Juve Plus Leverkusen wechselt aus

Chefjurist Thomas Laubert verlässt Bayer

Nach knapp drei Jahren als General Counsel von Bayer geht Thomas Laubert (53). Der Jurist, der maßgeblich den jüngsten Glyphosat-Vergleich in den USA vorangetrieben hat, räumt bereits Ende März seine Stelle als Leiter des Bereichs Law, Patents & Compliance. Kommissarisch übernimmt diesen Posten der Head of Corporate Law.

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Der Abgang steht im Kontext eines Wechsels im Finanzvorstand, an den Laubert als General Counsel berichtet. Weil der bisherige CFO Wolfgang Nickl geht und zum Juni Judith Hartmann den Posten übernimmt, macht Laubert den Weg frei für eine Neubesetzung der Rechtsleitung durch Hartmann.

Bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gefunden ist, übernimmt Dr. Stephan Semrau, Head of Corporate Law, die Führung der Rechtsabteilung interimsweise – wie schon Anfang 2023, als Lauberts Vorgänger Gabriel Harnier zu SAP gewechselt war. Seinen Aufsichtsratsposten bei Bayer 04 Leverkusen behält Laubert bis zu seinem offiziellen Ausscheiden Ende September.

Krisenmanager mit klarem Auftrag

Thomas Laubert

Laubert war im Juli 2023 von Daimler Truck zu Bayer gekommen – mit einem klaren Auftrag: die juristischen Probleme des Konzerns in den USA in den Griff zu bekommen. Bei Daimler hatte er zuvor aus der Rechtsabteilung heraus das Krisenmanagement im Dieselskandal gesteuert und den US-Vergleich von 2020 maßgeblich begleitet. Diese Erfahrung mit ausufernden Schadensersatzkomplexen in den USA war ein entscheidender Grund für seine Berufung nach Leverkusen.

Seit seinem Amtsantritt war Laubert nach JUVE-Informationen rund zweimal im Monat in den USA, um die Glyphosat-Verfahren zu steuern. Gemeinsam mit US-General-Counsel Bill Dodero und Litigation-Chef Dr. Max Thümmel trieb er die Vergleichsverhandlungen voran.

Vorige Woche führten die Verhandlungen zum Durchbruch: Ein Sammelvergleich soll die Roundup-Klagen über bis zu 21 Jahre deckeln und Bayer die lang ersehnte finanzielle Planbarkeit bringen. Parallel dazu hat der US Supreme Court den Fall Monsanto vs. Durnell angenommen – ein zweiter Hebel, der die Klagewelle grundsätzlich eindämmen könnte.

Gut aufgestelltes Team

Nach dem jüngst verkündeten Befreiungsschlag bleiben zwar noch viele offene Fragen – der Vergleich muss vom Gericht genehmigt werden, und genügend Kläger müssen mitziehen. Doch das Team, das Laubert aufgebaut und geformt hat, dürfte gut aufgestellt sein, um die nächsten Schritte auch ohne ihn zu bewältigen.

Wie es für Laubert selbst weitergeht, ist derzeit unklar. Der Jurist, der seine Karriere bei Heidelberger Kanzleien begann und 2004 zu Daimler wechselte, hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten als einer der profiliertesten Krisenmanager unter den deutschen Chefjuristen etabliert – erst im Dieselskandal, dann in der Glyphosat-Krise.

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