Juve Plus Elektrobatterie-Offensive

Linklaters und Clifford Chance bewegen Milliarden für Gigafabriken

Die Automotive Cells Company (ACC) baut drei Elektrobatterie-Gigafabriken in Deutschland, Frankreich und Italien. Zur Finanzierung der Projekte hat die Tochter der Konzerne Stellantis, Mercedes-Benz und Saft einen Kreditrahmen von 4,4 Milliarden Euro zur Verfügung.

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Die Mittel fließen in den Aufbau von Werken in Kaiserslautern, Termoli (Italien) und Billy-Berclau/Douvrin (Frankreich). Dort werden künftig Lithium-Ionen-Zellen und Module für Elektrofahrzeugbatterien hergestellt. Mit dem Darlehen will der Batteriehersteller auch seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit finanzieren. Ein erster Produktionsblock im nordfranzösischen Douvrin ist bereits seit Dezember 2023 in Betrieb.

Bis 2030 wollen die Betreiber die Produktionskapazität auf 120 GWh steigern. Das entspricht einer Jahresproduktion von zwei Millionen Batterien. In Kaiserslautern sollen bis dahin drei Produktionsblöcke entstehen. Die Inbetriebnahme der ersten Gigafactory in der Pfalz ist für 2025 geplant und wird nach ACC-Angaben 750 Fachkräften Arbeit bieten, bis 2030 peilen die Betreiber dort einen Mitarbeiterstamm von rund 2.000 an. 

Ein Konsortium von BNP Paribas, Deutsche Bank, ING und Intesa Sanpaolo hat die Finanzierung der drei Gigafactories unterzeichnet. Staatliche Garantien mittels Bpifrance, Euler Hermes und der italienischen SACE sichern die Kredite ab.

ACC ein europäisches Vorrangprojekt

Thomas Schulz

Die ACC entstand 2018 als Konsortium unter Beteiligung des seinerzeitigen PSA-Konzerns (heute Stellantis), von Opel und der Total Energies-Tochter Saft. Mercedes-Benz stieß im Frühjahr 2022 als Partner hinzu. Nach der avisierten Kapitalerhöhung wird Stellantis 45 Prozent der Anteile besitzen, Mercedes-Benz 30 und Saft 25 Prozent. Mit dem Status eines ‚Important Project of Common European Interest‘ (ICPEI) wird das Projekt ACC innerhalb der Europäischen Union nachdrücklich vorangetrieben.  

Erst im Januar hatte der schwedische Konzern Northvolt den Durchführungsvertrag für den Bau einer Batteriezellenfabrik in Schleswig-Holstein unterschrieben. Mit dem Vorhaben der Skandinavier sind Investitionen in Höhe von 4,5 Milliarden Euro verbunden. Gut 900 Millionen Euro stammen aus staatlichen Direktzuschüssen und Garantien. 

Florian Mahler

Berater ACC
Inhouse Recht (Paris): Fernando Abbondanza (General Counsel), Clémence Sonneville (Chief Legal Counsel)
Linklaters (Paris): François April (Federführung; Energierecht), Thomas Schulz (Energierecht/M&A; Berlin), Michal Hlásek (Bank- und Finanzrecht; Frankfurt; beide Federführung Deutschland), Jeremy Gewirtz (London), Stephen Le Vesconte (Paris), Tessa Lee (Mailand; alle Energierecht), Pierre Tourres (Corporate/M&A; Paris), Oliver Rosenberg (Düsseldorf), Cyril Boussion (beide Paris), Roberto Egori (Mailand; alle Steuerrecht), Lionel Vuidard (Arbeitsrecht; Paris); Samuel Bordeleau (Energierecht), Jean-Francois Merdrignac (IP/IT; Paris); Associates: Laura Nunes Vicente (Energierecht), Sebastian Meyn (Umweltrecht), Dr. Felix Stoecker (Immobilienrecht), Julia Mohr, Yuliia Bleshmudt (beide Energierecht/M&A; alle Berlin), Matthias Hohmann, Maximilian Reiner, Vanessa Flato (alle Bank- und Finanzrecht; alle Frankfurt), Annika Rech (Steuerrecht; Düsseldorf)
Posser Spieth Wolfers & Partners (Düsseldorf): Dr. Burkard Wollenschläger, Dr. Frederic Geber; Associate: Dr. Maren Wernke-Schmiesing (alle Öffentliches Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Bankenkonsortium /Agenturen
Clifford Chance (Paris): Daniel Zerbib (Federführung), Dr. Florian Mahler (Bank- und Finanzrecht), Dr. Thomas Voland (Öffentliches Recht; beide Federführung Deutschland; beide Düsseldorf); Nicolas Cookson, Bahar Rahimyar (Bank-/Finanzrecht); Associates: Giuseppe Chiaula (München), Birte Hüller, Jan Adriaan Botha, Valentina Niegisch (beide Frankfurt; alle Bank- und Finanzrecht), Laura-Isabell Dietz (Öffentliches Recht), Marie Karle (Immobilienrecht) 

Hintergrund: Gesamtverantwortlich bei den beiden beteiligten Magic-Circle-Kanzleien waren jeweils deren Büros in Paris. Die Federführung des deutschen Linklaters-Teams lag bei dem Berliner Partner Schulz, dem Kopf der deutschen Energiewirtschaftspraxis sowie beim Frankfurter Finanzrechtler Hlásek. Als Ansprechpartner für die ACC-Rechtsabteilung um Abbondanza fungierte Linklaters-Partner April aus Paris, der national und international langjährig bei Mandaten im Bereich der erneuerbaren Energien gesehen wird. Die britische Linklaters-Praxis um Partner Gewirtz brachte dem Vernehmen nach maßgebliches Knowhow in Sachen Elektrobatterien mit ein. 

Frederic Geber

Für die deutsch-rechtlichen Beihilfethemen und die Verbindung zum Wirtschaftsministerium war nach Marktinformationen ein Team der Spezialboutique Posser Spieth Wolfers im Mandat, angeführt von Gründungspartner Wollenschläger und dem 2023 von Hengeler Mueller zu den Düsseldorfern gewechselten Counsel Geber.

Clifford Chance beriet mit einem branchen- und länderübergreifenden Team aus Paris, London, Düsseldorf, München, Frankfurt, Mailand und Rom das Bankenkonsortium und die Exportkreditagenturen. Im Lead war Zerbib aus Paris, die Federführung des deutschen Teams lag bei den Düsseldorfer Partnern Mahler und Voland. Mahler führt zusammen mit dem Londoner Russell Wells die weltweite Projektentwicklungs- und Finanzierungsgruppe von Clifford Chance.  

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