Vorsprung durch Daten

Beck-Noxtua integriert Inhalte von acht weiteren Verlagen

Beck-Noxtua erweitert seine Datenbasis um Inhalte von acht weiteren Fachverlagen – darunter Nomos, Kohlhammer und der Deutsche Notarverlag. Während sich der Markt auf die neusten Versionen der großen LLM-Modelle konzentriert, setzt die europäische Rechts-KI weiter auf Inhalte.

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Die Rechts-KI Beck-Noxtua bindet künftig Inhalte von Nomos, Kohlhammer, dem Deutschen Notarverlag, KSV Medien, Vahlen, dem id-Verlag (IBR), dem Deutschen Apotheker Verlag sowie der FCH AG ein. Damit erweitert sich das inhaltliche Spektrum vom Baurecht über Notarwesen und Finanzmarktregulatorik bis hin zu Medizin-, Pharma-, Kommunal- und Landesrecht. Zusätzlich zu den bereits integrierten Inhalten, unter anderem des Verlags C.H. Beck, entsteht so nach eigenen Angaben Europas größte juristische Datenbank mit mehr als 130 Millionen durchsuchbaren Dokumenten.

Während einige Anbieter im Markt einen Fokus auf die Integration der jeweils neuesten Large Language Models haben, die theoretisch allen Wettbewerbern zugänglich sind, konzentriert sich Beck-Noxtua weiter auf die Qualität und Breite der Datengrundlage. Das Unternehmen verfolgt damit eine andere Strategie als die meisten Wettbewerber, die auf externe LLM-Anbieter wie Anthropic oder OpenAI zurückgreifen, von deren regelmäßigen Updates profitieren, aber nicht über dieselbe Datenlage wie Beck-Noxtua verfügen. Kooperationen mit Fachverlagen haben jedoch auch Anbieter wie Legora, Harvey oder Libra (etwa mit dem Otto Schmidt Verlag oder Wolters Kluwer). Die Inhalte dieser Kooperationen sind solide, aber nicht so umfassend wie die Daten, die Beck Noxtua integriert hat.

Wie nachhaltig sich der Datenvorsprung für Beck-Noxtua erweisen wird, hängt allerdings auch davon ab, ob und wann auch andere Plattformen die Verlagsinhalte der neuen Kooperationspartner integrieren. Eine Exklusivität, wie bei Beck, besteht nämlich nicht.

EU- statt US-Technologie

Beck-Noxtua setzt nicht auf die großen bekannten LLM von Anthropic und Co., sondern auf ein eigenes KI-System, das auf europäischen Alternativen fußt. Die Infrastruktur wird auf europäischen Servern betrieben.

Dieser Ansatz birgt Vor- und Nachteile: Während Wettbewerber unmittelbar von Leistungssprüngen neuer Modellgenerationen profitieren können, muss Beck-Noxtua teilweise eigene Entwicklungsarbeit leisten. Dafür verspricht das Unternehmen vollständige Kontrolle über die Technologie und Unabhängigkeit von US-Anbietern. Die erweiterte Content-Allianz könnte nun die Position als europäische Alternative stärken. Ob Daten oder technischer Vorsprung das ausschlaggebende Kriterium für die beste Legal AI sein wird, oder die Qualität des Systems, in dem die KI integriert ist, wird sich zeigen. Neben Daten und Technik sind Arbeitsabläufe und institutionelles Wissen Faktoren, die über den Erfolg des KI-Systems entscheiden könnten.

Fachverlage bringen Spezialisierung

Die neu hinzugekommenen Verlage decken jeweils hochspezialisierte Rechtsgebiete ab. Die Nomos Verlagsgesellschaft, einer der führenden wissenschaftlichen Fachverlage im deutschsprachigen Raum, bringt jährlich mehr als 1.200 Neuerscheinungen sowie rund 80 Fachzeitschriften ein.

KSV Medien ist spezialisiert auf Kommunal- und Landesrecht und veröffentlicht seit 1949 Fachliteratur für Verwaltungen, Justiz und Politik. Der Deutsche Notarverlag wendet sich mit seinen Inhalten an alle im Notariat tätigen Berufsgruppen und deckt Erb-, Familien-, Gesellschafts-, Immobilien- und WEG-Recht ab.

Hinzu kommen der Deutsche Apotheker Verlag mit Pharma- und Medizinprodukterecht, die FCH AG mit Bank- und Aufsichtsrecht, der id-Verlag mit Bau- und Immobilienrecht sowie Kohlhammer und Vahlen mit weiteren juristischen Fachgebieten.

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