Mit dem Zukauf in Plymouth will Rheinmetall seine Produktionskapazitäten für das US-Militärfahrzeuggeschäft signifikant erweitern, erhielte Zugang zu neuen Technologien und Arbeitskräften. Damit hofft das Düsseldorfer Unternehmen, lukrative Großaufträge für die US-Armee zu realisieren. Der Kaufpreis basiert auf einem Unternehmenswert von 950 Millionen US-Dollar. Über die bisherige Eignerstruktur von Loc Performance ist aktuell nichts bekannt. Die Akquisition, die über die Tochter American Rheinmetall Vehicles erfolgt, steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen. Neben den kartellrechtlichen Anmeldepflichten bedarf die Transaktion weiterer lokaler, branchenspezifischer Freigaben.
Rheinmetall folgt damit dem Beispiel anderer deutscher Konzerne, die zuletzt in den USA zukauften. Darunter waren etwa Bosch, der Darmstädter Dax-Konzern Merck, Knorr-Bremse, der Kölner Motorenbauer Deutz, die Stuttgarter Softwarefirma Cenit und der Koblenzer Industriezulieferer Stabilus.
Berater Rheinmetall
Inhouse Recht (Düsseldorf): Hi-Zin Pak (Federführung; Division General Counsel), Dr. Karsten Winkelmann (Group General Counsel), Leigh Gothard (beide Corporate), Jan Darenberg, Dr. Alexander Heider (beide Arbeitsrecht), Timo Ritte (Steuern)
Hughes Hubbard & Reed (New York): Gerold Niggemann (Corporate/M&A), Carol Remy (Umweltrecht), Erin DeDecchis (Arbeitsrecht), Kristin Millay (Kartellrecht), Justin Cohen (Steuerrecht), Sean Reilly, Kevin Carroll (beide Cifius; Washington, D.C.),Phil Giordano (Kartellrecht; Washington, D.C.), Andy Braiterman (Steuerrecht), Chuck Samuelson, Javad Husain (beide Corporate/M&A), Emilio Saiz (Finance; Miami); Associates: Devon Pope (M&A), Justin Campbell (Cifius), Daniel Chan (Kartellrecht), Jason Lee, Anders Seah (law clerk; beide Corporate/M&A)
Baker McKenzie (Düsseldorf): Dr. Nicolas Kredel; Associate: Markus Mossmann (beide Fusionskontrolle)
Berater Loc Performance
Latham & Watkins: Shaun Hartley (Chicago), Mariclaire Petty Brewer (Washington; beide Federführung; beide Corporate/M&A), David Raab (Steuerrecht; New York), James Barrett (Umweltrecht), David Della Rocca, Nikhil Kumar (beide Arbeitsrecht; alle Washington)
Hintergrund: Die rechtliche Federführung bei Rheinmetall lag bei Division General Counsel Pak, die für die Sparte ‚Vehicle Systems‘ zuständig ist und im Frühjahr 2022 von Daimler gewechselt war. Sie hatte mit ihrem Verhandlungsteam die Ambitionen des verkaufenden Investors mit den Erwartungen eines Strategen in Einklang zu bringen, auch hinsichtlich der Absicherung üblicher Risiken.
Rheinmetall mandatierte hier erstmals die US-Kanzlei Hughes Hubbard & Reed für eine Transaktion. Der federführende M&A-Partner Niggemann ist in Deutschland und New York als Anwalt zugelassen. Für deutsche Konzerne war er schon mehrmals bei US-Aktivitäten tätig. So beriet er unter anderem vor Kurzem Knorr‑Bremse beim Kauf des Bahnsignalgeschäfts von Alstom in den USA, gemeinsam mit Hengeler Mueller.
Auch MDP-Einheiten punkten im US-Deal-Geschäft
US-Kanzleien stehen bei transatlantischen Deals naturgemäß in der Pole Position: Merck mandatierte ihre Stammberaterin White & Case, Bosch setzte jüngst auf Sullivan & Cromwell und Stabilus beauftragte Convington & Burling. Zuletzt konnten jedoch auch MDP-Einheiten im US-Deal-Geschäft punkten. Als die Deutz AG Blue Star Power Systems in den USA übernahm, setzte sie wie bei vorangegangen Auslandstransaktionen auf ein Team um den Kölner Mazars-Partner Dr. Philipp Wüllrich. Dieser übernahm damit das erste große Projekt seit der Integration der Einheit in das globale Forvis-Netzwerk. Alston & Bird war für US-rechtliche Fragen zuständig.
Cenit mandatierte für die Übernahme von Analysis Prime in Chicago ein Team um den Stuttgarter Corporate-Partner Dr. Ronald Kagan von RSM Ebner Stolz. Auch diese multidisziplinäre Einheit verfügt seit einem Jahr über ein deutlich größeres internationales Netzwerk, die Themen zum US-Recht übernahm Thompson Hine.