An dem Joint Venture mit Masdar wird RWE 51 Prozent halten. Der Essener Energieerzeuger hat somit die Führungsrolle für den Bau der beiden Offshore-Parks, die in seichtem Gewässer über 100 Kilometer entfernt von der britischen Nordostküste in der Nordsee entstehen sollen.
Die Projektrechte lagen bereits bei RWE, die sich mit Masdar einen solventen Investor für den Bau der Parks ins Boot holt. Drei Gigawatt Strom sollen die beiden Parks spätestens ab 2031 liefern.
Die Finanzierung seines Minderheitsanteils sichert Masdar nach JUVE-Informationen über eine Projektfinanzierung, das heißt über den Cashflow, den die Direktvermarktung der Strommengen möglich macht. Anders RWE: Der Primus im deutschen Markt finanziert seinen Teil über die eigene Bilanz.
Berater Masdar
Allen & Overy (London): Chris Andrew (Finanzierung) – aus dem Markt bekannt
White & Case (Brüssel): Axel Schulz (Kartellrecht) – aus dem Markt bekannt
Berater RWE
Inhouse Recht (Essen): Dr. Reimund von der Höh, Dr. Claas Westermann (beide M&A Law), Nikolas Hübschen (Corporate & Transactions Law), Gavin Williams (Bristol), Dr. Ronald Brettner (Hamburg; beide Transactions Law), Ferdinand Neuerburg (Competition Law & Energy Law)
Latham & Watkins (Düsseldorf): Dr. Tobias Larisch, Simon Tysoe (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Tom Bartlett (Finanzierung; beide London), Helen Lethaby (Steuerrecht), Jonathan Parker (beide London), Dr. Max Hauser (Frankfurt; beide Kartellrecht), Gail Crawford (IT-Recht; London), Evelyne Girio (Corporate/M&A), James Leslie (Steuerrecht), Shaun Thompson (Arbeitsrecht); Associates: George Venables (Federführung), Saavan Paresh Shah, Alayna Kenney, Kirill Grishin, Stephanie Dang (alle Corporate/M&A), Daniel Chen (Finanzierung), Aoife McCabe (Steuerrecht), Joseph Goddard, Charlie Bowden (beide Arbeitsrecht), James Mathieson (alle London), Victoria Pfaff (Frankfurt; beide Kartellrecht), Georgina Hoy, Nara Yoo (IT-Recht; beide London)
Hintergrund: Allen & Overy ist regelmäßig für Masdar tätig, genauso wie White & Case, die für das Kartellrecht zuständig war. Für Masdar war hier der ehemalige Leiter des Brüsseler Büros der Kanzlei, Schulz, im Mandat. Schulz war Mitte November zu McDermott gewechselt.
Nach JUVE-Informationen hat Allen & Overy den Einstieg in das Joint Venture für Masdar über den Londoner Projektfinanzierungspartner Andrew aufgesetzt. Bei RWE spielte die Projektfinanzierung eine untergeordnete Rolle. Für das Thema zog Latham ihren Londoner Projektfinanzierungspartner Bartlett hinzu. In Deutschland hat Latham keinen Spezialisten für die Finanzierung von Energieprojekten im Team.
In Großbritannien mit US-Kanzlei
Bei einem milliardenschweren Zukauf in den USA mandatierte RWE zuletzt Hengeler Mueller und Freshfields Bruckhaus Deringer. Nun baut sie bei einem Investment in Großbritannien auf die US-Kanzlei Latham.
Das RWE-Mandat für das Großprojekt kam über Latham-Partner Larisch in die Kanzlei. Bereits bei Freshfields setzte das Unternehmen auf die Dienste von Larisch, unter anderem auch beim Aktientausch mit E.on, der die Geburtsstunde des deutschen Energiemarktes von heute markiert.
Anfang 2018 wechselte Larisch von Freshfields zu Latham, wo er mittlerweile auch die Rolle des Co-Managing-Partners für Deutschland übernommen hat. Larisch teilte sich die Federführung dieses deutsch-britischen Mandats mit dem Londoner Partner Tysoe und dem Associate Venables.
RWE kombiniert eigene Inhouse-Teams
Das Latham-Team wurde umfassend von einem großen Inhouse-Team von RWE gesteuert. Darin nahm der ehemalige Gleiss Lutz-Anwalt von der Höh aus dem Team von M&A-Chef Westermann eine Führungsrolle ein. Bei Projekten dieser Größenordnung ergänzen Inhouse-Anwälte der RWE Mutter stets das Inhouse-Team der RWE Offshore Wind. Neben dem ehemaligen Uniper-Counsel Hübschen gehörte dazu auch Williams, der zum RWE-Offshore-Team gehört, das auch in Bristol ansässig ist.