Juve Plus Beteiligung beendet

Schönherr-Mandantin Uniqa hat Russlandgeschäft veräußert

Autor/en
  • Raphael Arnold

Die Uniqa hat ihre 75%-Beteiligung an dem russischen Versicherer Raiffeisen Life abgegeben. Käuferin ist die Wettbewerberin Renaissance Life. Sie erwarb auch die restlichen Anteile von der Miteigentümerin Raiffeisenbank Russia, einer Tochter der Raiffeisenbank International (RBI).

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Die Transaktion erfüllt alle sanktionsrechtlichen Bestimmungen und ist von den russischen Behörden genehmigt. Eine Übereinkunft zu dem Deal hatten die Unternehmen bereits im August 2023 erzielt, seither standen die Freigaben aus. Der Versicherer geht damit komplett ins Eigentum der Renaissance Insurance Group über, die in Moskau börsegelistet ist. Im Geschäftsbericht für 2023 bezifferte die Uniqa den erwarteten Verkaufserlös für ihren Anteil auf 24 Millionen Euro.

Kaum Neugeschäft abgeschlossen

Das Neugeschäft in Russland hatte die Raiffeisen Life bereits Anfang 2022 weitgehend zurückgefahren. Daher wirkt sich der Deal kaum auf die Geschäftszahlen der Uniqa aus. Die verrechneten Prämien des Gesamtkonzerns beliefen sich 2023 auf knapp 7,2 Milliarden Euro, davon 2,8 Milliarden außerhalb Österreichs. Der Versicherer beschäftigte in dem Jahr durchschnittlich rund 14.600 Mitarbeitende.

Die Käuferin Renaissance erwarb in einer zweiten Transaktion auch die Mehrheit an dem Lebensversicherer VSK Life Line Insurance. Über die beiden Transaktionen habe das Versicherungsunternehmen sein Anlagevermögen um 30 Milliarden Rubel (umgerechnet rund 281 Millionen Euro) erhöht, zitiert die russische Nachrichtenagentur Interfax die Renaissance-CEO Yulia Gadliba.

Berater Renaissance Life
Melling Voitishkin & Partners (Moskau): Dmitry Marchan (Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Alexander Popp

Berater Uniqa
Schönherr (Wien): Dr. Alexander Popp, Gregor Petric (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Dr. Christoph Haid (Sanktionsrecht), Dr. Peter Feyl (Bankaufsichtsrecht/Finanzproduktrecht); Associates: Johannes Resch, Gabor Kulcsar, Nikolaus Stepan (alle Corporate/M&A), Dr. Daniel Gritsch (Bankaufsichtsrecht/Finanzproduktrecht; alle Rechtsanwaltsanwärter)
Alrud (Moskau): Sergey Khanaev; Associate: Irina Kuyantseva (beide Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt

Berater Raiffeisen Bank International
Inhouse Recht (Wien): Katharina Alscher, Michael Stimakovits (Legal Services Corporate/M&A)

Hintergrund: Die Beraterin der Käuferin Renaissance Insurance ist die Nachfolgeeinheit der früheren Baker McKenzie-Büros in Moskau und St. Petersburg. Die Standorte formierten sich 2022 in Folge des russischen Überfalls auf die Ukraine als eigene Kanzlei unter dem Namen Melling Voitishkin & Partners und schieden aus dem Schweizer Verein aus. 1989 war die internationale Großkanzlei die erste, die den Schritt hinter den Eisernen Vorhang wagte.

Auf Seiten der Uniqa

Der Versicherer Uniqa mandatiert in Transaktionen und gesellschaftsrechtlichen Angelegenheiten immer wieder Teams von Schönherr. Darunter fielen die Zukäufe von Axa-Töchtern in Polen, Tschechien und der Slowakei im Jahr 2020 und der Verkauf des Italiengeschäfts 2016.

In Russland war für Uniqa die Kanzlei Alrud tätig. Sie beriet schon 2019 die Ergo International, eine Tochter der Münchner Rück, beim Verkauf von zwei russischen Gesellschaften: Die Ergo Life ging damals an Rosgosstrakh und die Ergo Non-Life an Reso-Garantia.

Die Minderheitsbeteiligte Raiffeisenbank Russia setzte bei dem Ausstieg aus dem Joint-Venture mit der Uniqa auf ein Team von Inhousejuristen der Wiener Muttergesellschaft RBI und ihrer Tochtergesellschaft Raiffeisenbank Russia. Als interner M&A Advisor war bei der RBI Sandra Rath für die Transaktion zuständig.

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