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Sullivan-Mandantin Deutsche Wohnen greift nach LEG

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  • JUVE

Die Übernahmewelle in der Immobilienbranche hält an: Für 4,6 Milliarden Euro will die Deutsche Wohnen die Wettbewerberin LEG schlucken. Das fusionierte Unternehmen würde mit einem Bestand von dann knapp 250.000 Wohnungen dichter an den von Deutsche Annington in Vonovia umbenannten Marktführer heranrücken.

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Berrar_Carsten
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Die Deutsche Wohnen bietet den LEG-Aktionären 3,3 neue eigene Aktien für jedes LEG-Papier, dies ist ein Aufschlag von rund 13 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Für die neuen Aktien will die Deutsche Wohnen bei einer außerordentlichen Hauptversammlung im Oktober eine Kapitalerhöhung beschließen. Erst im Juni hatte sich die Deutsche Wohnen über eine Kapitalerhöhung frisches Geld in Höhe von 900 Millionen Euro besorgt.

Nehmen mehr als 50 Prozent der LEG-Aktionäre das Angebot an, soll die Übernahme schon Ende des Jahres unter Dach und Fach sein. Den Umtausch der Aktien begleiten als Treuhänder die DZ Bank sowie dem Vernehmen nach die UBS.

Schiessl_Maximilian
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Die Immobilienbranche durchläuft schon seit einiger Zeit einen Konzentrationsprozess: Bereits 2013 hatte die Deutsche Wohnen die Konkurrentin GSW übernommen, Ende vergangenen Jahres verleibte sich Vonovia (damals noch Deutsche Annington) Gagfah für 3,9 Milliarden Euro ein und wenig später die süddeutsche Gesellschaft Südewo. Erst im Juni griff Alstria nach Deutsche Office.

Berater Deutsche Wohnen
Inhouse Recht (Berlin): Dirk Sonnberg – aus dem Markt bekannt
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. Konstantin Technau, Dr. York Schnorbus – aus dem Markt bekannt
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Prof. Dr. Andreas Schumacher (Steuerrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater LEG
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Volker Wiegel, Dr. Thomas Netz, Steffen Lingen
Hengeler Mueller: Dr. Maximilian Schiessl, Dr. Bernd Wirbel (beide M&A; beide Düsseldorf), Thomas Müller (Immobilienrecht), Dr. Wolfgang Groß, Alexander Rang (beide Kapitalmarktrecht), Dr. Stefanie Beinert, Dr. Matthias Scheifele (beide Steuerrecht), Dr. Mathias Link (Steuerrecht; alle Frankfurt); Associates: Dr. Dominik Hess, Ute König (beide Gesellschaftsrecht/M&A; beide Düsseldorf), Dr. Maximilian Clostermeyer, Dr. Christoph Trautrims, Dr. Heiko Gotsche, Sophie-Charlotte Bechtold (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Alexander Kredig (Steuern), Peter Wehner (Arbeitsrecht; alle Frankfurt)

Berater LEG-Aufsichtsrat
DLA Piper (Köln): Kerstin Schnabel (Federführung), Dr. Andreas Meyer-Landrut; Associates: Dr. Cornelia Wendel, Bettina Haider-Giangreco (alle Corporate/M&A)

Berater DZ Bank
White & Case (Frankfurt): Dr. Benedikt Gillessen – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Die Beraterkonstellation ist angesichts der Historien der beiden Unternehmen eine naheliegende Wahl: Sowohl Sullivan als auch Hengeler standen ihren jeweiligen Mandanten in den vergangenen Jahren bei einer Reihe von Transaktionen zur Seite: Sullivan ist seit 2009 eine Konstante bei Deals der Deutsche Wohnen. Seinerzeit beriet Partner Berrar die Banken bei einer Kapitalerhöhung des Unternehmens, das selbst Freshfields Bruckhaus Deringer mandatiert hatte. In der Folge verfestigten sich die Kontakte zu dem Immobilienkonzern. Bei allen größeren Projekten der jüngeren Vergangenheit jedenfalls beriet Partner Berrar mit seinem Team, begonnen bei der Übernahme von GSW 2013 über die geplatzte Übernahme des österreichischen Konzerns Conwert Anfang 2015 bis hin zur Kapitalerhöhung von Deutsche Wohnen im Juni.

LEG wiederum verfügt sowohl zu Hengeler als auch Sullivan über enge Kontakte. Ausgangspunkt dieser Verbindungen ist ein Deal vor sieben Jahren, bei dem die Kanzleien an der Seite von Goldman Sachs standen, als deren Immobilienfonds Whitehall die Macht bei LEG übernahm. Seither griff das Düsseldorfer Immobilienunternehmen regelmäßig auf beide Sozietäten zurück, etwa beim IPO und beim Kauf von Teilen des sogenannten Vitus-Portfolios der Deutschen Annington im vergangenen Jahr. Sullivan begleitet durch ihren Partner Dr. Max Birke auch seit Jahren regelmäßig Refinanzierungen des Konzerns, so zuletzt im Juli eine Refinanzierung eines Darlehens über 900 Millionen Euro.Der heutige Chef der LEG-Rechtsabteilung ist zudem ein früherer Sullivan-Anwalt: Bis 2013 arbeitete Volker Wiegel als Associate im Team von Partner Berrar. 

White & Case begleitete die DZ Bank in ihrer Funktion einer Umtauschtreuhänderin auch schon bei der Übernahme des GSW durch die Deutsche Wohnen sowie dem Erwerb von Gagfah durch die Deutsche Annington. (René Bender)

Aktualisierung am 22. Oktober 2015: Deutsche Wohnen hat die Übernahme der LEG abgesagt. Hintergrund sind die Übernahmepläne von Vonovia.

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