Allen & Overy

Umsatz und Produktivität stagnieren

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Allen & Overy eine Nullrunde hingelegt: Mit einem Umsatz von 141,7 Millionen Euro erwirtschaftete die deutsche Praxis der Kanzlei exakt so viel wie im Vorjahr. Zum Ergebnis trugen 202 Full-Time-Equivalents (FTE) bei. Das entspricht zwei FTE weniger als im Vorjahr, weswegen der Umsatz pro Berufsträger (UBT) um ein Prozent auf 701.000 Euro anstieg.

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Thomas Ubber
Thomas Ubber

Zwar konnte die Kanzlei so erstmalig die UBT-Marke von 700.000 Euro knacken, im Vorjahr lag der UBT bei 695.000 Euro. Die Steigerung bleibt aber nur marginal und geht noch dazu allein auf Personalabgänge zurück. In personeller Hinsicht war das Jahr für A&O turbulent: Während sieben Partner von Bord gegangen sind, konnte die Sozietät fünf Quereinsteiger hinzugewinnen.

Für viel Aufsehen sorgte der Wechsel von Dr. Neil Weiand zu Linklaters. Der Bank- und Finanzrechtsspezialist galt als die prägende Figur der deutschen A&O-Praxis. Darüber hinaus schied der Frankfurter Finanz- und Prozessexperte Kai Schaffelhuber aus der Kanzlei aus. Der Konfliktlösungsexperte Dr. Benedikt Burger wechselte zu Bird & Bird. Verstärken konnte die Kanzlei ihre Private-Equity-Praxis: Neben Dr. Nils Koffka von Freshfields Bruckhaus Deringer gewann sie Dominik Stühler von DLA Piper.

Laut dem Führungsduo Dr. Astrid Krüger und Thomas Ubber führt nach wie vor die Corporate/M&A-Praxis der Kanzlei die interne Umsatzrangliste. Die Beratung von Cerberus beim Kauf der HSH Nordbank, die Begleitung der Allianz beim Kauf der Liverpool Victoria Friendly Society sowie das Mandat für die Société Générale beim Kauf der EMC-Sparte der Commerzbank waren lukrativ.

Konkurrenz in Deutschland zieht davon

Im Vergleich mit ihren Wettbewerbern, den Magic-Circle-Kanzleien Freshfields, Linklaters und Clifford Chance, kann das Ergebnis von A&O im deutschen Markt nicht überzeugen. Vor dem Hintergrund einer boomenden Wirtschaft gelang es der Kanzlei nicht, mit Wettbewerbern wie Freshfields und Linklaters, die ihren Umsatz um zehn beziehungsweise knapp acht Prozent steigerten, mitzuhalten. Und auch wenn Clifford Chance mit 173 Millionen Euro zwei Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr verbuchte, verbesserte die Kanzlei immerhin ihre Produktivität um 3,5 Prozent.

International steht die Kanzlei besser da: Sie blickt auf ein Umsatzplus von vier Prozent zurück, was einer Steigerung um 54 Millionen auf 1,57 Milliarden britische Pfund entspricht. Der Gewinn erhöhte sich um drei Prozent auf 690 Millionen britische Pfund, der Gewinn pro Equity-Partner stieg um vier Prozent auf 1,64 Millionen britische Pfund.

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