Die britische Kanzlei Ashurst hat in Deutschland die Wende geschafft: Unter Managing-Partner Peter Junghänel steigerten die Büros ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2010 wieder auf 30,5 Millionen Euro.
Nach einem Ergebnis von rund 26,6 Millionen Euro im Vorjahr bedeutet dies ein Plus von 14,5 Prozent. Diese Zahlen sind umso mehr ein Erfolg, als die Kanzlei mit 67 Vollzeitkräften rund zehn Prozent weniger Berufsträger beschäftigte als 2009 und nur noch 17 anstelle von 20 Partnern. Schon 2009 hatte die Sozietät die Zahl ihrer Berufsträger um rund 10 Prozent reduziert, die der Partner sogar um 13 Prozent. Allerdings ging in dem von der Finanzkrise geprägten Jahr auch der Umsatz zurück, wenn auch nur um 6,3 Prozent. Das war das erste Umsatzminus seit Jahren (mehr…).
Im Hinblick auf den Umsatz pro Berufsträger (UBT) bedeutet das jetzige Ergebnis ein erneutes und diesmal sogar massives Plus. Nachdem Ashurst beim UBT infolge der gesunkenen Personalzahlen schon im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent zulegte, setzte jetzt rechnerisch jeder Berufsträger sogar 27,5 Prozent mehr um: Der UBT stieg von 357.000 auf 455.000 Euro. Durch diesen Sprung bewegt sich Ashurst nun etwa auf einem ähnlichen Niveau wie die britische Wettbewerberin Simmons & Simmons oder auch Heymann & Partner. Im vergangenen Jahr lag die Kanzlei nach diesem Kriterium noch auf gleicher Stufe wie SJ Berwin und Rödl & Partner.
Allerdings ist Ashurst mit einem UBT von 455.000 Euro nun längst noch nicht da, wo sie eigentlich hinstrebt und hat gerade erst wieder das Niveau erreicht, auf dem sie bereits 2006 schon einmal war. In der Folge hatte die Kanzlei die deutsche Praxis seinerzeit dann personell deutlich ausgebaut, das Umsatzwachstum hielt aber nicht mit.
Zulegen konnten jetzt alle Praxisbereiche der Sozietät, die allerdings sehr deutliche Schwerpunkte in den Gebieten Corporate und Finance hat. Beide Bereiche machen mehr als die Hälfte des deutschen Geschäfts aus. Entsprechend trugen beide Praxen auch wesentlich zu der positiven Entwicklung bei. Ein wichtiges Mandat des Finanzierungsteams war etwa die Arbeit für den Investor Triton, als dieser den Autozulieferer Stabilus erwarb (mehr…), ein weiteres die Beratung von Nordic Capital, der den Hersteller der Römer-Kindersitze übernahm.
Aber auch andere Bereiche steuerten durch große Mandate ihren Teil zu dem Erfolg bei, so die Immobilienpraxis an der Seite des Investors Cerberus bei der Übernahme von Immobilien des Handelskonzerns Metro (mehr…). Bedeutsam war insbesondere auch der Compliance-Bereich. (René Bender)