Kapitalerhöhung

Telekom Austria vertraut Eisenberger & Herzog und White & Case

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  • JUVE

Die Telekom Austria hat ihre lange geplante Kapitalerhöhung begonnen. Damit will der Konzern bis zu einer Milliarde Euro einnehmen. So möchte sich die Telekom für den geplanten Netzausbau für die vierte Mobilfunkgeneration LTE sowie weitere Zukäufe rüsten.

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Peter Winkler
Peter Winkler

Es sollen bis zu 221,5 Millionen neue Aktien ausgegeben werden. Bestehende Aktionäre können für zwei alte Aktien jeweils eine neue Aktie zum Preis von 4,57 Euro je Aktie erwerben.

Der mittelamerikanische Mobilfunkbetreiber América Móvil (AMX), der über seine Tochter Carso Telecom 59,7 Prozent der Telekom-Anteile hält, hat sich Presseberichten zufolge verpflichtet, sich entsprechend der ihm zur Verfügung stehenden Bezugsrechte zu beteiligen. Das bedeutet eine Investition von mehr als 600 Millionen Euro.

Der staatliche Großaktionär ÖIAG, der derzeit 28,42 Prozent der Anteile hält, will am Ende der Kapitalerhöhung möglichst einen genauso hohen Anteil an dem Konzern halten wie bisher und müsste dafür bis zu 287 Millionen Euro investieren. Das Geld will die derzeit schuldenfreie ÖIAG über Bankkredite aufbringen.

Bei Kleinaktionären und neuen Investoren werden damit nur rund 109 Millionen Euro platziert. Zuletzt waren noch 11,9 Prozent der Aktien in Streubesitz. 

Begleitet wird die Kapitalerhöhung von Deutscher Bank, Citi Bank, Raiffeisen Bank, Erste Group und Bank Austria.

Berater Telekom Austria
Eisenberger & Herzog (Wien): Dr. Peter Winkler; Associates: Gregor Petric, Johannes Well (beide Rechtsanwaltsanwärter) – aus dem Markt bekannt
White & Case (Frankfurt): Gernot Wagner, Dr. Benedikt Gillessen, Rebecca Emory, Vanessa Schürmann; Associates: Antony Serban, Britt Remmers (alle Kapitalmarktrecht/Corporate)
Allen & Overy (Frankfurt): Jack Heinberg (Steuern; New York); Associates: Dr. Susanne Lenz, Oliver Reimers (beide Kapitalmarktrecht, beide Frankfurt), John Hibbard, Brian Schultz (beide Steuern beide New York)
Inhouse Recht
(Wien): Marielouise Gregory (Leiterin Rechtsabteilung), Angelika Wendt, Dr. Paul Fussenegger

Berater Banken
Dorda Brugger Jordis (Wien): Christoph Brogyányi – aus dem Markt bekannt
Clifford Chance (Frankfurt): Dr. George Hacket (Banking & Capital Markets), Avrohom Gelber (Tax; New York), Barbora Moring (Counsel); Associates: Dr. Axel Wittmann, Ryan Dunmire, Peter Vlasek, Sarah Steece (alle Banking & Capital Markets)

Berater Carso Telekom/AMX
Schönherr (Wien): Dr. Ursula Rath (Federführung; Kapitalmarktrecht), Dr. Christian Herbst (Gesellschaftsrecht); Associates: Maximilian Lang, Dr. Sascha Schulz (Rechtsanwaltsanwärter; beide Gesellschaftsrecht/M&A)

Berater ÖIAG
CHSH Cerha Hempel Spiegelfeld Hlawati (Wien): Edith Hlawati (Federführung), Volker Glas; Associate: Christian Aichinger (alle Kapitalmarktrecht; Rechtsanwaltsanwärter)

Hintergrund: Eisenberger & Herzog feierte hier Premiere an der Seite der Telekom Austria in einem so öffentlichkeitswirksamen Mandat. Allerdings war die Kanzlei auch schon zuvor für die Mandantin tätig. Auch dürfte dies die größte Kapitalerhöhung sein, die Eisenberger & Herzog bisher begleitete.

Eisenberger & Herzog und White & Case hatten sich in einem Pitch durchgesetzt. White & Case-Partner Wagner war erstmals für die Telekom Austria tätig und begann das Mandat noch, bevor er Anfang November von Allen & Overy zu der US-Kanzlei wechselte. Neben dem White & Case-Team waren deshalb auch noch einige Allen & Overy-Anwälte intensiv in das Mandat eingebunden.

Wagner gehört zwar nicht wie der regelmäßig auf Bankenseite tätige Clifford-Partner Hacket zu einer Handvoll Frankfurter Bankrechtlern, die seit vielen Jahren über bedeutendes Kapitalmarktgeschäft in Österreich verfügen. Doch beriet Wagner schon 2010 unter dem Dach von Allen & Overy 2010 den Energiekonzern Verbund ebenfalls bei einer Milliarden-Kapitalerhöhung.

Auch Dorda und Clifford setzten sich in einem Pitchprozess um das Mandat durch.

Schönherr und CHSH standen sich mit ihren Mandanten bereits bei den Verhandlungen rund um den Syndikatsvertrag gegenüber. In dem Zusammenhang wurde auch die Milliarden-Kapitalerhöhung der Telekom beschlossen. Kurz zuvor war erstmals auch die Tätigkeit von Schönherr-Partner Herbst für América Móvil bekannt geworden. Den Einstieg des Unternehmens bei der Telekom Austria hatte Dr. Clemens Schindler beraten, damals noch Partner bei Wolf Theiss. Schindler hatte die Kanzlei im Sommer verlassen und eine eigene Kanzlei gegründet.

Die ÖIAG vertraut seit vielen Jahren der CHSH-Namenspartnerin und Kapitalmarktexpertin Hlawati. Unter anderem gehörte sie bis vor etwas mehr als einem Jahr noch dem Aufsichtsrat des Unternehmens an. Es ist bekannt, dass sie die ÖIAG bei diversen Privatisierungen begleitete. Zudem gehört CHSH im Kapitalmarktrecht zu den langjährigen Beraterinnen der Telekom Austria. Auch hier saß Hlawati viele Jahre im Aufsichtsrat des Unternehmens. CHSH-Partner Glas hatte die Telekom bereits in den vergangenen Jahren bei großen Anleihen beraten. 

Den Kredit wickelte die ÖIAG ohne externe anwaltliche Beratung Inhouse über ihre Treasury-Abteilung ab. (Geertje de Sousa, Jörn Poppelbaum)

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