Rückkehr

Reed Smith-Kartellrechtler wechselt zu seiner alten Kanzlei KWM

Vier Jahre nach seinem Wechsel zu Reed Smith schließt sich der Kartellrechtler Tilman Siebert zum Februar KWM Europe an. KWM gehört zum Verbund der asiatisch-pazifischen Kanzlei King & Wood Mallesons – jener Kanzlei, deren europäischer Arm 2017 in die Insolvenz gegangen war. Siebert war dort Partner gewesen. Das damals neugegründete Frankfurter Büro von KWM, zu dem Siebert nun als erster Kartellrechtler stößt, umfasst mittlerweile gut 20 Anwälte.

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Siebert_Tilman
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Das Franklfurter Büro von King & Wood firmiert nach der Insolvenz des europäischen Kanzleiteils, einer britischen LLP, unter KWM Europe. Die Kanzlei gehört zum King & Wood-Verbund, war aber eine Neugründung, die rechtlich nichts mit der untergegangenen LLP zu tun hat. Heute ist das Büro stark auf Transaktionsgeschäft ausgerichtet. Die Mid-Cap-Praxis um Dr. Michael Roos berät rund ein Dutzend Private-Equity-Häuser regelmäßig. Auch zu Finanzierungen berät KWM, zudem steht die Praxis für klassische M&A-Transaktionen mit Südostasien- und Australienbezug. Zuletzt beriet sie etwa den chinesischen Konzern Weichai Power als Ankeraktionär bei einer Kapitalerhöhung des Gabelstaplerherstellers Kion. KWM musste, wenn bei ihren PE-Transaktionen Kartellfreigaben erforderlich waren, bisher weitere Kanzleien hinzuziehen.

Das wird nun seltener nötig sein. Siebert begann seine Karriere 1999 bei Freshfields Bruckhaus Deringer. 2005 wechselte er zu SJ Berwin, aus der nach einer Fusion King & Wood Mallesons hervorging. Siebert berät regelmäßig Private-Equity-Investoren wie die DBAG und VR Equitypartner bei Fusionskontrollen und hat auch Erfahrung mit Investitionskontrollen. Das dürfte hilfreich sein in einer Kanzlei, die häufig chinesische und australische Mandanten bei Firmenkäufen in Deutschland berät. Auch kartellrechtlich geprägte Gerichtsverfahren führt Siebert, unter anderem vertrat er die australische Airline Qantas im Luftfrachtkartell gegen Schadensersatzklagen und das Reiseportal Expedia im Streit über Bestpreisklauseln.

Bei Reed Smith wird das deutsche Kartellteam nun von der Münchner Counsel Dr. Michaela Westrup geleitet, die seit vielen Jahren eng mit Siebert zusammenarbeitete. Sie hat einen Schwerpunkt im Vertriebskartellrecht und berät etwa Verbände und Unternehmen aus der Baumarkt- u. Gartengerätebranche. Neben Westrup steht im Münchner Büro ein Associate für Kartellrecht. Auf Partnerebene gibt es nach Sieberts Abgang keine deutsche Praxis mehr, allerdings hat die Kanzlei in Brüssel vor einem Jahr ein Büro mit mehreren Kartellrechtlern eröffnet, darunter Christian Filippitsch als Partner und Max Seuster als Counsel. Beide kamen von Norton Rose Fulbright.

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