Fusionspläne

Heisse Kursawe und Eversheds verhandeln über volle Integration

Autor/en
  • Norbert Parzinger

Heisse Kursawe Eversheds verhandelt derzeit über eine vollständige Fusion mit der britischen Kanzlei Eversheds. Als Zeitpunkt ist Anfang Mai anvisiert. Sowohl Heisse Kursawe als auch Eversheds bestätigten die Verhandlungen, wollten sich aber noch nicht zu inhaltlichen Details äußern.

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Stefan Kursawe
Stefan Kursawe

Die ‚Wirtschaftswoche‘ berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe, Eversheds wolle die deutsche Kanzlei für 10 bis 15 Millionen Euro aufkaufen, der Erlös solle nur den Namenspartnern Dr. Matthias Heisse und Dr. Stefan Kursawe zufließen. Plausibel wirkt der angebliche Kaufpreis allerdings nicht. Heisse Kursawe setzte im vergangenen Jahr 29,2 Millionen Euro um, die tatsächliche Investition von Eversheds dürfte also deutlich höher liegen. Dass von den sieben Heisse Kursawe-Vollpartnern fünf leer ausgehen sollen, ist ebenfalls kaum nachvollziehbar.

Heisse Kursawe gehört seit 2005 dem Verbund Eversheds International an, ist aber rechtlich und finanziell unabhängig. Mandate in Zusammenarbeit mit anderen Eversheds-Standorten im Ausland machen derzeit rund 20 bis 25 Prozent des Geschäfts aus. Internationale Mandate stehen besonders für den kleinen, 2011 eröffneten Hamburger Standort im Vordergrund. Insgesamt sind bei Heisse Kursawe in München und Hamburg aktuell knapp 100 Anwälte tätig, darunter sind 26 Partner. Zuletzt kündigte die Kanzlei an, ein drittes Büro in Berlin zu eröffnen.

Matthias Heisse
Matthias Heisse

Eversheds arbeitet weltweit mit unterschiedlichen Integrationsgraden. Paris und Großbritannien sind vollständig integriert, in diesen Status soll auch Heisse Kursawe den Plänen zufolge wechseln. Ansonsten sind alle europäischen Standorte außerhalb Großbritanniens eigenständige Einheiten. Im Nahen Osten und Asien unterhält Eversheds dagegen zahlreiche weitere voll-integrierte Standorte. Weltweit sind rund 1.800 Anwälte in 30 Jurisdiktionen für die Kanzlei und ihren Verbund tätig, davon sind 237 Salary- und 136 Equity-Partner.

Eversheds hat in den vergangenen Jahren besonders an ihrem Londoner Stammsitz einen Umbauprozess durchlaufen. Die dortige Mannschaft schrumpfte um über 100 Anwälte, darunter mehr als 40 Partner. Zukünftig will die Kanzlei stärker international auftreten und sich grenzüberschreitend enger vernetzen.

Dabei setzt Eversheds allerdings nicht auf globale Integration. Stattdessen deutete CEO Bryan Hughes eine Schweizer Vereinslösung an, wie sie zuletzt auch Dentons, King & Wood Mallesons SJ Berwin sowie Norton Rose Fulbright für ihre internationalen Zusammenschlüsse gewählt haben.

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