Aufspaltung

Hewlett-Packard zerlegt sich mit Freshfields, Wachtell und Baker

Der kalifornische Technologiekonzern Hewlett-Packard hat sich selbst in zwei Teile zerlegt: Anfang November wurde die lang angekündigte Aufspaltung in HP Inc. und Hewlett-Packard Enterprise vollzogen. Die neuen Unternehmen erwirtschaften jeweils mehr als 50 Milliarden US-Dollar Umsatz und sind nun beide an der Börse notiert.

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Der kalifornische Technologiekonzern Hewlett-Packard hat sich selbst in zwei Teile zerlegt: Anfang November wurde die lang angekündigte Aufspaltung in HP Inc. und Hewlett-Packard Enterprise vollzogen. Die neuen Unternehmen erwirtschaften jeweils mehr als 50 Milliarden US-Dollar Umsatz und sind nun beide an der Börse notiert. 

Franz Aleth
Franz Aleth

Die Unternehmensgruppe wurde in die Geschäftsbereiche Enterprise und Printing and Personal Systems aufgeteilt. Hewlett-Packard Enterprise, die an der New Yorker Börse unter dem Tickersymbol HPE aufgenommen wurde, offeriert vor allem IT-Infrastruktur für Unternehmen, inklusive Software und Services. Die neue HP Inc. widmet sich unter dem alten Börsenkürzel HPQ dem klassischen Geschäft mit PCs und Druckern. Anteilseigner erhielten im Zuge der Umwandlungen neue Aktien von beiden Unternehmen.

Die Gesamtgruppe, die bereits seit 2011 verschlankt wird, hatte zuletzt 302.000 Beschäftigte, davon 9.320 in Deutschland. Die Umstrukturierung wird von einem weiteren umfangreichen Arbeitsplatzabbau begleitet. Hierzulande wurde die Trennung bereits am 1. August eingeläutet. Der IT-Dienstleister SNP begleitete den weltweiten Carve-out, indem er die SAP-Landschaft von HP entflocht. Die Verbundenheit von HP zu Deutschland reicht weit zurück – schon 1959 baute der US-Konzern in Böblingen bei Stuttgart seine erste Produktionsstätte außerhalb der USA auf. 

Florian Thamm
Florian Thamm

Berater Hewlett-Packard Unternehmensgruppe
Freshfields Bruckhaus Deringer (Köln): Dr. Franz Aleth, Dr. Gregor von Bonin (Düsseldorf), Dr. Oliver von Rosenberg (alle Corporate); Associates: Dr. Peter Stelmaszczyk, Stefan Bajohr, Dr. Andrea Zimmermann, Ursula Lier, Dr. Andreas Groten, Nils Derksen, Dr. Frederic Mirza Khanian, Christiane Fabel, Maike Pröhl, Anastasios Moraitis (alle Köln), Dr. Leo Götz von Olenhusen (Hamburg; alle Corporate), Michael Stump (Immobilienwirtschaftsrecht)
Baker & McKenzie: Susan Eandi (Arbeitsrecht; Palo Alto), Dr. Florian Thamm (Immobilienwirtschaftsrecht/M&A; Frankfurt); Associates: Dr. Niklas Wielandt (Koordination EMEA; Berlin); Dr. Daniel Bork (Frankfurt; beide Immobilienwirtschaftsrecht)
Kliemt & Vollstädt (Düsseldorf): Prof. Dr. Michael Kliemt, Jochen Saal
Wachtell Lipton Rosen & Katz (New York): keine Nennungen – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht: Rishi Varma (Senior Vice President, Deputy General Counsel; Houston), Sergio Letelier (Vice President; San Francisco), Miral Hamani (Director M&A/Corporate; Genf), Patrick Scott, Katie Colendich (beide Associate General Counsel; San Francisco) , Raphaël Sergi (Head of Corporate Transactions; Genf), Saswat Bohidar (Head of US Transactions Group; Palo Alto)

Hintergrund: Bemerkenswert ist, dass Hewlett Packard auch im Gesellschaftsrecht auf deutsche Berater setzte. Neben dem hier genannten Kernteam von Freshfields waren mehr als 100 Anwälte der Kanzlei in 17 Jurisdiktionen im Einsatz, darüber hinaus koordinierten sie weitere rund 200 Anwälte weltweit in Ländern, in denen Freshfields keine eigenen Standorte hat. 

Die US-Kanzlei Wachtell deckte nach JUVE-Informationen vor allem die kapitalmarktrechtlichen Aspekte der Transaktion ab. Nach eigenen Angaben waren auch die Corporate-Partner Andrew Brownstein und Benjamin Roth schon früh in die Umstrukturierung einbezogen.

Susan Endi, die nach JUVE-Recherchen mit einem multinationalen Team den Technologiekonzern im Hinblick auf die personellen Veränderungen unterstützt, führt bei Baker die weltweite Arbeitsrechtspraxis, die mehr als 500 Anwälte umfasst.

Hierzulande unterstützte die Arbeitsrechtskanzleit Kliemt & Vollstädt HP  bei den Interessenausgleichsverhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat; sie hatte den Technologiekonzern schon 2013 beraten, als er den Standort Rüsselheim schließen musste. Der Gesamtbetriebsrat wiederum mandatierte bezüglich der Aufspaltung Hans-Dieter Wolfarth von der Stuttgarter Kanzlei Wohlfarth Dr. Gutmann Pitterle Zeller.

Baker-Partner Thamm, Leiter der hiesigen Immobilienpraxis, steuerte mit einem kleinen Team aus Deutschland heraus den gesamten immobilienrechtlichen Teil der Aufspaltung in Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA). Dafür wurden in über 35 Jurisdiktionen rund 100 weitere Anwälte einbezogen.

Auch die breit aufgestellte HP-Rechtsabteilung war umfassend in die Aufspaltung involviert. Das oben genannte Kernteam zeigt, dass neben den US-Sydizi hier vor allem Inhousejuristen aus Genf koordinierend tätig waren, da in der Schweiz die europäische Konzernrechtsabteilung sitzt. In der Deutschland-Zentrale in Böblingen wurde gerade erst im Juli ein neuer Rechtschef ernannt: Dennis Grabherr, der zuvor für die British Telecom tätig war, leitet dort ein rund 25-köpfiges Juristenteam, mit dem er nun zu HP Enterprise wechselte. (Sonja Behrens)

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