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Altkanzler Schröder beauftragt Pöllath mit Prüfung des Schaeffler/Conti-Streits

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  • JUVE

In den Machtkampf zwischen dem Automobilzulieferer Continental und seinem Großaktionär Schaeffler hat sich nun auch Altkanzler Gerhard Schröder eingeschaltet. JUVE-Informationen zufolge lässt er von dem renommierten Münchner Steuer- und Transaktionsrechtler Prof. Dr. Reinhard Pöllath rechtlich prüfen, ob die Schaeffler-Gruppe mit ihrem Vorgehen in der Conti-Aufsichtsratssitzung in der vergangenen Woche gegen eine Investorenvereinbarung mit Conti verstoßen hat.Pöllath, Gründer und Namenspartner der Sozietät P+P Pöllath + Partners ist einer der angesehensten deutschen Wirtschaftsanwälte und verfügt über eine Erfahrung als strategischer Berater wie nur wenige Juristen hierzulande. Zugleich gilt er auch als hervorragender Schlichter, so gelang es ihm 2002 die zerstrittenen Familien Herz im Streit um das Tchibo-Erbe zu befrieden. Aktuell ist Pöllath Aufsichtsratsvorsitzender der Maxingvest AG (früher Tchibo Holding), der hinter Tchibo und Beiersdorf stehenden Dachgesellschaft.

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Schaeffler hatte in der Conti-Aufsichtsratssitzung vor genau einer Woche für einen Eklat gesorgt, als der Konzern versuchte den Conti-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann zu stürzen, damit aber scheiterte. In einer im vergangenen Jahr geschlossenen Investorenvereinbarung zwischen beiden Unternehmen hatte Schaeffler unter anderem zugesagt, keine Änderungen in der Zusammensetzung des Conti-Vorstands vorzunehmen oder zu veranlassen. Darüber hinaus hatte der Conti-Großaktionär aus Herzogenaurach ebenfalls zugesagt, die bisherige Strategie und Geschäftspolitik des Conti-Vorstands zu unterstützen und keine Verkäufe oder sonstige wesentliche Strukturmaßnahmen zu verlangen. Dies war auf der Hauptversammlung im April dieses Jahres auf eine Aktionärsfrage hin deutlich geworden.

Altkanzler Schröder fungiert als Garant der Investorenvereinbarung. Dabei ist er zur Wahrung der Interessen von Continental berechtigt, die Erfüllung von Verpflichtungen der Schaeffler-Gruppe jederzeit gerichtlich und außergerichtlich geltend zu machen. Nach einer gestern von Schröder veröffentlichten Erklärung gehe es nun darum, ob die Investorenvereinbarung durch die Vorgänge bereits gebrochen worden ist oder noch gebrochen werden könnte.

Das Verhältnis zwischen Neumann und Schaeffler gilt als zerrüttet. Neumann wirft der Führung des Familienunternehmens vor, Vorschläge von Conti zu einem gemeinsamen Konzern zu blockieren. Zuletzt hatte der Vorstandschef für eine Kapitalerhöhung bei dem verschuldeten Conti-Konzern geworben, der Aufsichtsrat gab vor einer Woche grünes Licht für eine Erhöhung des Kapitals von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Der seit seinem Einstieg bei Conti selbst stark verschuldete Schaeffler-Konzern stand dem skeptisch gegenüber, da solch ein Schritt seine eigene Beteiligung stark verwässern würde.

Der nächste Eklat im Conti-Aufsichtsrat droht schon beim nächsten Zusammenkommen des Gremiums in der kommenden Woche. Es gilt als sicher, dass Schaeffler dann erneut versucht, Neumann abzusetzen. Allerdings sind die Aussichten dafür nun besser, denn eine einfache Mehrheit genügt für den Rauswurf. Bei einem Patt hätte der Allen & Overy-Partner und Schaeffler-Vertraute Rolf Koerfer als Aufsichtsratschef ein Doppelstimmrecht. Bei der vergangenen Sitzung war noch eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich. Diese kam aber nicht zustande, weil die Arbeitnehmervertreter einen Sturz Neumanns verhinderten. Die Schaeffler-Gruppe will ihren Manager Elmar Degenhart als neuen Conti-Chef installieren. (René Bender)

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