Juve Plus Öffentliche Übernahme

Deutsche Börse greift mit Hengeler und Slaughter nach Allfunds

Die Deutsche Börse will die Fondsplattform Allfunds für 5,3 Milliarden Euro übernehmen. Der Dax-Konzern hat sich mit dem Management und den Großaktionären der spanisch-britischen Firma auf die Details des Zukaufs verständigt. Der Vollzug wird für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet.

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Die Transaktion sieht vor, dass Allfunds-Aktionäre je Aktie 8,80 Euro erhalten – davon 6 Euro in bar, 2,60 Euro in Deutsche-Börse-Aktien sowie eine Dividende von 0,20 Euro. Die drei größten Anteilseigner mit zusammen knapp 49 Prozent – Hellman & Friedman, der Staatsfonds GIC aus Singapur und BNP Paribas – haben bereits zugestimmt. Die Akquisition soll nach englischem Recht mittels eines gerichtlich genehmigten Scheme of Arrangement zwischen Allfunds und den Scheme-Aktionären über die Bühne gehen.

Mit der Übernahme will die Deutsche Börse ihr Fondsservicegeschäft deutlich ausbauen. Während der Dax-Konzern bisher vor allem in Deutschland und der Schweiz stark ist, würde Allfunds das Geschäft um Italien, Spanien und Frankreich ergänzen. Die Deutsche Börse erwartet jährliche Kostensynergien von 60 Millionen Euro sowie Investitionseinsparungen von 30 Millionen Euro.

Bevor der Deal vollzogen werden kann, müssen neben den Allfunds-Aktionären auch die Regulierungsbehörden zustimmen. Als größte Hürde gilt die Prüfung durch die EU-Wettbewerbskommission. Analysten beziffern die Chancen für eine Genehmigung auf etwa 50 Prozent.

Als Financial Adviser für die Deutsche Börse agierte Barclays, für Allfunds sind Citi und Goldman Sachs im Einsatz.

Die Berater die Überblick

Daniel Möritz

Berater Deutsche Börse
Hengeler Mueller: Dr. Daniel Möritz, Dr. Lucina Berger (Frankfurt; beide Federführung); Associates: Christoph Roth, Martin Senftl (alle Corporate/Übernahmerecht) – aus dem Markt bekannt
Slaughter and May (London): Harry Hecht, Jack Wharton; Associate: Samuel Franklin (alle Corporate) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Frankfurt): Bettina Kramer-Braun (General Counsel), Ann-Catherine Hoffmann-Frisch (Head of Legal M&A), Yana Stoilova, Philipp Oehlerking (beide M&A Legal), Giuseppe Tarsia (Head of Funds Services Legal), Matthias Stötzel (Head of Regulatory)
NautaDutilh (niederländisches Recht): nicht bekannt
Covington & Burling (Brüssel): Johan Ysewyn (Regulierung) – aus dem Markt bekannt
J&A Garrigues (Regulierung): Nicht bekannt

Uta Itzen

Berater Allfunds
Freshfields (London): Nick Jones, Stephen Hewes, Michael Black (alle Federführung; alle M&A), Dr. Uta Itzen (Düsseldorf), Dr. Andreas von Bonin (Brüssel), Jenny Leahy (alle drei Kartellrecht), Prof. Dr. Christoph Seibt (Hamburg), Hanneke Rothbarth (beide M&A; Amsterdam), David Franco (Madrid), Cyrus Pocha (beide Finanzregulierung), Alice Greenwell (Arbeitsrecht), Martin Hutchings (Finance); Associates: Bradley Tapper, Laura Hibbert, Megan Jamieson (alle M&A), Svenja Ehrmann (Düsseldorf), Jan Jeram, Riccardo Fadiga, Philipp Baschenhof (alle drei Brüssel; alle Kartellrecht), Dr. Christoph Beckmann, Dr. Felix Schüßler (beide M&A; beide Hamburg), Elena Baum (Kartellrecht; Brüssel)

Hintergrund: Hengeler hat sich seit einigen Jahren als Beraterin der Deutschen Börse in Transaktionen etabliert. Der Münchner Hengeler-Partner Möritz hatte sie bereits 2019 beim Erwerb von Axioma beraten. Die Federführung teilte er sich damals mit Prof. Dr. Hans-Jörg Ziegenhain, der über den Kontakt zum CEO Dr. Stephan Leithner in das Mandat gekommen war. Das Duo beriet seine Mandantin dann auch 2020 beim milliardenschweren Zukauf des US-Stimmrechtsberaters Institutional Shareholder Services (ISS). Beim Erwerb von SimCorp übernahm – wie beim aktuellen Deal auch – neben Möritz die Frankfurter Corporate-Partnerin Berger die Federführung. Die Allfunds-Übernahme ist auf Basis des Transaktionswerts der vorläufige Höhepunkt, da sie der nominell größte Zukauf ist.

Bettina Kramer-Braun

Nach JUVE-Informationen ist auf Seiten der Deutschen Börse auch ein großes Inhouse-Team involviert, das von General Counsel Kramer-Braun und der Head of Legal M&A Hoffmann-Frisch geleitet wird. Hoffmann-Frisch war im Sommer 2023 von Linklaters zur Börse zurückgekehrt, wo sie zwischen Januar 2019 und Ende 2020 bereits tätig gewesen war. In dieser Zeit hatte sie Inhouse auch federführend an der Axioma-Transaktion mitgewirkt.

Freshfields unterhält über ihr Londoner Büro eine langjährige Beziehung zu Allfunds. Ursprünglich hatte die Kanzlei 2017 Hellman & Friedman und GIC bei der Übernahme von Allfunds im Wert von 1,8  Milliarden Euro beraten. Anschließend wurde sie für Allfunds bei der Fusion mit Credit Suisse InvestLab und der strategischen Partnerschaft mit BNP Paribas im Jahr 2019 tätig. Freshfields-Partner Jones begleitete die Fondsplattform und Hellman & Friedman auch 2021 bei deren IPO an der Amsterdamer Börse. 2023 war zudem das Team der Kanzlei um den Londoner Partner Cyrus Pocha für den Erwerb des italienischen Zahlstellengeschäfts der Iccrea Banca mandatiert. Auch bei der aktuellen Transaktion lag die Federführung bei einem Londoner Team um Jones. Tragende Rollen übernahmen in dem Team für das Kartellrecht die Düsseldorfer Partnerin Itzen sowie von Bonin aus Brüssel.

Nicht bekannt ist bislang, welche Berater sich die drei Mehrheitsaktionäre Hellman & Friedman, GIC und BNP Paribas im Zusammenhang mit der aktuellen Übernahme an die Seite holten. Als BNP vor gut sechs Jahren bei Allfunds investierte, wurde die Bank von einem Linklaters-Team beraten.

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