Nach fünf Jahren

E.on tauscht General Counsel

Dr. Christoph Radke übernimmt zum Juli die Leitung des Rechtsbereichs von E.on. Als General Counsel & Chief of Compliance folgt der 46-Jährige auf Dr. Guntram Würzberg (56), der als CEO zu E.on Ungarn wechselt.

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Christoph Radke

Würzberg wiederum hatte Anfang 2017 das Amt des Rechtsbereichsleiter bei E.on von Karl-Heinz Feldmann übernommen. Bevor er an die Spitze des Rechtsbereichs aufstieg, war Würzberg bereits 20 Jahre im Konzern tätig, den er in seiner Amtszeit dann durch den Milliarden-Deal mit RWE führte und ihm im Anschluss die Integration der ehemaligen RWE-Tochter Innogy sicherstellte. Zum damaligen Vorstandsvorsitzenden Dr. Johannes Teyssen, der im März 2021 aus dem Amt schied und als Architekt des historischen Aktientauschs gilt, unterhielt Würzberg dem Vernehmen nach ein äußerst enges Verhältnis. 

Guntram Würzberg

Vorstandsvertrauter

Auch für Radke sind Teyssen sowie dessen Nachfolger im Vorstandsvorsitz, Dr. Leonhard Birnbaum, keine Unbekannten. Denn auch er ist bereits seit über einem Jahrzehnt für den heute zweitgrößten deutschen Energieversorger tätig.

Seine Karriere hatte Radke 2006 im Düsseldorfer Büro von Freshfields Bruckhaus Deringer begonnen, ehe er 2008 zu E.on wechselte. Radke stieg unter Teyssen 2014 in die Leitung des Vorstandsbüros auf. Den Deal mit RWE verfolgte er aus der Position des Vice President Corporate & Governance – eine Funktion im Konzern, an die die Zuständigkeit für kartell- und kapitalmarktrechtliche Themen ebenso wie M&A-Transaktionen geknüpft ist. Mit Birnbaum war Radke bis Ende 2021 gemeinsam im Vorstand der Innogy für die Abwicklung des Unternehmens tätig. 

Zuletzt war Radke Geschäftsführer der E.on Drive Infrastructure, der Tochtergesellschaft, die sich um den Ausbau eines E-Mobility-Ladenetzwerks kümmert. Diese Position hatte er erst seit Anfang dieses Jahres inne und war hier unter anderem dafür verantwortlich, entsprechende Infrastruktur-Assets aus anderen Konzernteilen herauszulösen und in der E.on Drive Infrastructure zu bündeln. Ein Schritt, mit dem sich E.on den Weg auf eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Investor ebnet. Wer im Unternehmen auf Radke folgen wird, ist noch nicht bekannt.

Von Würzberg übernimmt Radke nun einen bestens aufgestellten Rechtsbereich mit 50 juristischen Mitarbeitenden, verteilt auf sieben Abteilungen: Corporate & Finance, M&A & Innovation, Competition & Antitrust, Compliance & Data Protection, IT/IP & Services, Energy Law sowie Energy Economics & Market Regulation. In das Verantwortungsspektrum des Rechtsbereichs fällt bei E.on neben der klassischen Beratung zu rechtlichen Themen, Compliance und Datenschutz auch das Vorstandsbüro einschließlich Eventmanagement und Konzernsicherheit sowie derzeit Cyber Security.

Bewegung allerorten

Auch an der Spitze der Compliance-Abteilung hatte es jüngst einen Wechsel gegeben: Im März verließ der bisherige Leiter des Compliance-Teams, Markus Jüttner, E.on in Richtung EY, wo er als Partner im Düsseldorfer Büro der Wirtschafsprüfungsgesellschaft zu Compliance-Themen berät.

Die vakante Stelle des Teamleiters Compliance nahm Dr. Patrik Eismann ein, der bis dahin die Abteilung Data Protection leitete. Eismann hat nun eine Doppelfunktion inne: Denn im Zuge des Weggangs von Jüttner wurden Compliance-Abteilung und Data Protection zusammengelegt. 

Bereits im November 2021 hatte der Energiekonzern überdies die Leitungsfunktion im Bereich IP, IT & Services neu besetzt, nachdem Dr. Florian Plesser E.on verließ und zu Envia wechselte. Plessers Nachfolge trat Dr. Nicole Schröder an. Sie verantwortete zuletzt stellvertretend den Bereich Kartellrecht von Dr. Iris Eveleigh, die den Bereich nun wieder führt.

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