Rund 90 Berater sind für Andersch tätig, teils auch als Interimsmanager. Zielgruppe sind Unternehmen in Krisensituationen, marktbekannt sind vor allem die Andersch-Sanierungsgutachten, die in vielen großen Restrukturierungsfällen wie etwa Marenave in Hamburg zugrunde gelegt wurden. Nach der Insolvenz des Küchenherstellers Alno erstellte Andersch unter anderem einen viel beachteten Prüfbericht über den Zeitpunkt der Zahlungsunfähigkeit.
FTI Consulting ist eine an der New Yorker Börse gelistete Unternehmensberatung mit Hauptsitz in Washington DC. FTI beschreibt sich selbst als eines der weltweit führenden Restrukturierungsberatungsunternehmen mit Schwerpunkten in den USA und Großbritannien. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 4.700 Mitarbeiter in 28 Ländern und setzte zuletzt über 2 Milliarden Dollar um. In Deutschland war FTI bislang auf den Feldern strategische Kommunikation, Wirtschaftsberatung und Construction Solutions tätig.
Durch den Zusammenschluss möchte Andersch vor allem ihre Auslandsplattform ausbauen, um leichter internationale Unternehmensgruppen in Restrukturierungsprozessen länderübergreifend beraten zu können. Die Transaktion steht unter kartellrechtlichem Vorbehalt und soll im dritten Quartal 2019 zum Abschluss kommen.
Berater FTI
DLA Piper: Dr. Nils Krause (Hamburg), Matthew Gorra (Baltimore; beide Federführung; Corporate/M&A), Dr. Kai Bodenstedt, Dr. Henriette Norda (beide Arbeitsrecht), Verena Grentzenberg (Datenschutz; alle Hamburg), Prof. Dr. Ludger Giesberts (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Kai Tumbrägel (IP/IT; beide Köln), Semin O (Kartellrecht; Frankfurt), Dr. Anja Köritz (Corporate/M&A), Dr. Enno Ahlenstiel (Kartellrecht), Dr. Thilo Streit (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Gabriele Engels (IP/IT; alle Köln), Dr. Raimund Behnes (Steuern; Frankfurt); Associates: Dr. Jasper von Georg (Corporate/M&A), Matthias Goumas (Litigation; beide Hamburg), Sonja Beier (Immobilien; Frankfurt), Bernhard Bell, Lars Holst (beide Litigation), Marc Fellner (Steuern; alle Frankfurt), Marx Dauth (Corporate/M&A), Dr. Andreas Keller (Versicherungsrecht; alle Köln), Hanna Lütkens (Corporate/M&A), Georg Haberkorn (Arbeitsrecht; beide München), Christian Georg, David Klock (beide Kartellrecht), Philipp Groll (Corporate/M&A), Anastasia Max (Steuern), Sascha Ryssok (Immobilien; alle Frankfurt), Christine Uwase (Corporate/M&A), Florian Jeske (Arbeitsrecht), Dan Li (Corporate/M&A; alle Hamburg)
Inhouse (Baltimore): Heather Klink (Deputy General Counsel), Curtis Lu (General Counsel)
Berater Andersch
Görg (Berlin): Dr. Roland Hoffmann-Theinert (Federführung), Christopher Wright (beide Corporate/M&A), Dr. Marcus Richter (Arbeitsrecht), Dr. Christian Bürger (Kartellrecht; beide Köln), Dr. Marcus Herrmann (Corporate/M&A; Frankfurt), Associates: Sebastian Uhlig, Dr. Jochen Thieme (beide Corporate/M&A), Dr. Katharina Landes (IP; Köln)
Hintergrund: Beteiligte berichten von einer sehr komplexen Strukturierung der Transaktion, die sich nicht zuletzt aus den regulatorischen Anforderungen der Wirtschaftsprüferkammer ergibt. Die Andersch-Vorstände sind Wirtschaftsprüfer, die AG ist demzufolge als WP-Gesellschaft registriert. Auch die internationale Ausdehnung von FTI und die zukünftige Rolle von Andersch in grenzüberschreitenden Restrukturierungen wurde dem Vernehmen nach durchgespielt, um die passende Transaktionsstruktur zu finden.
DLA setzte Partner aus unterschiedlichen Jurisdiktionen ein und war nahezu ein Jahr lang in der Beratung aktiv. Der auf deutscher Seite federführende Partner Krause beriet zuvor unter anderem das schwedische Unternehmen Stillfront beim Kauf der Hamburger Goodgame.
Görg als Berater der Altaktionäre ist in diesem Fall eine interessante Wahl, denn die Kanzlei ist nicht zuletzt auf Insolvenz und Restrukturierung spezialisiert und somit im selben Markt tätig wie ihre Mandanten. Hoffmann-Theinert, der sich in den vergangenen Jahren intern um den Ausbau des Frankfurter Görg-Standorts gekümmert hat, hat vielfach Mandanten aus dem Restrukturierungsumfeld beraten. Er vertrat etwa einen Investorenpool in dem langjährigen Streit um die Rückzahlung der Heta-Anleihen.