Das sagt JUVE
Ihr Vater war Vorsitzender Richter des OLG-Kartellsenats. Trotzdem oder deswegen entschied sich Susanne Zwirlein-Forschner für ein Mathematikstudium. Zum Glück für ihre Mandanten, Kollegen und Studenten schaffte sie doch noch den Schwenk zu Jura. Als sie 2016 bei Sernetz startet, im Jahr der Brexit-Entscheidung, sind ihre Spezialgebiete genau der richtige Mix zur richtigen Zeit: Sie hat etwa zahlreiche Kanzleien zur LLP-Rechtsform beraten. Zwirlein-Forschner baute in Rekordzeit einen starken Business Case auf, zu dem auch komplexe internationale Nachfolgeregelungen und -streitigkeiten zählen.
Zuletzt wuchs vor allem ihre Schiedspraxis – sie steht heute bereits für ein Viertel ihrer beruflichen Tätigkeit. Ohne ein graues Haar wird sie inzwischen sogar als Schiedsrichterin benannt, etwa für DIS-Verfahren oder vor dem Bayerischen Obersten Landesgericht.
Über das altägyptische Totengericht, in dem 42 Götter die Seele wiegen, ihr altes Steckenpferd, könnte Zwirlein-Forschner noch aus dem Stand einen Vortrag halten. Das Thema ist aber in den Hintergrund getreten, seit sie sich stärker mit Feuerwehrautos beschäftigen muss, die ihre älteste Tochter gerade interessieren. Passt auch: „Irgendwie ist das Zur-Stelle-Sein, wenn es brennt, ja auch meine berufliche Leidenschaft.“
Das sagen andere
„Schnell, praxisbezogen, vielseitig, ganz heller Kopf“ (Wettbewerber)
„Stellt mit einem Kleinkind, dazu Baby-Zwillingen und einem Mann in der Großkanzlei weiterhin die irrsten Dinge auf die Beine bei uns in der Kanzlei – keine Ahnung, wie sie das macht, sie ist einfach großartig.“ (Partner von Sernetz Schäfer)
Das sagt Susanne Zwirlein-Forschner selbst
Warum Jura?
Weil ich einerseits die Regeln hinter der Kulisse der Gesellschaft verstehen will und andererseits als Organ der Rechtspflege in einer zunehmend komplexen Zeit Übersetzerin dieser Regeln für meine Mandanten und Studierenden sein möchte.
Was macht Ihnen an Ihrem Job am meisten Spaß?
Am meisten freue ich mich bei meiner Arbeit über das Vertrauen meiner Mandanten – nicht nur in meine Fähigkeiten, sondern in mich als Person und Konfliktlöserin. Das ist mir jeden Tag neuer Ansporn.
Wie feiern Sie Ihren Vierzigsten?
Das überlege ich mir 2029.
Greatest Hits
- War 2023 schon mal eine von 40 Persönlichkeiten unter 40 in einem JUVE Rechtsmarkt. Das haben außer ihr noch eine weitere Anwältin (Carolin Marx, Seite 52) und ein Anwalt (Benedikt Quarch, Seite 50) in dieser Ausgabe geschafft. Was aber nur Zwirlein-Forschner gelungen ist: Sie ist 2026 ein Jahr jünger als 2023, 37 statt 38. Ihr Alter wurde aufgrund eines redaktionellen Fehlers vor drei Jahren um vier Jahre zu hoch angegeben.
- Wird namentlich in der Begründung eines Gesetzentwurfs zur Umsetzung der Umwandlungsrichtlinie erwähnt – sie hatte den Entwurf als Expertin mit vorbereitet.