Byok ist einer der Vergaberechtler der ersten Stunde, seit das Reglement für öffentliche Ausschreibungen Ende der 1990er-Jahre neu etabliert wurde. Mit seinem Wechsel zu Bird & Bird im Jahr 2002 legte er dort den Grundstein für die äußerst angesehene und heute rund 20-köpfige Vergaberechtspraxis der Kanzlei. Mit seiner Rolle in für die Entwicklung des Vergaberechts wegweisenden Fällen hat er schon in den Nullerjahren einen Ruf als engagierter Prozessvertreter erworben. Dazu zählten etwa die Ausformung von Klagerechten unterlegener Bieter in Nachprüfungsverfahren oder die Ausschreibungspflicht für Rabattverträge der Krankenkassen.
Ab 2014 war er zudem fünf Jahre lang einer von drei Managing-Partnern der Kanzlei in Deutschland. Nun scheidet er ein Jahr vor dem Erreichen der bei Bird & Bird geltenden Altersgrenze aus und geht in Düsseldorf mit einer eigenen Kanzlei an den Start. Dabei geht es um ein vergabe- und vertragsrechtliches Beratungsangebot, das sich strategisch auf Projekte der öffentlichen Hand in den Bereichen Technologie- und Infrastruktur fokussiert.
Byok hat schon in der Vergangenheit etwa einen Rüstungskonzern lizenzrechtlich zum Einsatz von OSS-Komponenten für die Marine beraten oder eine Landespolizeibehörde vergabe- und vertragsrechtlich im Rahmen von Technologiebeschaffungen sowie zu IT-Beschaffungen im Gesundheitssektor.
Die Neugründung war von längerer Hand vorbereitet, doch trifft die geplante Ausrichtung auf die Beratung von Leitungs- und Stabsebenen der öffentlichen Hand und öffentlicher Unternehmen einen brandaktuellen Nerv. Denn in den Themen Sicherheit, Verteidigung, Digitalisierung und Infrastruktur sehen viele derzeit verstärkten Beratungsbedarf, zumal mit Blick auf veränderte Anforderungen im Verteidigungssektor und die vor wenigen Wochen beschlossenen Milliardeninvestitionen für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz. Der Kanzleiname Juliett Bravo steht für Byoks Initialen im sogenannten NATO-Alphabet.