Umbau

Zwei Zugänge für die UBS kommen von Hengeler und Simmons

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  • JUVE

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre deutsche Rechtsabteilung im Juli durch zwei Zugänge verstärkt. Aus dem Frankfurter Büro von Hengeler Mueller kam der Steuerrechtler Dr. Lars Kloster (38), von Simmons & Simmons in Düsseldorf der Arbeitsrechtler Dr. Berthold Hilderink (45). Kloster verantwortet die rechtliche Betreuung von vermögenden Privatkunden, Hilderink die arbeitsrechtlichen Belange.

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Kloster war seit 2005 für Hengeler tätig, 2008 arbeitete er für ein Jahr im Rahmen eines Secondments bei der australischen Investmentbank Macquarie. Zuletzt war er bei Hengeler Senior Associate und an der steuerlichen Begleitung einer ganzen Reihe größerer Deals beteiligt. So gehörte er im vergangenen Jahr beispielsweise zu dem Team, das den US-Halbleiterherstellers Intel bei der Übernahme der Handychip-Sparte von Infineon begleitete (mehr…) und den RWE-Konzern beim Verkauf seines Gasfernleitungsnetzes (mehr…). Hilderink arbeitete seit 2002 für Simmons, zuletzt ebenfalls als Senior Associate.

Sowohl die Position Klosters als auch die von Hilderink wurde von der UBS neu geschaffen. Neben der Verstärkung im klassischen Beratungsfeld Arbeitsrecht will die UBS insbesondere den veränderten Marktbedingungen rund um die Beratung vermögender Kunden Rechnung tragen.

Die UBS strukturiert ihre in die Bereiche Investmentbanking und Wealth Management unterteilte Rechtsabteilung, die insgesamt rund 25 Juristen zählt, derzeit um. Der Umbau ist dabei auch wesentlich mit einer personellen Neuaufstellung auf verantwortlichen Positionen verbunden. So löste Dr. Michael Fischer zum Jahresbeginn Gerhard Fuchs als Leiter der Rechtsabteilung ab. Ebenfalls zum Jahresbeginn übernahm Dr. Peter Märkl den Bereich Legal Investmentbanking von Michael Leppert, der als Executive Director Legal & Compliance in die Züricher UBS-Zentrale wechselte. Märkl kam von der Credit Suisse, wo er rund fünf Jahre als Vice President & Counsel tätig war.

Ein Grund für den Umbau sind unter anderem künftig erhöhte regulatorische Anforderungen. Daneben müssen aber auch einige Themen aufgearbeitet werden. So wurde die Großbank nicht nur von der Finanzkrise hart getroffen, sondern geriet im vergangenen Jahr hierzulande auch ins Visier der Finanzaufsicht, die wegen eines möglichen Verstoßes gegen Geldwäschevorschriften Ermittlungen aufnahm.

Auch wirtschaftlich lief es zuletzt nicht optimal. Erst vor wenigen Tagen vermeldete die UBS einen Gewinneinbruch im zweiten Quartal und plant nun ein drastisches Sparprogramm, von dem aber das Wealth Management als sehr stabile Säule weitgehend ausgenommen werden soll. Vor allem durch enttäuschende Ergebnisse im Investmentbanking sank der Reingewinn um 49 Prozent auf umgerechnet 870 Millionen Euro. Durch Einschnitte will die UBS in den kommenden zwei bis drei Jahren zwischen 1,3 und 1,7 Milliarden Euro sparen.

Weiteres Ungemach droht der Bank derzeit von der Finanzaufsicht in den USA. Die Behörde reichte Klage und fordert Schadensersatz, weil die UBS bei dem milliardenschweren Hypothekengeschäft nicht mit offenen Karten gespielt habe. Die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac hätten darauf hohe Verluste erlitten. (René Bender)

 

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