Juve Plus Unternehmenswert knapp 30 Milliarden

Deal der Superlative: Kirkland-Mandanten verkaufen TK Elevator nach Finnland

Der finnische Aufzughersteller Kone übernimmt den deutschen Konkurrenten TK Elevator. Die Finanzinvestoren Advent und Cinven erhalten für das Unternehmen fünf Milliarden Euro in bar sowie Kone-Aktien im Wert von 15,2 Milliarden Euro. Die Transaktion impliziert einen Unternehmenswert von 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden. 

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Durch den Zusammenschluss verdoppelt Kone seinen Umsatz auf rund 20,5 Milliarden Euro und beschäftigt künftig etwa 100.000 Mitarbeiter. Das kombinierte Unternehmen würde rund 65 Prozent seiner Erlöse aus dem Service- und Modernisierungsgeschäft erwirtschaften und über einen Wartungsbestand von etwa 3,2 Millionen Einheiten verfügen. Kone erwartet Synergien von rund 700 Millionen Euro jährlich. 

Advent und Cinven halten nach Abschluss der Transaktion etwa 33,8 Prozent der Anteile und 18,3 Prozent der Stimmrechte am fusionierten Unternehmen. Der finnische Milliardär Antti Herlin, der bislang hinter Kone steht, kontrolliert weiterhin mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. Die Finanzinvestoren erhalten das Recht, zwei Mitglieder in den Verwaltungsrat von Kone zu entsenden.  

Seit Jahren interessiert

TK Elevator war 2020 für 17,2 Milliarden Euro aus dem Industriekonzern Thyssenkrupp herausgelöst worden. Advent und Cinven hatten sich damals gegen Kone und den Finanzinvestor CVC durchgesetzt. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatz von 9,2 Milliarden Euro mit mehr als 50.000 Mitarbeitern. 

Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen und der Zustimmung einer außerordentlichen Hauptversammlung von Kone, die für Juni 2026 geplant ist. Aktionäre von Kone, die zusammen etwa 40,3 Prozent aller Aktien und rund 74,3 Prozent der Stimmrechte halten, haben sich bereits verpflichtet, für die Transaktion zu stimmen.  

Im vergangenen Jahr stieg der saudi-arabische Staatsfonds PIF über seine Tochter Alat mit 15 Prozent bei TK Elevator ein, wobei der Aufzughersteller seinerzeit mit 23 Milliarden Euro bewertet wurde. Thyssenkrupp hält indirekt noch gut 16 Prozent daran. 

Akquisitionsfinanzierung steht

Kone finanziert die Transaktion über vorhandene Mittel und neue Kredite. Die Mehrheit der Schulden von TK Elevator in Höhe von etwa 9,2 Milliarden Euro soll refinanziert werden. Bank of America und BNP Paribas haben zugesagte Finanzierungen bereitgestellt. Der Abschluss wird frühestens im zweiten Quartal 2027 erwartet. 

Mikko Heinonen

Berater Kone 
Hannes Snellman (Helsinki): Mikko Heinonen (Federführung; Corporate/M&A), Anniina Järvinen (Kapitalmarktrecht), Matias Moberg, Markus Bremer (beide Finanzierung), Panu Siitonen (IP), Mikko Huimala (Kartellrecht), Thomas Landell (Private Equity); Associates: Agda Vähä-Piikkiö, Tobias Palmgren (beide M&A), Jon Termonen, Claes Backström, Samuel Åkerlund (alle Capital Markets), Pauliina Sutinen, Ruusa Jumppanen, Samuel Hardy (alle Finanzierung), Hilma Mäkitalo-Saarinen (IP), Jatro Pihlavamäki, Johan Kontio (beide Private Equity)
Skadden Arps Slate Meagher & Flom (London):
Sandro de Bernardini, Sarah Knapp, Lorenzo Corte (alle M&A; alle Federführung), Jisun Choi (Steuerrecht), Pete Coulton, Zoe Cooper Sutton (beide Finanzierung), Ryan Junck (Konfliktlösung), Giorgio Motta (Kartellrecht; Brüssel), Dr. Jan Bauer (Private Equity), Dr. Johannes Frey (Steuerrecht; beide Frankfurt), Kenneth Schwartz, Michael Sheerin (beide Kartellrecht; beide New York), Dr. Joerg Hanke (Finanzierung), Dr. Frank-M. Schwarz (Steuerrecht), Susanne Werry (FDI), Dr. Ulrich Ziegler (Employment; alle Frankfurt); Associates:
Dr. Iryna Burd, Christopher Schenk (beide M&A), Anna Ordina (Finanzierung), Dr. Philipp Mueller, Arndt Noeske (beide Sanctions; alle Frankfurt)
Inhouse Recht (Helsinki): Johannes Frände (General Counsel) – aus dem Markt bekannt

