Investitionskontrolle (FDI), Drittstaatensubventionen (FSR), neue Regulierungen wie der Digital Markets Act der EU: Die Aufgaben von Kartellrechtspraxen sind in den vergangenen Jahren gewachsen – und mit ihnen der Markt.
Neue Kanzleien, neue Aufsteiger-Liste
Diese Dynamik bildet das neue JUVE-Ranking ab: Sechs Kanzleien sind neu dabei: Arnecke Sibeth Dabelstein, Eversheds Sutherland, Geradin Partners, Hoffman Liebs, Menold Bezler und Reed Smith. Nicht mehr im Ranking vertreten sind Görg und PricewaterhouseCoopers Legal. In beiden Fällen haben die Abgänge von Schlüsselpartnern die Praxis zurückgeworfen.
Nicht nur auf Ebene der Kanzleien hat sich unser Ranking weiterentwickelt. Es enthält erstmals neben den Listen führender Partnerinnen und Partner eine Aufstellung jüngerer Partner, die sich bereits einen Namen gemacht haben und in den Augen von Wettbewerbern und Mandanten den Markt in den kommenden Jahren zunehmend prägen werden.
Aufsteiger im Kartellrecht
Die Auswahl enthält jüngere Anwältinnen und Anwälte im Kartellrecht, die sich in den Augen von Wettbewerbern und Mandanten bereits gut im Markt etabliert haben.
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Dr. Sarah Blazek, Jones Day
„kompetent, außergewöhnlich engagiert, praxisnah“, Mandant
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Dr. Niklas Brüggemann, Weil Gotshal & Manges
„Smart, erfahren und nett – einer der besten DMA-Kenner“, Wettbewerber
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Janine Discher, Cleary Gottlieb Steen & Hamilton
„Top! Super Kartellrechtlerin, definitiv up and coming“, Wettbewerber
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Dr. David-Julien dos Santos Goncalves, Linklaters
„meine erste Wahl für sämtliche kartell- und außenwirtschaftsrechtliche Fragen“, Mandant
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Kaan Gürer, Linklaters
„sehr umtriebig, hohe Präsenz im Markt“, Mandant; „guter Teamplayer“, Wettbewerber
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Dr. Johannes Hertfelder, Gleiss Lutz
„fachlich hohes Niveau, menschlich angenehm“, Mandant; „präzise und effizient“, Wettbewerber
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Christian Ritz, Hogan Lovells
„sehr angenehm, toller Kollege“, Wettbewerber
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Dr. Julian Sanner, Cleary Gottlieb Steen & Hamilton
„kluger, junger Partner mit großem Know-how im Kartellschadensersatz“, Wettbewerber
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Caroline Scholke, Clifford Chance
„versierte Ansprechpartnerin für EU-Fusionskontrollen“, Mandant; „souverän und pfiffig“, Wettbewerber
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Dr. Max Schulz, Glade Michel Wirtz
„blitzgescheit, zielorientiert und fachlich uneingeschränkt zu empfehlen“, Mandant
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Dr. Julia Wiemer, Kapellmann und Partner
„fachlich hervorragend, engagiert und gut vernetzt“, Wettbewerber
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Thilo-Maximilian Wienke, White & Case
„sehr guter Kartellrechtler“, Mandant; „sehr angenehm“, Wettbewerber
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Dr. Elena Wiese, Hogan Lovells
„scharfer Verstand – beeindruckend bei komplexen Fällen“, Mandant
Fragte man Kartellrechtsanwältinnen und -anwälte nach den prägenden Namen des deutschen Markts, fielen jahrelang dieselben Namen. Die Praxisgruppen ruhten auf den Schultern etablierter Partnerinnen und Partner, die nächste Generation blieb lange im Hintergrund. 2026 sieht das anders aus. Allein seit Januar haben zahlreiche Kanzleien im Kartellrecht neue Partnerinnen und Partner ernannt – so viele wie seit Jahren nicht.
Das sind die Neuen
In diesem Jahr hat sich der Generationswechsel in den Kartellrechtspraxen beschleunigt. Allein seit Januar 2026 wurden in den Top-Praxen elf Partnerinnen und Partnern ernannt (JUVE-Auswahl).
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- Caroline Scholke (Clifford Chance, Düsseldorf, Partnerin seit Mai 2026)
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- Dr. Uwe Salaschek (Freshfields, Berlin, Partner seit Mai 2026)
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- Kevin Wilcock (Jones Day, Düsseldorf, Partner seit Januar 2026)
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- Janine Discher (Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, Köln, Partnerin seit Januar 2026)
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- Kaan Gürer (Linklaters, Düsseldorf, Partner seit Mai 2026)
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- Dr. Elisa Hauch (Blomstein, Brüssel, Partnerin seit Januar 2026)
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- Dr. Laura Stammwitz (McDermott Will & Schulte, Frankfurt, Partnerin seit Januar 2026)
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- Dr. Saskia Kirchgeßner (Gleiss Lutz, Frankfurt, Partnerin seit Januar 2026)
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- Dr. Andreas Schüssel (Gleiss Lutz, Düsseldorf, Partner seit Januar 2026)
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- Dr. Fabian Hübener (Noerr, Brüssel, Partner seit Januar 2026)
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- Dr. Philipp Steinhaeuser (A&O Shearman, Hamburg, Partner seit Mai 2026)
Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr, sondern bringt ein länger schwelendes Strukturproblem ans Licht. Viele Kartellrechtspraxen hatten den Generationswechsel jahrelang vertagt. Die Gründe lagen auf der Hand: Das Fach lebte in Deutschland traditionell von Persönlichkeiten, ihren Drähten zu den Behörden, ihrer Verfahrensroutine und ihren Mandantenbeziehungen. Solche Strukturen altern langsam. Doch inzwischen wächst der Druck, Verantwortung früher abzugeben. Denn der Markt ist breiter, technischer und internationaler geworden – und hängt damit weniger an einzelnen Verfahrensstrategen.
Bemerkenswert ist nicht nur die Zahl der Ernennungen, sondern auch das fachliche Profil vieler Newcomer. Ihre Business Cases unterscheiden sich oft deutlich von dem, was vor fünf, zehn oder fünfzehn Jahren typischerweise zur Partnerschaft führte. Damals drehte sich vieles um klassische Fusionskontrolle, Kartellschadensersatz, Bußgeldverfahren und Vertriebssysteme. Heute entstehen Karrieren zunehmend an den Schnittstellen von Investitionskontrolle und Plattformregulierung.