, so war das Kölner Büro von Weber & Partner schon mehrfach aufseiten von Generali-Arbeitnehmergremien, aber auch für einzelne Arbeitnehmer tätig. So standen die  Weber-Anwälte Pröpper und Barbara Köckemann 2016 für Generali-Pensionäre wegen unzureichender Erhöhung der Betriebsrenten vor Gericht.

Auch für Dechert-Arbeitsrechtspartner Fasshauer ist Generali Investments keine Unbekannte: Er beriet die Generali-Gruppe bereits bei der Verschmelzung des deutschen Vermögensverwalters Generali Investments Deutschland (GID) mit der Generali Investments Europe.

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