Benjamin Leyendecker

Berater Advent und Cinven 
Kirkland & Ellis (München): Prof. Dr. Benjamin Leyendecker, Dr. Philip Goj (beide Federführung, beide Private Equity/M&A),  Adrian Maguire, Dan Clarke ( alle Private Equity/M&A), Antoine Lebienvenu (Kapitalmarktrecht), Christopher Shield, Thomas Raftery (beide Finanzierung; alle fünf London), Dr. Michael Ehret, Mavnick Nerwal, Sivanti Devakumar (beide London; alle Steuern), André Duminy (IT/IP); Associates: Dr. Marcus Commandeur, Dr. Friedrich Focke, Fabian Waterhölter, Lisa Müller, Dr. Sabrina Seitz, Chiara Schmid, Charles Hébert, Benedict Wilson, Saniya Sidhu, Albert Planella i Obach (alle vier London; alle Private Equity/M&A), Emmanuel Götz, Ellen Ronayne (beide Steuern),  Aram Valesyan, Aman Nath, Zoe O’Logbon (alle Finanzierung),  Asmita Singhvi (IP/IT)
Roschier (Helsinki): Seppo Kymäläinen, Kiira Tuohimaa Leisio (beide Private Equity/M&A) Mika Ohtonen (Corporate), Andreas Bussmann (Steuern); Associates: Robert Holmberg, Aino Ylikahri, Pinja Luindholm, Mira Ahonen, Anton Storvall, Celia Svensk (alle Private Equity/M&A) Samsa Myllymäki, Assi Pöyry, Maria Lyhykäinen (alle Steuern)
Freshfields (Düsseldorf): Martin Klusmann, Alastair Chapman (London; beide Federführung), Jenn Mellott, Christine Wilson (beide Washington), Hazel Yin (Schanghai), Juliane Ziebarth, Elizabeth Suarez (Washington); Associates: Ole Schley, Marleen Böhm, Martin Dickson (London; alle Kartellrecht)
EY (Frankfurt): Jan-Rainer Hinz, Michael Vogel (beide Federführung), Julian Klafs (Stuttgart; alle drei Transaktionssteuern), René Gütschow, Sonny Königstein (Köln; beide indirekte Steuern), Eric Hoppe (Verrechnungspreise), Martin Neutzner (People Advisory Services; Hamburg), Heinrich Fleischer (Immobilien); Associates: Christian Kuntz (Transaktionssteuern), Davina Heinen (Immobilien; Köln), Mike Losinski (New York), Alexander Mörk, Frieder Schäfer (beide Stuttgart), Kadir Karuserci, Marcel Herget, Anica Novotny (Stuttgart) (alle Transaktionssteuern), Dennis Golin (indirekte Steuern; Köln); Sang-Hun Shin, Nils Uhl (beide Verrechnungspreise)
Freshfields (Frankfurt): Dr. Christoph Gleske, Daniel von Bülow (beide Federführung IPO-Track), Simone Bono (London), Dirk-Jan Smit (Amsterdam), Christina Zapf; Associates: Vincent Buchta, Mark Maarschalkerweerd (Amsterdam; alle Kapitalmarktrecht)

