Das sagt JUVE
Man kann über zig Milliarden Euro vor Gericht verhandeln, aber am Ende scheitert man eben doch gelegentlich an der eigenen Schwerkraft. Carolin Marx nimmt es mit Demut, wenn der Yoga-Kopfstand mal wieder misslingt. Im Gerichtssaal hingegen steht sie äußerst stabil. „Wir würden uns auf der Gegenseite manchmal einen anderen Gegner wünschen“, gesteht ein Klägeranwalt – und es ist als aufrichtiges Kompliment für Marx und ihre Durchsetzungskraft gemeint.
Bereits als Praktikantin lernte Marx ihre heutige Kanzlei kennen. 2015 stieg sie als Associate ein, 2021 wurde sie Partnerin – mit gerade einmal 33 Jahren. In ihren Lehrjahren stritt sie an der Seite von Dr. Detlef Haß für Volkswagen im epischen Konflikt gegen den Zulieferer Prevent. Der Lieferketten-Streit drehte sich auch um Paragraf 19 des Kartellgesetzes: Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung ist verboten. Genau darum geht es in mehreren neuartigen Verfahren gegen Tech-Konzerne, allen voran Google. Inzwischen leitet Marx mit dem Kartellrechtler Dr. Christoph Wünschmann ein Team, das Schadensersatzklagen im riesigen „Google Shopping“-Komplex abwehrt.
Seit diesem Jahr ist Carolin Marx auch Teil des Führungsteams um den globalen Leiter der Litigation-Praxis, den Washingtoner Partner Des Hogan. Eine zentrale Aufgabe: die Integration von Cadwalader-Anwälten im Zuge des Zusammenschlusses.
Das sagen andere
„Argumentiert gründlich, ist sehr präsent, macht ihren Weg.“ (Wettbewerber)
„Sehr gute Performance, souverän und aggressiv – und das meine ich positiv. Genauso will es ihre Mandantin.“ (Wettbewerber)
Das sagt Carolin Marx selbst
Über welches Thema können Sie eine 30-minütige Präsentation halten, ohne jede Vorbereitung?
Über die Londoner Gastroszene – ich arbeite fleißig an meiner Solo-Dining-Karriere an Restaurant-Counters.
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?
Hoffentlich immer noch so authentisch und ganz ‚ich‘ wie heute. Ich möchte mir die Freiheit bewahrt haben, nahbar zu bleiben, statt in eine starre Berufsrolle zu schlüpfen. Ich möchte beweisen, dass Empathie und Ehrgeiz keine Gegensätze sind, sondern zusammen den Unterschied machen.
Von wem haben Sie beruflich am meisten gelernt?
Detlef Haß prägte den Beginn meiner Karriere. Heute arbeite ich eng mit Christoph Wünschmann zusammen, der mich sofort als Partnerin auf Augenhöhe einband.
Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?
Ich helfe tatsächlich einfach wahnsinnig gerne – und habe gleichzeitig eine riesige Freude am Gewinnen. Diese Kombination macht für mich den Reiz der Konfliktlösung aus.
Greatest Hits
- Vertretung von Google bei der Abwehr von Schadensersatzklagen
- Musste/wollte/durfte direkt nach ihrer Ernennung zur Partnerin eine Keynote-Diskussion vor mehr als 800 Partnerinnen und Partnern in Vancouver moderieren. Ein Sprung ins kalte Wasser, Marx musste die Debatte auf großer Bühne steuern und Akzente setzen. Dass ihr als „Newcomerin“ diese Rolle zugetraut wurde, war eine prägende Erfahrung.