Die Platzierung der 30-jährigen grünen Bundesanleihe erfolgte im Syndikatsverfahren. Das Bankenkonsortium stand unter Führung der französischen BNP Paribas, der Bank of America (BofA Securities), der New Yorker Citi, der britischen Großbank HSBC sowie der beiden deutschen Häuser Commerzbank und DZ Bank.
Das Orderbuch war deutlich überzeichnet, es lagen Aufträge für 38,9 Milliarden Euro vor. Von dem Emmissionvolumen in Höhe von 6 Milliarden Euro behält der Bund zunächst eine halbe Milliarde in seinen Büchern, die sogenannte Marktpflegequote. Diese Wertpapiere, die er auf dem Sekundärmarkt platzieren wird, sind unter anderem für Bondhandelspartner gedacht, die schon in den konventionellen Zwilling investiert hatten und möglicherweise wechseln möchten. Die grüne Benchmark-Anleihe löst somit An- und Verkaufstransaktionen aus.
Langfristiger Finanzierungsschwenk
Im Nachhaltigkeitssegment hatte der Bund im vergangenen September das erste grüne Bundeswertpapier emittiert, eine 10-jährige Bundesanleihe, gefolgt von einer 5-jährigen grünen Bundesobligation im November. Nun kam mit dem 30-jährigen Papier ein weiterer Laufzeit-Horizont hinzu, der beispielsweise für langfristig planende Pensionsfonds und Rentenkassen interessant ist.
Die Erlöse dieser Wertpapiere kommen schon bestehenden, klimafreundlichen Projekten in fünf Sektoren zugute, über die alljährlich berichtet wird. Der erste dieser sogenannten Allokationsberichte des Bundes erschien im April und bezog sich auf die 2020 emittierten grünen Bundeswertpapiere. Darüber hinaus sollen ab kommendem Jahr sogenannte Wirkungsberichte erstellt werden, um transparent zu machen, wie förderlich die grünen Finanztransaktionen für Umwelt und Klima jeweils sind.
Berater Finanzagentur
Inhouse Recht (Frankfurt): Daniela Kracht, Dr. Arnd Düker, Bastian Martin
Allen & Overy (Frankfurt). Martin Scharnke, Christian Klöpfer; Associate: Sascha Fröhlig (alle Kapitalmarktrecht)
Simmons & Simmons (Frankfurt): Dr. Felix Biedermann (Federführung; Bank- und Finanzrecht), Chris Walton (US-Recht; London)
Berater Banken
White & Case (Frankfurt): Karsten Wöckener (Federführung), Dr. Cristina Freudenberger; Associates: Dr. Peter Becker, Claire-Marie Mallad, Florian Fraunhofer, Daniel Gillenkirch (alle Kapitalmarktrecht)
Hintergrund: Allen & Overy begleitete hier erstmals eine grüne Anleiheemission des Bundes. Die Finanzagentur, die ihre Mandate ausschreibt, hatte das Team der Magic Circle-Kanzlei nach einem Pitch ausgesucht. Die Federführung lag bei Partner Scharnke, der die Praxis für Kapitalmarktrecht hierzulande leitet.
Simmons & Simmons-Partner Biedermann hingegen hatte die Finanzagentur schon bei der Entwicklung des Emmissionprogramms unterstützt und begleitete auch die Ausarbeitung des ersten Allokationsberichtes. Für US-rechtliche Fragen kam der Londoner Partner Walton ins Spiel.
Auch White & Case war schon im vergangenen Herbst involviert, als der Bund erstmals eine grüne Bundesanleihe ausgab. Dieses Mal beriet das Team um Kapitalmarktrechtler Wöckener das internationale Bankenkonsortium, das die lange Laufzeit mitträgt.
Bei der Finanzagentur wechselte die Juristin Kracht Anfang April aus der Rechtsabteilung als Abteilungsleiterin zum Front Office Risikomanagement, wo sie die Bereiche Handel und Emissionsgeschäft verantwortet. Die frühere Clifford Chance-Anwältin war Teil des Kernteams, das das Green Finance-Programm entwickelte, den ausführlichen Allokationsbericht prüfte und nun auch diese langlaufende Emission rechtlich aufsetzte. Ebenfalls involviert waren die erfahrenen Inhouse-Counsel Düker und Martin, die beispielsweise schon 2015 die Begebung der ersten 30-jährigen Anleihe des Bundes flankierten, bei der die Zinszahlungen an die Inflationsentwicklung im Euro-Raum gekoppelt wurden.
Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte verifizierte den Allokationsbericht.