Martin Klusmann

Berater TK Elevator
Inhouse Recht Dr. Svenja Lemke (Vice President, Legal, Ethics & Compliance) – aus dem Markt bekannt 

Berater Thyssenkrupp
Linklaters: Ralph Wollburg (Corporate/M&A; Düsseldorf), Andreas Müller (Private Equity; Frankfurt) – aus dem Markt bekannt 

Berater Alat 
Latham & Watkins: Dr. Heiko Gotsche (Düsseldorf), Dr. Stephan Hufnagel (München; beide Federführung); Associate: Dr. Jan Gocha (alle Corporate/M&A) – aus dem Markt bekannt 

Berater Banken (IPO-Track)
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar, Dr. Clemens Rechberger (beide Federführung); Associates: Dr. Frederik Uller, Lea Detambel (alle Kapitalmarktrecht)

Jan Bauer

Hintergrund: Die nach englischem Recht strukturierte Private‑Equity‑Exit‑Transaktion weist ein für den europäischen Markt außergewöhnlich hohes Volumen auf. Die Beteiligten setzten daher auf vertraute und erfahrene Transaktionsteams.

Kone hatte bereits im vorigen Bieterkampf um TK Elevator auf Skadden und Hannes Snellman gesetzt; soweit bekannt, führte nun die finnische Kanzlei maßgeblich die aktuelle Transaktion für ihre langjährige Mandantin.  Eine aktive Rolle übernahm auch Kone-General Counsel Frände, der seit 2012 zum Executive Board des Unternehmens zählt.

Monatelanger Verkaufsprozess

Das Kirkland-Tandem Leyendecker und Goj hatte 2020 schon die Übernahme der Aufzugsparte von Thyssenkrupp durch ein internationales Investorenkonsortium rund um Advent, Cinven ADIA und RAG-Stiftung gesteuert und war nun auch federführend beim Weiterverkauf.

Roschiers Mandat deckte dabei nach finnischem Recht die notwendigen Aspekte der Transaktion ab, auch hinsichtlich der steuerlichen Strukturierung. Dabei arbeiteten die Finnen eng mit EY zusammen. Das Team um Hinz und Vogel hatte Advent und Cinven bereits 2020 bei der Übernahme der Aufzugssparte von Thyssenkrupp sowie beim Einstieg von Alat 2025 steuerlich beraten. Bei der aktuellen Transaktion kümmerte sich EY um die steuerliche Strukturierung, die steuerliche Due Diligence und die steuerlichen Aspekte des Kaufvertrages.

Parallel war ein möglicher Börsengang von TK Elevator vorbereitet worden, für diesen Part war Freshfields mandatiert. Die Federführung lag bei den beiden Frankfurter Kapitalmarktpartnern Gleske und von Bülow. In der Transaktion kümmerte sich nach JUVE-Informationen ein weiteres großes Team der Kanzlei um den Düsseldorfer Partner Klusmann und den Londoner Partner Chapman um die kartellrechtlichen Abstimmungen auf Verkäuferseite. Klusmann ist dabei ein absoluter Kenner der Aufzugsbranche: Der vertrat TK Elevator jahrelang im sogenannten Aufzugs- und Rolltreppenkartellkomplex.

Der saudische Investor Alat wurde nach JUVE-Informationen wie bei seinem Investment in TK Elevator im vergangenen Jahr von Latham unterstützt. Altgesellschafterin Thyssenkrupp ist eine langjährige Linklaters-Mandatin.

TK Elevator hat seit Mai mit dem Schweden Lars Sjobring seinen ersten Chief Legal Officer, er wechselte vom Stahlhersteller SSAB . Die transaktionsbezogenen Themen deckte laut Marktangaben Syndika Lemke ab, die seit 2020 die Rechtsgeschäfte des Targetunternehmens geführt hatte.

Für die Beratung der Banken (Barclays, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Morgan Stanley, UBS) des parallel verfolgten Börsengangs von TKE hatte sich Sullivan & Cromwell in einem Pitch durchsetzen können.

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