Die neue Kreditfazilität dient der Finanzierung des Gesamtgeschäfts und stieß auf großes Interesse am Markt. Sie war rund 2-fach überzeichnet und wurde von 27 internationalen Banken gezeichnet. BNP Paribas und UniCredit fungierten als Koordinatoren, während die BayernLB die Rolle des Facility Agent übernahm. Die Refinanzierung baut zudem auf einer bereits im Vorjahr abgeschlossenen Term Loan Facility über 1,8 Milliarden Euro zur Finanzierung des Transportgeschäfts auf.
Schrittweise Rückführung der Staatshilfen
Der Refinanzierung ging eine schrittweise Reduzierung der KfW-Fazilität voraus, die auf einem komplexen Process Agreement zwischen Sefe und KfW basierte. Nach einer Debt-to-Equity-Umwandlung von 6,3 Milliarden Euro und der Verstaatlichung durch den Bund wurde die Fazilität auf 7,5 Milliarden Euro reduziert. Ab März 2023 blieb sie vollständig ungezogen. Im Verlauf des Jahres 2025 reduzierte Sefe die KfW-Fazilität in drei gleichen Tranchen von jeweils 2,5 Milliarden Euro. Die erste Reduzierung erfolgte im Januar 2025, die zweite im September 2025. Mit der vollständigen Ablösung der verbleibenden 2,5 Milliarden Euro erreicht Sefe nun die finanzielle Unabhängigkeit von staatlicher Liquiditätsunterstützung.
Der Energieversorger hieß ursprünglich Gazprom Germania und war die deutsche Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom. Im Zuge des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise 2022 wurde das Unternehmen unter Treuhandverwaltung der Bundesnetzagentur gestellt und später verstaatlicht, um die Energieversorgung zu sichern. Die ursprünglich bis zu 13,8 Milliarden Euro umfassende KfW-Kreditlinie war 2022 zur Liquiditätssicherung des Unternehmens gewährt worden. Die Bundesregierung plant, ihre Eigenkapital-Beteiligung an Sefe bis Ende 2028 etwa über einen Verkauf oder einen Börsengang zu reduzieren.
Die Berater im Überblick
Berater Sefe
Inhouse Recht (Berlin): Fabian Berdin (Senior Legal Counsel Finance)
Clifford Chance (Düsseldorf): Dr. Florian Mahler (Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt
Berater Bankenkonsortium
Eversheds Sutherland (Frankfurt): Dr. Torsten Volkholz, Daniel Ehret (beide Federführung), Christopher Williams (London, alle Bank- und Finanzrecht), Mirjam Goss-Kudo; Associates: Maren Raband, Vanessa Flato (alle Bank- und Finanzrecht), Konstantin Ecker (Steuerrecht)
Inhouse Recht BNP Paribas (London): Lizzie Corkett (Director Transaction Management Group), Oliver Elsaesser (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Auf Seiten der Banken gab es einen Wechsel. Der Term Loan wurde im vergangenen Jahr von der Crédit Agricole und der ING koordiniert und von Latham & Watkins unter der Leitung der Partnerin Sibylle Münch beraten. Die BNP Paribas sowie die UniCredit haben nun die revolvierende Kreditlinie koordiniert. Die Eversheds-Partner Volkholz und Ehret konnten sich in einem Pitch für die Mandatierung durchsetzen.
Frühere Latham-Verbindungen kennzeichnen die neue Beraterkonstellation: Der Senior Counsel Finance von Sefe, Berdin, war als Referendar unter Volkholz während dessen Latham-Zeiten tätig. Ehret kennt Berdin ebenfalls aus seiner Zeit bei Hengeler Mueller, etwa als beide an der Seite des Restrukturierungspartners Dr. Martin Tasma im Streit um die Anteile an ASH und AIR des Energieversorgers Alba standen. Der Senior Legal Counsel war 2024 von Hengeler Mueller zu Sefe gewechselt und hat die gesamte Refinanzierung geleitet. Sefe mandatierte zudem Clifford-Partner Mahler, der bereits zur Term Loan Fazilität im vergangenen Jahr beraten hat und nun die Capacity Opinion laut Marktinformation übernahm.
Für die Einrichtung und Anpassung der ursprünglichen KfW-Kreditfazilität sowie das Process Agreement zog die KfW Freshfields-Partner Dr. Frank Laudenklos hinzu.