Delisting-Angebot

Hornbach will Baumarkt-Tochter mithilfe von Gleiss vom Parkett holen

Der Hornbach-Konzern will seine Baumarkt-Tochter, Hornbach Baumarkt AG, von der Börse nehmen. Die im SDax gelistete Gesellschaft, an der die Holding zu 76,4 Prozent beteiligt ist, bietet den übrigen Anteilseignern der ebenfalls börsennotierten Tochtergesellschaft 47,50 Euro je Aktie in bar – und damit einen Aufschlag von 13,8 Prozent. Die Übernahme soll spätestens Anfang März vollzogen werden. 

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Stephan Aubel

Mit dem Delisting der Tochtergesellschaft will der Konzern seine Kapitalmarktpräsenz vereinfachen. Der Mutterkonzern war bereits 1987 an die Börse gegangen. Seit 1993 ist die Baumarkt-Tochter separat an der Börse gelistet. Dies sollte seinerzeit die internationale Entwicklung der Gruppe unterstützen. Konzernchef Albrecht Hornbach betonte nun, die Doppelnotierung bringe der Gruppe keine Vorteile mehr.

Deutsche Bank bietet Absicherung

Michael Schlitt

Die Delisting-Vereinbarung zwischen den beiden Hornbach-Gesellschaften wurde am 20. Dezember geschlossen. Die Beteiligten gehen davon aus, dass  die Angebotsunterlage nach der dazu erforderlichen Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) spätestens Ende Januar 2022 veröffentlicht werden kann.

Die Offerte ist durch eine kurzfristige Kreditfazilität von bis zu 400 Millionen Euro abgesichert, die nach JUVE-Informationen von der Deutschen Bank gewährt wird.  Der Akquisitionskredit soll durch eine langfristige Finanzierungsstruktur aus Fremd- beziehungsweise  Eigenkapitalinstrumenten abgelöst werden. 

Die Hornbach Baumarkt AG ist der größte operative Teilkonzern der Gruppe mit Sitz im pfälzischen Bornheim. Insgesamt 167 Filialen und Onlineshops in neun europäischen Ländern betreibt das Unternehmen, das sich weiterhin im Besitz der Familie Albrecht befindet. Im Geschäftsjahr 2020/21 stieg der Nettoumsatz der Baumärkte um 15,6 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro.

Berater Hornbach Holding
Inhouse Recht (Bornheim): Dr. Christian Seidel (Leiter Konzernrechtsabteilung)
Gleiss Lutz: Dr. Stephan Aubel (Corporate/Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Dr. Dirk Wasmann (Corporate; Stuttgart; beide Federführung), Dr. Kai Birke (Finanzrecht; Frankfurt), Dr. Thorsten Gayk (Corporate; Hamburg), Alexander Gebhardt (Corporate/Kapitalmarktrecht), Jan-Alexander Lange (Finanzrecht); Associates: Dr. Walter Andert, Dr. Maximilian Hirsch, Eva Henkel (alle Corporate/Kapitalmarktrecht; alle Frankfurt)

Berater Hornbach Baumarkt AG
Inhouse Recht (Bornheim): Dr. Christian Seidel (General Counsel und Chief Compliance Officer)
Inhouse Steuern (Bornheim): Bernd Schaaf (Leiter Steuerabteilung)
Hogan Lovells (Frankfurt): Prof. Dr. Michael Schlitt, Dr. Tim Oliver Brandi; Associates: Christian Schröder, Dr. Timo Lockemann, Simon Kiefer (alle Corporate/Kapitalmarktrecht)

Berater UniCredit
Inhouse Recht (Frankfurt): Mark Oesterwinter (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt 

Torsten Wehrhahn

Berater Deutsche Bank
Noerr (Frankfurt): Dr. Torsten Wehrhahn, Andreas Naujoks; Associate: Patrick Geist (alle Bank- und Finanzrecht)

Hintergrund: Die Mandatsbeziehung zwischen Gleiss Lutz und der Hornbach-Gruppe besteht schon seit mehreren Jahrzehnten. Als Leiter der Praxisgruppe Öffentliches Recht und Immobilienrecht hatte der 2017 verstorbene Partner Prof. Dr. Hans Schlarmann  den Aufbau des Filialnetzes der Baumarkt-Tochter eng begleitet. Als Hauptansprechpartner fungiert im Alltagsgeschäft inzwischen der Immobilienrechtler Dr. Bernhard Busch. 

Frankfurter Finanzierungsteam erneut zuständig

Die Delisting-Transaktion und die damit verbundenen Ad-hoc-Mitteilungen und Angebotsunterlagen bereitete die Hornbach Holding mit dem Frankfurter Gleiss-Partner Aubel vor, der 2015 auch den Formwechsel in eine KGaA unterstützt hatte,  sowie mit dem Stuttgarter Partner Wasmann, der auch regelmäßig die Einladungen zu den Hauptversammlungen editiert. Gleiss-Finanzierungspartner Birke – der hier die Konditionen zur Kreditfazilität prüfte – war schon 2013 gefragt, als von der Hornbach Baumarkt eine Unternehmensanleihe platziert wurde.

In der Holding ist CFO Karin Dohm unter anderem für Recht, Compliance sowie Steuern zuständig. General Counsel Seidel amtiert aktuell bei beiden Hornbach-Gesellschaften als Chefjurist. Er war Regional General Counsel beim Handelskonzern Metro, bevor er 2013 zur Hornbach Baumarkt AG wechselte.

Erstmals auf der Seite des Unternehmens

Auch für Hogan Lovells-Partner Schlitt ist die Hornbach-Gruppe keine Unbekannte. Mit seinem Team beriet er 2015 die Berenberg Bank beim Wechsel der Holding-Rechtsform und 2017 die Commerzbank, als die Hornbach Familien-Treuhandgesellschaft Aktien bei Investoren platzierte. Nun wurde Schlitt für die Beratung der Hornbach Baumarkt angesprochen – und verbuchte damit eine Erstmandatierung durch das Unternehmen.

Noerr-Partner Wehrhahn, der hier nach Marktinformationen auf Seiten der Banken zum Kreditrahmen beriet, ist mit Praxisleiter Naujoks regelmäßig für die Deutsche Bank und ihre Tochter Postbank tätig, wenn sie als Darlehensgeber auftreten. (mit Material von dpa)

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