Die Grenzen zwischen M&A-Transaktionen, Private-Equity-Deals und konzernrechtlich geprägten Projekten sind fließender denn je. Kanzleien müssen intern mehr Kompetenzen zusammenziehen. Das gilt in regulierungsintensiven Branchen noch stärker. Das ist einer von vielen Trends, die das gerade erschienene JUVE Handbuch aufgreift.
Zahlreiche Unternehmen sind im vergangenen Jahr mit Umstrukturierungen beschäftigt gewesen, bei denen sie Geschäftsbereiche aufteilten, oder für einen Börsengang oder Bieterverfahren bündelten. Branchenerfahrene Anwälte, die das geschäftliche Umfeld etwa im Gesundheits-, Immobilien- oder Energiesektor kennen, treten in solchen Transformationsprojekten jetzt öfter unmittelbar neben die Corporate-, M&A- oder Kapitalmarktteams.
Dabei gestaltet auch der Effizienzdruck die Art und Weise, mit der Kanzleien sich für solche Mandate aufstellen: Der Wettbewerb verlangt ihnen zunehmend ab, eine effiziente, IT-gestützte und auch preisgünstige Abwicklung der Umstrukturierungen, Abverkäufe und auch der anschließenden Integrationsaufgaben zu bieten.
Während sich das M&A-Klima spürbar abkühlt, suchen Private-Equity-Investoren allerdings noch immer nach geeigneten Übernahmezielen. Dabei scheuen sie auch keineswegs das Hochreck der öffentlichen Übernahmen, wie aktuellen Beispiele bei KKR und Springer und beim Kampf um Osram zeigen.
Doch auch über das Dealgeschäft hinaus gewinnt das Aktien- und Konzernrecht für Unternehmen und in den Corporate-Teams der Kanzleien an Bedeutung: Diese Spezialisierung wird immer wertvoller, je mehr Finanzinvestoren auf Konfrontationskurs mit dem Management gehen. Das ist an den Entwicklungen bei Bayer, Thyssenkrupp und anderen börsennotierten Unternehmen abzulesen.
Mehr über Trends und Marktentwicklungen sowie die aktuellen JUVE Rankings von Kanzleien auf diesen Gebieten finden Sie in den Kapiteln M&A, Gesellschaftsrecht und Private Equity des JUVE Handbuch Wirtschaftskanzleien 2019/2020.