Markt und Management

Deutsche Bank-Querelen

Georg Thoma (71) tritt als Vorsitzender des Integritätsausschusses der Deutschen Bank zurück und verlässt auch den Aufsichtsrat. Darüber informierte der Gesellschaftsrechtler und of Counsel von Shearman & Sterling die Bank gestern. Thomas Entscheidung kommt nicht überraschend. Der bekannte Wirtschaftsanwalt war zuletzt aus dem Aufsichtsrat heraus als Leiter des Integritätsausschusses harsch kritisiert worden.

Ärger bei der Deutschen Bank

In der Deutschen Bank eskalieren im Aufsichtsrat Konflikte um die Aufarbeitung von Skandalen der Vergangenheit – vor allem der renommierte Wirtschaftsanwalt Georg Thoma wird heftig attackiert. Für Ärger sorgen auch externe Mandatierungen.

Referendariat

Nach Hessen und Sachsen hat im April auch die Hansestadt Hamburg ihren Rechtsreferendaren untersagt, Stationsentgelte anzunehmen. Wie die anderen Bundesländer beruft sich das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) als zuständige Ausbildungsbehörde auf ein Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) aus dem vergangenen Jahr.

IP-Gerichte

Die mit Abstand am häufigsten empfohlene deutsche Eingangsinstanz im Marken- und Wettbewerbsrecht ist das Landgericht Hamburg. Der Hansestadt drohen nun aber Kratzer an ihrem Image als herausragender IP-Gerichtsstandort. Dafür sorgen lange Verfahrensdauern in der nächsten Instanz. Dies förderte eine Umfrage des JUVE-Verlags zutage.

Wiener Anwaltsstreit

Nächster Etappensieg für Stefan Prochaska, Namenspartner der Kanzlei PHH Prochaska Havranek: Der Oberste Gerichtshof hat die Einstweilige Verfügung, die Gabriel Lansky gegen ihn im Zuge des Aliyev-Prozesses eingebracht hatte, aufgehoben. Zwischen den beiden Wiener Anwälten tobt ein langjähriger Rechtsstreit.

MDP-Kanzleien

Die multidisziplinäre Münchner Kanzlei Peters Schönberger & Partner hat sich zum April auf Partnerebene verstärkt. Hans Röthel (66) wechselte vom Wettbewerber LKC Kemper Csarske v. Gronaus Berz in Grünwald bei München, wo er neun Jahre Partner war.

Überraschung

Bundesjustizminister Heiko Maas hat Dr. Matthias Koch als Rechtsanwalt beim Bundesgerichtshof zugelassen. Die Ernennung sorgt in Karlsruhe für Stirnrunzeln. Das von Konkurrentenklagen überschattete Auswahlverfahren für die BGH-Anwälte liegt bereits zweieinhalb Jahre zurück.

Diversity

Gut sieben Prozent der Berufsträger in Kanzleien haben einen Migrationshintergrund, so das Ergebnis einer azur-Erhebung bei Wirtschaftskanzleien aller Größenordnungen in Deutschland. Der Anteil ist damit fast doppelt so hoch wie in den oberen Rängen des öffentlichen Diensts.

Panama Papers

Die sogenannten Panama Papers haben Anfang April viele Namen enthüllt, die hinter Offshore-Briefkastenfirmen stecken. Im JUVE-Interview erklärt Dr. André Szesny, Partner im Düsseldorfer Büro von Heuking Kühn Lüer Wojtek, was nun für betroffene Personen und Unternehmen zu tun ist und welche Rechtsfolgen das von Bundesjustizminister Heiko Maas geforderte Transparenzregister hätte.

Verrat von Mandatsgeheimnissen

Der Bundesjustizminister will den Geheimnisschutz ausbauen. Auch Dienstleister von Anwälten sollen sich demnach künftig strafbar machen können, wenn sie Interna ausplaudern. Kanzleien müssen damit ihre Zuarbeiter sorgfältiger auswählen.

ZF Friedrichshafen

Nach der milliardenschweren Übernahme des Automobilzulieferers TRW vor einem Jahr ist der deutsche Technologiekonzern ZF Friedrichshafen im Integrationsmodus. Im JUVE-Interview erläutert Werner Stuffer, der im vergangenen Sommer als neuer Steuerabteilungsleiter kam, die strikte Zentralisierungs- und Outsourcingstrategie seiner Abteilung.